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Werbe-Aktion

Skurriles Marburg als Werbebotschaft

Mit einem pfiffigen Imagefilm wirbt das Stadtmarketing Marburg darum, dass Studierende ihren ersten Wohnsitz in Marburg anmelden.
Wäsche aufhängen auf dem Geländer des Kaiser-Wilhelm-Turms und ähnliche skurrile Szenen 
machen den Charme des Imagefilms aus.Foto: Marcus Hergenhan

Wäsche aufhängen auf dem Geländer des Kaiser-Wilhelm-Turms und ähnliche skurrile Szenen
machen den Charme des Imagefilms aus.Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. Am Oberstadtfahrstuhl gehen die Edelstahltüren auf, die Gäste wollen einsteigen - und blicken auf einen Studenten, der im Fahrstuhl auf dem Klo sitzt. Diese bewusst absurde Szene ist eine von vielen aus dem neuen Werbefilm des Stadtmarketings zur Kampagne „@Home in Marburg“.

„Wir haben jährlich etwa 3000 Studenten, die in Marburg einen Wohnsitz anmelden und dafür von uns 100 Euro in Form von Marburg-Gutscheinen erhalten, das ist zunächst schon mal gar nicht schlecht,“ erklärte Stadtmarketing-Koordinator Jan-Bernd Röllmann.

Um in Zukunft noch mehr junge Menschen dazu zu bewegen, sich in Marburg anzumelden, ist der neue Film passend zum Wintersemester im Internet und gekürzt auch als Werbung im Cineplex zu sehen.

„In dem Film sehen wir Studenten, die ganz alltägliche Dinge an markanten Öffentlichen Plätzen erledigen, wie etwas das Abspülen ihrer Kaffeetasse oder das Aufhängen der Wäsche. Schauplätze sind etwa das Wasserband an der Ketzerbach oder der Spiegelslustturm. „Mit diesen schrägen Szenen sollen junge Leute auf Marburg als Wohnsitz aufmerksam werden, da auch Erstsemester diese Stellen in der Stadt schnell wiedererkennen,“ so Röllmann.

Die Quote der Studierenden, die sich mit erstem Wohnsitz in Marburg anmelden, liegt derzeit bei etwa 60 Prozent, was für die Stadt schon einmal einen soliden Wert darstellt. „Marburg hat natürlich eine besondere Position, denn zu uns kommen viele, die eben nicht hier im Raum wohnen, im Gegensatz zu etwa Frankfurt oder Gießen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und ergänzte: „Da studieren die Leute meistens bewusst, um bei den Eltern bleiben zu können - wir sind da eher wie Freiburg, das hat schon einen besonderen Reiz“, sagte Spies. Er hofft, mit dem Imagefilm die Zahl der Anmeldungen noch steigern zu können.

Besonderen Spaß an dem Projekt hatte Filmemacher Ingmar Hirt von der Marburger Full-Service-Agentur mr//media, der die Szenen von Mai bis August mit Statisten vom Stadtmarketing und einigen Studenten drehte. „Klar, die Leute haben sehr irritiert geschaut, einer unserer Darsteller wurde auch aus dem Auto heraus von einem Bekannten erkannt, das war schon witzig“, berichtete Hirt. Besonders am Oberstadtaufzug habe es ewige Schlangen gegeben, „und die Leute haben natürlich blöd geschaut“, was der junge Mann da auf der Toilettenschüssel treibt, die wir in den Fahrstuhl gestellt hatten.“

Schon kurz nach seiner Veröffentlichung ist der Film ein Publikumsknüller. Wie Röllmann auf OP-Anfrage gestern mitteilte, habe er bereits 50000 Klicks und 100000 Ansichten gehabt.

von Markus Hergenhan

[Till Conrad]

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