Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Sieben Tote bei Unfällen im Kreis

Unfallstatistik Sieben Tote bei Unfällen im Kreis

Im Jahr 2013 verloren eine Fußgängerin, zwei Motorradfahrer, drei Autofahrer und der Fahrer eines Kleinlasters auf den Straßen im Landkreis ihr Leben.

Voriger Artikel
Paar mit Hund will unterwegs zusteigen
Nächster Artikel
Hohe Anforderungen im Praxisteil

Einer der spektakulärsten Unfälle des vergangenen Jahres im Landkreis war der eines mit Speiseöl beladenen Lastwagens, dessen Fracht bei Göttingen auf der Straße landete.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Bei all diesen Unfällen war die nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Ursachen, bei dreien die alleinige Unfallursache. Dies teilte die Polizei Marburg-Biedenkopf mit, die gestern ihre Verkehrsunfallstatistik fürs vergangene Jahr vorlegte. Sie vermeldet: Statistisch verloren innerhalb des Landkreises in einem Jahr noch nie so wenige Menschen durch Verkehrsunfälle ihr Leben. Umso tragischer für die Familien der Todesopfer.

Insgesamt stieg die Anzahl der Unfälle im Vorjahresvergleich an: von 4224 auf 4247. „Das ist zwar ein geringer, aber trotzdem im dritten Jahr hintereinander ein Anstieg der Unfallzahlen“, bilanzierte Polizeisprecher Martin Ahlich und sprach von einem geschätzte Sachschaden in Höhe von 11,6 Millionen Euro.

Trotz eines leichten Rückgangs machten die Verkehrsunfälle, bei denen sich ein Beteiligter unerlaubt entfernt, nach wie vor mehr als ein Viertel aller Unfälle aus - es waren 1113 Unfallfluchten im Jahr 2013. Die Aufklärungsquote stieg von 35,84 auf 37,2 Prozent, vermeldet Ahlich.

Die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten stieg der Statistik zufolge an. Von den 727 schweren Unfällen endeten sieben tödlich. 172 Menschen erlitten schwere und 825 leichtere Verletzungen.

Erneut registriert die Polizei alle neun Stunden einen Wildunfall. Bei 985 Wildunfällen erlitten 11 Autofahrer Verletzungen, einer davon schwere. Der Anteil der Wildunfälle an den Gesamtunfällen stieg nochmals von 22,9 auf nun 23,2 Prozent. „Wildunfälle passieren vermehrt überall da, wo die Straßen durch den Wald führen. Die Unfallorte verteilen sich ohne erkennbaren Schwerpunkt über die gesamte Region“, erklärt Polizeisprecher Ahlich. Wildzäune könnten nur punktuell für eine Verringerung der Unfälle sorgen, jedoch könne jeder einzelne Verkehrsteilnehmer selbst durch vorausschauendes Fahren mit erhöhter Vorsicht und akuter Bremsbereitschaft sowie durch angepasste Geschwindigkeit vor allem in Waldstücken dafür sorgen, dass die Zahl der Wildunfälle zurückgehe.

Zu schnell ist eine der häufigsten Crash-Ursachen

Martin Ahlich nennt zwei Grundsätze für solche Unfälle: An mögliche Nachzügler bedenken, denn Tiere sind meist in Gruppen unterwegs; lieber ein kontrollierter Aufprall als ein unkontrolliertes Ausweichen. Die Polizei führt in ihrer Statistik sechs Unfallursachen auf, von denen mindestens eine bei 70,8 Prozent aller Unfälle zutrifft.

In der Reihenfolge sind es Fehler beim Abbiegen, Abstand und Geschwindigkeit, Vorfahrt, Fehler beim Überholen und Alkohol- oder Drogeneinfluss. Die Statistik führt laut Ahlich auch deutlich vor Augen, dass unangepasste Geschwindigkeit noch immer die Hauptunfallursache bei den schweren Verkehrsunfällen darstelle.

Die Statistik befasst sich gesondert mit den Unfällen unter Beteiligung junger Fahrer (von 18 bis 24 Jahren). Ihr Bevölkerungsanteil im Landkreis liegt bei 10,3 Prozent. Sie waren als Fahrer oder Mitfahrer an 1062 der 4247 Unfällen - also an 25 Prozent der Unfälle, führt die Statistik auf. An jedem vierten Verkehrsunfall sei somit ein junger Fahrer oder Fahrzeuginsasse beteiligt. Dabei gab es bei 36 Schwerverletzten leider auch einen Toten.

Die Polizei weist darauf hin, dass sie im Jahr 2013 sieben Unfälle polizeilich erfasst hat, bei denen ein 18 bis 24-Jähriger unter Einfluss von Alkohol und/oder Drogen stand. Im Jahr 2012 waren es laut Statistik noch 13 Unfälle. Den deutlichen Rückgang führt die Polizei auch auf ihre Präventionsarbeit zurück.

Die Generation 65 plus betrachtet die Polizeistatistik ebenfalls gesondert. Die Altersgruppe macht 18,26 Prozent der Bevölkerung des Landkreises aus. Die Senioren waren an 619 Unfällen beteiligt. „Wie in einer Unfallauswertung festgestellt wurde, stieg die Beteiligung der Seniorinnen und Senioren bis heute in den letzten Jahren stetig an“, erklärt Polizeisprecher Ahlich. Im Jahr 2013 erlitten 21 Senioren schwere und 62 leichte Verletzungen bei Unfällen im Landkreis, eine Seniorin starb. Im Jahr davor verloren zwei Senioren, 2011 vier ihr Leben durch einen Verkehrsunfall.

Die Beteiligung der über 65-Jährigen an den Unfällen stieg von 2011 nach 2012 von 12,9 auf 13,6 Prozent und im Jahr 2013 auf jetzt 14,57 Prozent. „Setzt man die Verkehrsunfälle ins Verhältnis zu dem Fahrleistungsanteil der Senioren ergibt sich, dass die über 75-Jährigen die am zweitstärksten unfallbelastete Altersgruppe nach den 18-24-Jährigen ist“, fasst Ahlich zusammen.

Die Statistik in Kürze: In der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf ...

 …wurde alle zwei Stunden ein Verkehrsunfall polizeilich registriert, verunglückte alle acht Stunden ein Junger Fahrer (18 bis 24 Jahre), entfernte sich alle acht Stunden ein Unfallbeteiligter unerlaubt vom Unfallort, wurde alle neun Stunden ein Mensch bei einem Verkehrsunfall leicht oder schwer verletzt, wurde alle neun Stunden ein Wildunfall polizeilich registriert, verunglückte alle 14 Stunden ein Fahrer der Generation 65 plus, wurde alle 38 Stunden ein Fahrzeug-Führer wegen Alkohol- und/oder Drogenkonsum aus dem Verkehr gezogen, wurde alle drei Tage ein Verkehrsunfall unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss verursacht, starb alle 52 Tage ein Mensch durch einen Verkehrsunfall.

Mehr über die Präventionsarbeit der heimischen Polizei gibt es im Internet unter www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de und unter www.aktion-bob.de/

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Crash

Glück im Unglück hatte ein 68-Jähriger bei einem, so Polizeisprecher Jürgen Schlick, spektakulären Unfall, der sich am Sonntagmorgen, 25. Mai am Amöneburger Kreisel ereignete.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr