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Senioren schmieden Treffpunkt-Pläne

Projekt Senioren schmieden Treffpunkt-Pläne

Im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP) könnte es künftig auch eine Beratungsstelle des Seniorenbeirats geben. Dessen Mitglieder feilen an einem Konzept, um Rentnern bei Problemen zu helfen.

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Familiencafé, Plaudercafé, Senioren-Sprechstunde: Um das BiP am Rudolphsplatz zu einem Treffpunkt umzufunktionieren, kursieren mehrere Ideen. Foto: Björn Wiske

Marburg. Die Senioren-Sprechstunde soll eine Anlaufstelle sein, in der es um Wohnungs-Fragen, Nachbarschafts-Streits, Sitzgelegenheiten in der Stadt und andere Alltags-Sorgen geht - oder aber um Gespräche für und mit Einsamen. „Wir müssen uns genau überlegen, ob wir so etwas wollen und wie so etwas ausgestaltet sein soll“, sagt Otto Geßner, Vorsitzender des Seniorenbeirats.

Um die Diskussion voranzutreiben, berichtete Veronika Ilten vom Seniorenbeirat Bad Vilbel von ihren Sprechstunden-Erfahrungen in der südhessischen Kleinstadt. „Wir sind bei spezifischen Themen zwar Laien, verstehen uns aber als Lotsen und führen Mitmenschen zum richtigen Angebot in der Stadt“, sagt sie. Einmal pro Monat stelle sich ein Seniorenbeirats-Mitglied für eine Stunde zur Verfügung, berate in einem Büro, sei telefonisch - auf Handy - erreichbar. „Die Hemmschwelle ist von älterem Mensch zu älterem Mensch geringer, als wenn jedes Gespräch gleich Amts-Charakter hat“, sagt sie. Die Sprechstunde sei eine Beschwerde-Anlaufstelle, allen Sorgen - vom Hundekot auf Wiesen bis Lärm - werde nachgegangen, die Stadtverwaltung damit konfrontiert. Die Bilanz nach den ersten Monaten: „Manchmal kommen vier, fünf Leute zu Gesprächen, manchmal keiner. Wir setzen auf die Zeit, dass die Sprechstunde bekannter wird“, sagt Ilten.

In Marburg herrscht Skepsis: „Solche Anlaufstellen gab es doch schon. Ich habe damals die Zeit totgesessen, diese Sachen wurden so gut wie gar nicht angenommen“, sagt Anneliese Winterstein aus Moischt. Das BiP tauge zudem nicht als Treffpunkt - wegen seines behördlichen Charakters. Ute Mehnert (Archivfoto) kontert, dass der zentrale Raum gut geeignet wäre, man nur eine langfristige Mitmach-Bereitschaft im Seniorenbeirat selbst organisieren müsse. Eleonore Heise plädiert indes für eine Wiedereröffnung des Plaudercafés, das es in den 1990ern einige Jahre gab. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) reizt diese Idee. Er kündigt während der Sitzung am Mittwochnachmittag die Eröffnung eines Familiencafés im BiP an. „In diesem Zusammenhang würde so etwas wie eine Senioren-Sprechstunde gut passen“, sagt er.

Den Anstoß zur Einrichtung einer Senioren-Sprechstunde im BiP gab Petra Engel von der Marburger Altenplanung. Eine Arbeitsgruppe wird sich nun mit konkreten Ideen befassen.

von Björn Wisker

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