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Sex-Prozess: Angeklagter kommt frei

Gericht Sex-Prozess: Angeklagter kommt frei

Ein wegen zwei sexuellen Attacken angeklagter Gießener kommt mit einer Geldstrafe davon. Aus Mangel an Beweisen ist er nur wegen Körperverletzung verurteilt worden. Das entschied das Landgericht am Montag.

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Aus Mangel an Beweisen konnte der Angeklagte aus Gießen nicht wegen Vergewaltigung einer 23-Jährigen aus Marburg verurteilt werden. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung muss er jedoch 1500 Euro Geldstrafe zahlen.

Quelle: Archivfoto

Marburg. In der Neujahrsnacht und Anfang März diesen Jahres soll der 29-Jährige eine 23-jährige Krankenschwester zuerst in ihrer Wohnung sowie im Frühjahr im Auto auf dem Parkplatz nahe dem Stadtbüro geschlagen, gewürgt und vergewaltigt haben. Dem Gießener drohten drei Jahre Gefängnis, zumal er ihr nach Aussagen des Opfers mit einer Pistole gedroht haben soll.

Die Marburgerin schilderte die Geschehnisse sowohl beim Prozessauftakt als auch bei der gestrigen Nach-Vernehmung detailliert. Freundinnen der Geschädigten bestätigten während des zwei Monate andauernden Prozesses die Version, berichteten davon, dass sie Kenntnis von den Übergriffen hatten.Doch die Aussagen reichten der zufolge nicht aus für eine Verurteilung. Da die Staatsanwaltschaft keinen der Sex-Angriffe beweisen konnte, dem Beschuldigten nur leichte Körperverletzungen nachzuweisen waren, verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 1500 Euro.

Knackpunkt der Verfahrenseinstellung - was nicht mit einem Freispruch gleichzusetzen ist - war die Auswertung Hunderter SMS und Chatnachrichten. Aus diesen Daten geht hervor, dass das Ex-Pärchen nach der mutmaßlich ersten Vergewaltigung ihre Beziehung weitergeführt haben könnte. Das nährte die Zweifel des Gerichts. Der Angeklagte ist bereits aus der Untersuchungs-Haft entlassen worden, das Urteil ist rechtskräftig.

von Björn Wisker

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