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So sehen es die OB-Kandidaten

Teil 5 von 5 der OP-Foto-Interpretation So sehen es die OB-Kandidaten

Der Countdown läuft: Noch 44 Tage sind es bis zur Oberbürgermeister-Wahl in der Universitätsstadt Marburg. Die OP stellt die sechs Kandidaten um die Nachfolge von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und ihre politischen Ziele bis zum Wahlsonntag am 14. Juni in unterschiedlichen Rubriken vor.

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Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Für die Foto-Serie „Was sehen Sie?“ hatte die Redaktion allen sechs Bewerbern insgesamt fünf aktuelle Motive aus Marburg vorgelegt, die OP-Fotograf Tobias Hirsch abgelichtet hat. Die Kandidaten mussten schnell darauf reagieren: Pro Bild hatten sie nur eine Minute Zeit, um die verschiedenen Aufnahmen zu deuten.

Bei dieser Aufgabe waren spontane Assoziationskraft und Lust am Formulieren gefragt. Wie bei dem letzten Foto aus unserer kleinen Serie: Es zeigt die stark renovierungsbedürftige Wand eines Gebäudes in der Marburger Oberstadt – mit einem Spruch und graffiti-ähnlichen Verzierungen. Was den sechs Bewerbern dazu einfiel, das lesen Sie unten.

von Manfred Hitzeroth

 

 Dirk Bamberger (CDU, 42 Jahre, Diplom-Sparkassenbetriebswirt):
Das ist zweifellos ein Motiv aus der Marburger Nordstadt. Es steht im Negativen für viele Fassaden in Marburg, die mit Graffiti vollgesprayt werden. Wenn man das Bild auf sich wirken lässt, enthält es aber auch eine positive Botschaft. Es ­erinnert mich daran, dass man sich im Leben niemals das Träumen nehmen lassen sollte – und manchmal werden diese Träume sogar wahr.

Marius Beckmann (Die Partei, 25 Jahre, Student):
Ich sehe Street-Art. Ich finde die Debatte um Graffiti ein wenig albern. Andere Städte wie London haben Street-Art als Vorteil erkannt, zum Beispiel für touristisch interessante Touren durch die Stadt.

Dr. Elke Neuwohner (Bündnis 90/Die Grünen, 39 Jahre, Hausärztin):
Ich sehe eine triste, alte Wand mit der Aufforderung zum Träumen. Ich wünsche mir für Marburg alte und neue Gebäude, harmonisch miteinander in unserer Stadt und traumhafte Wohnprojekte generationenübergreifend und interkulturell und inklusiv.

Jan Schalauske (Die Linke, 34 Jahre, Politikwissenschaftler):
Es gibt einen großen, alle Menschen verbindenden Traum: Das Leben in einer gerechten Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Für die Erfüllung eines Traums muss man sich bewegen, sich engagieren und man darf nicht im Traum verharren. Um Träume zu erfüllen, braucht es einen langen Atem.

Dr. Thomas Spies (SPD, 52 Jahre, Landtagsabgeordneter):
Ist das Bild aus Marburg? (OP-Redaktion erklärt: Ja.) Spies weiter: Die Antwort ist: Ja, mach ich. Ich glaube, man kann keine pragmatische Politik machen, wenn man nicht eine Vision hat, wie es am besten wäre. Außerdem: Manche Stellen in Marburg haben doch auch Sanierungsbedarf. 

Rainer Wiegand (Parteilos, 57 Jahre, Künstler):
So wie die Wand gerade an ihrem unteren Ende aussieht, ist sie durch das aufgemalte Graffiti wesentlich verschönert. Sollte ich aber zum Oberbürgermeister gewählt werden, sprühe ich solche Sachen nicht an Hauswände. Zumindest würde ich ein Traum für die Verwaltung sein, ich wäre da aufgrund meiner Erfahrung ein guter Vorgesetzter.

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