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„Sie liest mit ihrem ganzen Körper“

Vorlesewettbewerb „Sie liest mit ihrem ganzen Körper“

Es gibt sie doch noch, Kinder, die ein Buch zur Hand nehmen, und lesen. Beim Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels gehört ihnen die Bühne.

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Die stolzen Teilnehmer präsentieren ihre Preise: Ayla Baltzer (von links nach rechts), Siegerin Helena Murk, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Kaan Agca, Sina Trottmann, Marie Dettmar, Andrea Lucero Bautista.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Bereits zum 54. Mal wird der Wettbewerb in diesem Jahr ausgetragen, und unter den insgesamt 7200 Schulen aus ganz Deutschland beteiligen sich auch sieben Marburger Schulen, die ihre Sieger zum Stadtentscheid in den Sitzungssaal Hohe Kante in der Oberstadt schicken. In zwei Runden dürfen dort die krankheitsbedingt auf sechs reduzierten Teilnehmer ihre Lesekunst zum Besten geben. Bewertet werden dabei vielerlei Kriterien wie Sicherheit, Aussprache, Lesetempo, Betonung, aber auch die Vermittlung der Text-Atmosphäre.

Nach der Begrüßung durch Veranstalterin Friederike Könitz vom kommunalen Jugendbildungswerk der Stadt starten die Schüler der sechsten Klasse mit dem Text, den sie sich selbst zum Vorlesen ausgesucht haben. Gelesen wird dabei ein drei- bis fünfminütiger Auszug aus einem Buch, das die Kinder zum Einstieg kurz vorstellen. Schnell wird dabei deutlich, wo der Schwerpunkt des Nachmittags liegt, denn bis auf eine Ausnahme präsentieren die Kids dem hinter der Jury postierten Publikum, minderjährige Zuschauer dürfen auch seitlich Platz nehmen, Schauergeschichten. Die Aufregung ist spürbar, dennoch scheinen die Schüler schnell in ihren Texten zu versinken und tragen trotz der Größe des Raumes für alle Anwesenden verständlich ihre Geschichten vor.

Auch die fünfköpfige Jury, in der unter anderem die Vorjahressiegerin Carla Middeke vertreten ist, zeigt sich beeindruckt.In der zweiten Runde wird die Schwierigkeit allerdings erhöht. Nun müssen die Kinder einen fremden Text vorlesen, den die Veranstalterin ausgesucht hat. Es handelt sich dabei um das Buch „Wir können alles verlieren. Oder gewinnen“ des finnischen Autors Seita Porkkola. Doch auch die ihnen bisher unbekannten Abenteuer des zwölfjährigen Taifun, präsentieren die Teilnehmer so, als ob sie diese selbst erleben würden, und machen der Jury die Entscheidung schwer.

Während diese sich zur Beratung zurückzieht, werden die Kinder durch einen Clown unterhalten. Dennoch steigt die Spannung, denn die Siegerin oder der Sieger erhält nicht nur ein zusätzliches Buch und einen Buchgutschein zum Geschenk, sondern darf darüber hinaus am Bezirksentscheid in Gießen oder Wetzlar teilnehmen.

Schließlich ist dann der Moment gekommen. Bürgermeister Dr. Franz Kahle nimmt die Siegerehrung vor und überreicht allen Teilnehmern eine Urkunde und das Buch aus der zweiten Lese-Runde. Zusätzlich spricht die Jury ein paar lobende Worte. Zu guter Letzt folgt die Ehrung der Siegerin. Die elfjährige Helena Murk von der Elisabethschule „liest mit ihrem ganzen Körper“, so Jury-Mitglied Antje Tietz, und darf dank ihres „dynamischen und lebendigen“ Vortrags an der nächsten Ausscheidungsrunde teilnehmen. Im besten Fall kann sie sich dort für den hessischen Landesentscheid und später sogar für das Bundesfinale qualifizieren.

Aber auch für die anderen Vorleser hat sich der Nachmittag gelohnt. Jeder darf sich ein weiteres Buch aussuchen.

von Peter Gassner

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