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Senioren helfen Schülern in Konflikten

Mediatoren Senioren helfen Schülern in Konflikten

Mit ehrenamtlichen Mediatoren will der Verein „Seniorpartner in School“ (SiS) Lösungen für Konflikte in Schulen finden.

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Zwei Mediatoren versuchen, im Konflikt zwischen drei Jungen eine Lösung zu finden.Foto: Seniorpartner in School

Marburg. Für den freiwilligen Einsatz werden noch engagierte Menschen der Generation 55 plus gesucht.

Dr. Anne Traulich und Dr. Wolfgang Kapmeyer, Vorstände des Landesverbands Hessen des SiS, stellten das Konzept vor, das 2001 in Berlin mit dem Ziel gegründet worden ist, Menschen nach dem Berufsleben eine Möglichkeit sinnvoller ehrenamtlicher Arbeit zu verschaffen. Inzwischen gebe es 13 Landesverbände in Deutschland, so Traulich. Der Landesverband Hessen sei 2006 in Marburg gegründet worden und habe mittlerweile 60 Mitglieder.

Der Grundgedanke der Mediation durch die Mitglieder sei es, jeweils zu zweit an einem Tag in der Woche in eine Schule zu gehen und dort Kindern der ersten bis neunten Klassen Hilfestellungen bei der Konfliktbewältigung zu geben. Vorrangig Grundschulen nutzten das Angebot, erläuterte Kapmeyer. Laut Auskunft Traulichs gebe es feste Vereinbarungen mit der Schulleitung, unter anderem zur Bereitstellung eines Mediationsvertrages, und alle Kinder wüssten von dem Tag, an dem die Mediatoren in der Schule seien.

„Das ist auf keinen Fall Großelternarbeit“, betonte Traulich, um Missverständnissen vorzubeugen. Die Mediatoren würden im Hinblick auf ihre Aufgabe professionell ausgebildet und verpflichteten sich, mindestens 18 Monate zur Verfügung zu stehen. 100 Stunden an 12 Tagen umfasse die Ausbildung. Anschließend seien die Freiwilligen in der Lage mit Konfliktpartnern ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu finden. Dabei helfe die Lebens- und Berufserfahrung der Mediatoren, dass diese sozialverträglich und einvernehmlich ausfielen.

Es gehe zudem darum, dass die Kinder diese selbst finden könnten. „Sie lernen Methoden, Streitigkeiten zu lösen und mit sich selbst ins Reine zu kommen“, sagt Kapmeyer. Und Traulich ergänzt, dass sich der Verein auch als Unterstützung für die Lehrer verstehe, denn diese hätten wegen ihrer Arbeitsbelastung oft nicht genug Zeit. Laut Kapmeyer sind die Mediatoren immer außerparteilich, das helfe besonders, wenn eventuell Lehrer in Konflikte verwickelt seien.

Im April soll ein Lehrgang mit 16 Teilnehmern starten

Wichtig sei es immer, dass es nie Gewinner und Verlierer eines Konfliktes geben dürfe. „Der Friedensvertrag“ und seine Umsetzung werde von den Mediatoren begleitet. Einige der Mediatoren würden auch speziell geschult, Mobbing-Probleme anzugehen. Im Gespräch im Klassenverband könne so dem Betroffenen gezielt Hilfestellung gegeben werden. In allem sicherten die Mediatoren Vertraulichkeit zu, nur bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung würden geeignete Personen informiert.

Derzeit sei man nur in neun Schulen in Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf aktiv, so die Initiatoren. Deshalb wolle man weitere Menschen gewinnen, sich der durchaus anspruchsvollen Aufgabe zu stellen. Voraussichtlich im kommenden April wolle man mit mindestens 16 Teilnehmern einen Lehrgang starten, um das Angebot auszuweiten. Voraussetzung sei neben der Zeit, die man investieren wolle, die Freude mit Kindern zu arbeiten, die Fähigkeit zuzuhören und auf Argumente einzugehen, sowie unbedingte Teamfähigkeit.

Interessierte Menschen ab 55 Jahren und auch Schulen können sich telefonisch unter 06421/41815 und 06429/8290066 oder per E-Mail an info@sis-hessen.de melden. Informationen gibt es unter www.sis-hessen.de oder www.seniorpartnerinschool.de.

von Heiko Krause

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