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Sex-Attacke: Handy-Daten belasten Angeklagten

Neue Beweise Sex-Attacke: Handy-Daten belasten Angeklagten

Im Vergewaltigungsprozess gegen einen 29-Jährigen sind neue Beweise in die Verhandlung eingeführt worden.

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Marburg. Tausende Handy-Verbindungsdaten belegen, wann der Angeklagte oder das Opfer den jeweils anderen angerufen hat. Wann SMS geschickt, wann im Chat-Programm Whatsapp geschrieben wurde. Für das Landgericht unter Vorsitz von Carsten Paul könnten diese Daten der Schlüssel werden, um die Schuldfrage zu klären.

Die Frage danach, ob und wie oft der 29-Jährige seine damalige Freundin, eine 23-Jährige Krankenschwester, vergewaltigt hat. Die geschädigte Marburgerin schilderte beim Prozessauftakt detailliert zwei Sex-Attacken. Eine Anfang März im Auto gegenüber dem Stadtbüro, eine weitere schon zuvor in der Neujahrsnacht in ihrer Wohnung in der Cappeler Straße zugetragen haben soll. „Er riss mich an den Haaren, schlug und würgte mich. Gegen meinen Willen zwang er mich zum Vaginalsex“, sagte sie. Bei der Tat im Frühjahr soll er sie zudem mit einer Pistole bedroht haben, dann sei er über sie hergefallen.

 „Du bist krank, mich zu vergewaltigen“

Mehrere Zeugen stützten in den vergangenen Wochen die Version des Opfers, die Entlastungszeugen verstrickten sich in Widersprüche.

Nun startet das Gericht die Auswertung der Handy-Kommunikation. Eine Kriminalbeamtin (43) schilderte einige wesentliche Inhalte der SMS und Chatnachrichten: „Du bist krank, mich zu vergewaltigen“, schrieb die junge Frau demnach noch am Tag der ersten Tat, im Januar in Whatsapp. „Hör auf so etwas zu sagen, sonst zeige ich dir was das heißt“, antwortete der Gießener. Bis zum zweiten Übergriff schrieb der Angeklagte wohl Hunderte SMS, die Marburgerin antwortete sporadisch. Anfang März, einen Tag nach dem mutmaßlich zweiten Angriff endete der Kontakt abrupt.

Auch die Frauenärztin des Opfers wurde am Dienstagmittag gehört. Sie bestätigte, bereits drei Wochen nach der ersten Tat vom Opfer alles geschildert bekommen zu haben. Ein anderer Mediziner, der nach dem zweiten Übergriff Gebärmutter-Verletzungen entdeckte, wird nun als Zeuge geladen. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

  • Fortgesetzt wird die Verhandlung am Freitag, 27. September um 9.30 Uhr im Landgericht Marburg.

von Björn Wisker

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