Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
„Selbstbestimmtes Engagement“ in 21 Projekten

Von Bilderbuchkino bis Erzählcafé „Selbstbestimmtes Engagement“ in 21 Projekten

Der„Marktplatz“ der Nachbarschafts- und Beteiligungsprojekte fand mit 21 Ausstellern im Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) statt.

Voriger Artikel
Ein Transportmittel wird zur Barriere
Nächster Artikel
„Die Gäste waren richtig aggressiv“

Informationen zu 21 Nachbarschafts- und Beteiligungsprojekten gab es an den Ständen im Technologie- und Tagungszentrum.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Die Nachbarschafts- und Beteiligungsprojekte sind­ gute Beispiele für selbstbestimmtes Engagement“, sagte Peter Günther, Vorstand der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf, am vergangenen Freitag in seinem Grußwort bei der Veranstaltung, den die Agentur gemeinsam mit der Stabstelle Altenplanung der Stadt organisiert hatte.

Es sei der Wunsch vieler älterer Menschen, Sinnvolles zu tun, mitzugestalten und Kontakte zu knüpfen. Die Veranstaltung solle ihnen die Gelegenheit dazu geben, sich auszutauschen, und Mitstreiter zu gewinnen.

Der Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), der früher Leiter der Enquetekommission demografischer Wandel im Hessischen Landtag war, wollte in seinem Vortrag die „Horrorvision“ des demografischen Wandels widerlegen.

„,Generationengerechtigkeit‘ tut so, als gebe es ein Problem zwischen Jung und Alt, dabei geht es um ein Problem zwischen Arm und Reich“. Es hieße beispielsweise, dass jedes neugeborene Kind bereits eine Last von 100.000 Euro zu tragen habe. Jedoch überschreite das durchschnittliche vererbte Kapitalvermögen diese Summe. „Nur erben eben nicht alle gleich viel.“

Es gebe heute eine Generation der neuen Alten, die gute, das heißt gesunde Jahre einschiebe, bevor sie wirklich zu den ­„Alten“ gehörten. Aufgrund ihres Engagements seien sie ein „ungeheurer Schatz“. „Demografischer Wandel ist eine enorme Chance“, sagte Spies abschließend.

Ockershäuser streffen sich einmal im Monat

Ursula Ziesche ist eine von denen, die sich zu den „fitten ­Alten“ zählt. Die 74-Jährige engagiert sich als Ehrenamtliche im Familiencafé der Evangelischen Familienbildungsstätte im Mehrgenerationenhaus am Lutherischen Kirchhof.

Jeden Sonntag treffen sich dort Familien zum Kuchen essen, basteln oder Bilderbuchkino. „Man kriegt mehr zurück als man gibt“, erzählte sie. Beispielsweise konnten sie sich dort schon von jungen Leuten erklären lassen, wie ein Smartphone funktioniert oder eigene Erinnerungen von früher erzählen. Beides sei sehr gut angenommen worden, so Ziesche.

„Gut Älterwerden in Ockershausen“ gehört zu den Initiativen, die sich nach Befragungen durch die Stadt im Jahr 2009 gegründet haben, mit dem Ziel, Lösungen für ermittelte Bedarfe zu finden. Neben Spaziergängen und Besichtigungen bietet die Initiative auch ein Erzählcafé an.

„Einmal im Monat treffen sich an unterschiedlichen Orten zwischen zwanzig und 67 Besucher“, so Edeltraud Jochim, eine der ­ehrenamtlichen Organisatorinnen. Nach Kaffee und Kuchen gebe es Vorträge beispielsweise zur Geschichte von Ockershausen oder zu Gedächtnistraining. Ilse Philipp von den „Aktiven Bürgern Cappel“ (ABC) backt regelmäßig für das „Repair Café Cappel“ Kuchen.

Jeden letzten Samstag im Monat treffen sich dort rund zehn Ehrenamtliche im Rathaussaal, um für Hilfesuchende Kaputtes zu reparieren oder zu nähen - eine Kooperation zwischen Gründerin Anja Döringer-Zährl und ABC.

Früher hat Philipp den Besuchsdienst der Johanniter mit aufgebaut. „Nachdem es gut lief, dachte ich, ich brauche wieder neue Herausforderungen.“ Deshalb wurde sie Vorlesepatin in einer Marburger Kindertagesstätte und machte einen Besuchsdienst für eine an Alzheimer erkrankte Frau.

von Freya Altmüller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr