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Sicher durch den Winter mit Rad und Auto

Service Sicher durch den Winter mit Rad und Auto

Der Tag wird kürzer, die Sicht immer schlechter. Fahren ohne Licht oder mit der falschen Bereifung kann da schnell zur Gefahr werden. Vor allem für andere.

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Radfahrer sollten jetzt besonders auf ausreichende Beleuchtung achten, damit sie sich im Straßenverkehr nicht unnötig gefährden. Wer ohne Licht erwischt wird, zahlt Bußgelder.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Erhöhte Parkgebühren, lange Wartezeiten durch viele Baustellen und dazu noch die Benzinpreise - Marburg zeigt sich derzeit wenig „autofreundlich“. Da lohnt der Umstieg aufs Fahrrad - solange dabei die Verkehrsregeln eingehalten werden.

Die Zahl der Verkehrssünder steigt, besonders das Fahren ohne Licht scheint zur Regel geworden zu sein. Laut ADAC ist fast jeder Zweite ohne Licht unterwegs - obwohl die Radler dabei nicht nur ihre Gesundheit riskieren, sondern auch saftige Bußgelder bis hin zum Führerscheinentzug (siehe Hintergrund). Schlimmer noch: Die „Dunkelfahrer“ sind eine echte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. „Mir ist es schon zweimal passiert, dass ich einen Radfahrer erst kurz vor mir gesehen habe, weil er kein Licht an hatte. Da hatten wir beide richtig Glück“, erzählt eine Betroffene der OP.

Martin Ahlich, Pressesprecher der Polizei, warnt vor Leichtsinn: „Gerade im Herbst, wenn die Straßen nass und rutschig sind, ist es für Autofahrer viel schwieriger, sich auf das plötzliche Auftauchen eines Radfahrers einzustellen und entsprechend zu reagieren, ohne dabei selbst in Gefahr zu geraten.“

Klaus-Uwe Becker, Leiter des Marburger Verkehrsdienstes, sieht das Problem zumindest in Marburg nicht so gravierend: „Es gibt zwar Radfahrer ohne Licht, aber ich sehe bei uns keine erhöhte Quote. Dennoch kontrollieren wir, vor allem im Bereich von Schulen.“

„Rundumcheck“ der Lichtanlage notwendig

Worauf die Beamten besonders achten: fehlende Reflektoren und Sturzhelme. Die retten im Ernstfall Leben. Was viele zudem vergessen, wenn sie ohne ausreichende „Wintertauglichkeit“ des Fahrrads unterwegs sind: Bei Unfällen trifft die Radler eine Teilschuld, im schlimmsten Fall zahlt die Versicherung nichts.

Was für Fahrradfahrer gilt, ist für Autobesitzer umso wichtiger. Und dazu gibt es einiges zu beachten. Martin Ahlich erklärt, worauf es bei winterlichen Bedingungen ankommt. Zur Ausstattung gehört neben dem Aufziehen von Winterreifen auch ein „Rundumcheck“ der Lichtanlage und Scheibenwischerblätter. Achten Sie auf Ihre Batterie! Andernfalls droht durch die Kälte eine Entladung und der Wagen springt am Morgen nicht an.

Ganz wichtig: Sind die Scheiben zugefroren, kratzen Sie das Eis komplett von den Fenstern. „Gucklochfahren“ ist nicht nur strafbar, es gefährdet auch in besonderem Maße die übrigen Verkehrsteilnehmer. Grundsätzlich gilt für alle: Langsam fahren, ausreichend Abstand halten und - das gilt nicht nur für den Winter - Finger weg vom Alkohol, wenn Sie noch fahren müssen.

Damit nicht nur die Auto- und Radfahrer sicher durch die eisige Jahreszeit kommen, sondern auch die Fußgänger, haben die Stadtwerke Marburg reichlich Salz und Splitt gebunkert. Knapp 1000 Tonnen lagern in Marburg und werden von zwölf Fahrzeugen die beim DBM-Straßenräumdienst auf Winter umgerüstet werden, auf die Straßen gebracht - bei schlimmsten Schneetreiben sogar rund um die Uhr. „Ansonsten halten wir uns an die Taktung der Busse“, erklärt DMB-Betriebsleiter Jürgen Wiegand.

Weitere 80 Mitarbeiter räumen Gehwege, Schulen, Rathäuser und alle Liegenschaften, die der Stadt Marburg gehören. Und das in 18 Stadtteilen. Da kommen einige Kilometer Fußmarsch zusammen. Damit die Versorgung im Notfall gewährleistet ist, arbeitet das Netzwerk aus Polizei, Busverkehr und Bereitschaftsdienst Hand in Hand. Kommt es zu unerwartetem Schneetreiben, werden die Kräfte mit Schneeschieber und Schaufel alarmiert. Und dann gibt es noch das Programm Medio-Media. Das informiert stundengenau über das Wetter in Marburg.

Hintergrund

  • Wer beim Fahrradfahren ohne Licht erwischt wird, zahlt mindestens 10 Euro Strafe. 
  • Wird ein anderer gefährdet sind es 20, bei Sachbeschädigung sogar 30 Euro.
  • Autofahrer mit unzureichender Beleuchtung bei Schnee und Nebel zahlen 40 Euro und bekommen 3 Punkte in Flensburg.
  • Autofahren mit Sommerreifen kostet 40, bei Gefährdung anderer sogar 80 Euro. Zusätzlich gibt es 1 Punkt.
  • Guckloch-Autofahrer werden mit 10 Euro belangt.
  • Beim Fahren mit 0,5 bis 1,09 Promille drohen bereits Strafen bis 500 Euro sowie ein einmonatiges Fahrverbot.
  • Fahren mit 1,1 Promille gilt als Straftat und wird mit einer Geldstrafe von 3000 Euro sowie einem halbjährigen Fahrverbot bestraft.
  • Zusätzlich kann die Versicherungspflicht erlöschen.

von Christian Schmitt und Carsten Bergmann

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