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„So geht Feuerwehr“

Marburger Gleichberechtigungspreis „So geht Feuerwehr“

Der Marburger Gleichberechtigungspreis geht an die Jugendfeuerwehr Wehrda. Grund: Rund die Hälfte der Mitglieder sind Mädchen, heißt es von der städtischen Gleichstellungskommission.

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Die Jugendfeuerwehr Wehrda ist der Gewinner des diesjährigen Marburger Gleichstellungspreises, die Auszeichnung wurde im Rathaus übergeben.

Quelle: Pressestelle Stadt Marburg

Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und die Vorsitzende der Gleichstellungskommission Dr. Marlis Sewering-Wollanek haben den mit 
2500 Euro dotierten Preis bei einer Feierstunde im Historischen Saal des Rathauses übergeben.

Die Jugendfeuerwehr Wehrda wurde 1977 gegründet. Dass von Anfang an Mädchen dabei waren, sei eine Besonderheit, erläuterte Holger Schönfeld, Bildungsreferent der Hessischen Jugendfeuerwehr. Erst seit rund 40 Jahren gibt es überhaupt Frauen in der Feuerwehr. Man müsse sich selbstkritisch fragen, warum es so lange gedauert habe bis sich tatsächlich etwas getan hat. Heute zeigen Frauen und Mädchen vermehrt: „So geht Feuerwehr“, sagte Schönfeld. Dieser Preis sei „ein Ritterschlag mit Verpflichtung für die Zukunft“, sagt Schönfeld.

„Wegholen von Facebook“

Jugendwart Philipp Schwarz bedankte sich als Leiter der Jugendfeuerwehr Wehrda für die Auszeichnung. Es werde heute immer schwieriger, Menschen überhaupt für ein Engagement bei der Feuerwehr zu begeistern. Umso wichtiger sei es, bereits in der Jugend anzufangen. „Wir wollen zeigen, dass helfen auch Spaß machen kann“, sagt Schwarz. Wie gut die Arbeit in Wehrda gelinge, zeigt die Tatsache, dass in der Erwachsenen-Feuerwehr 70 Prozent ehemalige Mitgliedern der Jugendfeuerwehr sind.

„Der Preis ist nicht nur die Stärkung für unsere Feuerwehr, sondern auch für den Ort“. Das „Helfergen“ bei den Jugendlichen schon in frühen Jahren zu wecken und „aus dem Wohnzimmer, vom PC und Facebook wegzuholen und für die Feuerwehrarbeit zu begeistern“ “.

Sewering-Wollanek betonte indes, dass die Jugendfeuerwehren auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Verlässlichkeit fördern und wie wichtig sie damit sowohl für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen sind. Ohne die ständige Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren sei es um „unsere Sicherheit in vielerlei Hinsicht schlecht bestellt“.

„Dieser Preis ist ein Gewinn“

Frauen und Mädchen haben es nicht in jeder Stadt oder Gemeinde leicht, sich in der Feuerwehr zu engagieren, sagte Sewering-Wollanek. Unter den rund eine Million Feuerwehrleuten in Deutschland seien nur 80 000 Frauen; bei den Jugendfeuerwehren liege der Anteil inzwischen immerhin bei gut 25 Prozent. In ihrer Bewerbung um den Gleichstellungspreis hat sich die Jugendfeuerwehr Wehrda als „Stadtmeister“ im Hinblick auf den Anteil des weiblichen Feuerwehrnachwuchses bezeichnet: Neun der 19 Mitglieder im Alter zwischen 10 und 15 sind Mädchen.

„Dieser Preis ist ein Gewinn“, sagte Vaupel. Er motiviere, genau hinzuschauen bei der Frage nach tatsächlicher Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. „Das Frauen nicht die selben Dinge erledigen können wie Männer hat als Totschlagsargument schon lange ausgedient“, sagt Schönfeld.

von Arnd Hartmann

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