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Senioren als Professoren und Studenten

Universität Senioren als Professoren und Studenten

An der Uni Marburg gibt es immer mehr Seniorenstudenten und seit einigen Jahren ganz offiziell auch Senior-Professoren.

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Auch die Vorträge beim „Studium generale“ im Audimax werden gerne von älteren Mitbürgern besucht. Unser Foto entstand im Jahr 2004. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Aus Sicht der Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause haben Professoren, die das Pensionierungsalter von 65 Jahren überschritten, für die Hochschule einiges zu bieten. „Sie haben einen großen Erfahrungsschatz und sind oft angesehene, in Forschung und Lehre erfolgreiche Wissenschaftler“, meint die Präsidentin auf Anfrage der OP. Und eben diesen Schatz möchte die Uni-Leitung auch weiter für die Universität nutzen, unter anderem in Form von Seniorprofessuren. „Informell hat es das vor allem in den Geisteswissenschaften früher schon häufig gegeben. In den Laborwissenschaften müssen dafür aber ausreichend Laborflächen an der Uni zur Verfügung stehen“, so Krause. „Vor einigen Jahren haben wir Regeln für Seniorprofessuren aufgestellt: Die Professoren können bleiben und aktiv lehren oder forschen. Gleichzeitig muss aber sichergestellt sein, dass sie nicht die Stellen blockieren und Nachwuchswissenschaftler nachkommen“, erläutert die Uni-Präsidentin.

Jüngstes Beispiel für einen erfahrenen Forscher, der weiter an der Uni bleibt, ist der Physiker Professor Peter Thomas. Er wurde am Montag bei einem Festakt mit dem Titel der Wilhelm-und-Else-Heraeus-Seniorprofessur für innovative Ausbildungskonzepte im Fach Physik“ ausgezeichnet.

Die Heraeus-Stiftung ermöglicht Thomas, in den kommenden drei Jahren seine in der Vergangenheit entwickelten Lehrkonzepte auf die Ausbildung von Lehramtskandidaten im Fach Physik zu übertragen. Während in diesem Fall Geld von einer Stiftung kommt, finanziert in anderen Fällen einer Seniorprofessur der Fachbereich die Differenz zwischen dem Gehalt vor der Pensionierung und dem Ruhegehalt.

Um eine ganz andere Finanzierungshöhe geht es im Fall der Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften, die der Marburger Neurologe Professor Wolfgang Oertel am vergangenen Samstag in der Paulskirche erhielt. Sie ist mit einer Million Euro ausgezeichnet und soll dem 62-Jährigen Marburger Forscher mit dazu verhelfen, sich wenige Jahre vor der Pensionierung noch einmal ausschließlich der Forschung zu widmen. Zugleich sollen in diesem Fall Oertels Lebenswerk als herausragender Neurowissenschaftler und seine Beiträge zur Erforschung der Parkinson-Krankheit gewürdigt werden.

n Nicht um die Spitzenforschung, sondern um die persönliche Weiterbildung geht es bei den Seniorenstudenten. Das „Gasthörer- und Seniorenstudium“ wird auch im kommenden Wintersemester an der Uni Marburg wieder angeboten. Die Uni-Leitung propagiert auch in Zeiten der Rekord-Studierendenzahlen das Seniorenstudium. „Bisher gab es keine Klagen darüber, dass die Seniorenstudenten den regulären Studierenden die Plätze wegnehmen“, meinte die Präsidentin. Am Freitag, 11. Oktober, gibt es von 10.30 Uhr bis 12 Uhr im Sitzungssaal 01 im Uni-Gebäude in der Biegenstraße 12 einen Sprechtag mit Informationen rund um das Seniorenstudium.

von Manfred Hitzeroth

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