Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Sieben neue Helferinnen für das Leben im Alltag

Soziales Netzwerk Sieben neue Helferinnen für das Leben im Alltag

Zum dritten Mal hat das Soziale Netzwerk Kirchhain einen eigenen Kurs für Seniorenbegleiter ­angeboten. Diesmal arbeiteten sich sieben Frauen durch die anspruchsvolle Vorbereitung.

Voriger Artikel
Stagnation in der Nordstadt
Nächster Artikel
Die Geburtshilfe ist im Umbruch

Melanie Sohl (links) sowie (von rechts) Birgit Jacobsen und Adelheid Sauer vom Sozialen Netzwerk Kirchhain übergaben die Zertifikate an (von links) Regina Walter, Susi Tenbergen, Jaqueline Bäuml, Renate Bäuml-Kempf, Anita Maier und Sabine Wolf. Es fehlt: Doreen Dersch. Bürgermeister Olaf Hausmann (Mitte) gratulierte den neuen Seniorenbegleiterinnen. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Kursleiterin Melanie Sohl hatte 62 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten für die angehenden Senorenbegleiterinnen vorbereitet. Diese sind Jaqueline Bäuml, Renate Bäuml-Kempf, Doreen Dersch, Anita Maier, Susi Tenbergen, Regina Walter und Sabine Wolf. Mit Ausnahme der zurzeit verhinderten Doreen Dersch erhielten die ehrenamtlichen Helferinnen zum Abschluss der Ausbildung nach einem gemeinsamen Abendessen in den Räumen des Sozialen Netzwerks ihre Zertifikate und von Bürgermeister Olaf Hausmann Blumen und ein dickes Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement.

Mit den sieben Neuzugängen kann das Soziale Netzwerk jetzt 38 Seniorenbegleiter einsetzen. „Es könnten noch ein paar mehr sein, denn der Bedarf wächst ständig, stellt Adelheid Sauer, unermüdlicher Motor und langjährige Vorsitzende des Sozialen Netzwerks, fest.

Seniorenbegleiter erbringen keinerlei Pflegeleistungen. Sie kümmern sich um ältere Menschen, die in der Regel nicht mehr eigenständig leben können und häufig an Demenz leiden. Allein schon die Gegenwart der Seniorenbegleiter zählt. Sie hören zu, sie lesen für ihre Klienten vor, unternehmen mit ihnen Spaziergänge oder begleiten auf täglichen Wegen.

Dabei leisten sie gleich doppelt Gutes: Sie bringen Abwechslung in den Alltag ihrer Klienten und sie schenken deren oft extrem belasteten pflegenden Angehörigen ein paar Stunden kostbarer Freizeit.

Das Soziale Netzwerk Kirchhain erfüllt vielfältige Aufgaben, auch in den Bereichen Geselligkeit und Kultur. Im Kern seiner Beratungen und Dienstleistung steht aber das große Ziel, dass die alten Menschen aus Kirchhain und Umgebung solange wie möglich in ihrem gewohnten Zuhause leben können.

Frühzeitige Hilfevon außen ist wichtig

Nach den Erfahrungen von Adelheid Sauer funktioniert das nur, wenn pflegende Angehörige frühzeitig Hilfe von außen annehmen. „Wenn es nicht von Beginn an richtige Hilfe gibt, wird es sehr schwierig“, sagt sie und wirbt für den Abbau von Berührungsängsten. „Unsere ehrenamtlichen Seniorenbegleiter üben ihre Tätigkeit mit viel Liebe und Begeisterung aus. Es ist nicht nur ein Geben, sondern auch ein Nehmen“, spricht sie über ihre eigene 20 Jahre währende Erfahrung als Seniorenbegleiterin.

Wer als pflegender Angehöriger auf Hilfe von außen verzichtet, landet schnell am Ende seiner Kräfte. Wie es der 2. Vorsitzende des Netzwerks, Klaus Vering, einmal formulierte, sind das die Menschen, die eines ­Tages im Zustand von Überforderung und Erschöpfung von jetzt auf gleich einen Pflegeheimplatz für ihren Angehörigen fordern, obwohl dieser oft genug keinerlei Rundumpflege bedarf.

Professionelle ambulante Pflege und der Einsatz ehrenamtlicher Seniorenbegleiter können eine menschenfreundliche Alternative zum Pflegeheim sein. Aber schon vor dem Erreichen dieser Stufe sieht Adelheid Sauer einen stark wachsenden Bedarf nach Hilfen im Haushalt, Hilfen beim Einkaufen, Begleitung zum Arzt oder zu Behörden, Unterstützung in Haus und Garten.

„Das wird in den nächsten Jahren ganz stark zunehmen“, schildert Adelheid ein Problem, für dessen Bewältigung es noch keine Organisationsstrukturen gibt.

In einigen Dorfgemeinschaften wird bereits an einer Lösung des Problems auf Basis der Nachbarschaftshilfe gearbeitet. Dieser Zeitung sind entsprechende Initiativen aus Kirchhainer und Rauschenberger Stadtteilen bekannt.

n Wer Kontakt zu einem Seniorenbegleiter sucht oder ein Beratungsgespräch wünscht, erreicht das Soziale Netzwerk Kirchhain unter Telefon 06422/8986036. Mehr Informationen gibt es im Internet:soziales-netzwerk-kirchhain.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr