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Seelsorge und Parken mitten im Campus

St. Peter und Paul und Hochschulgemeinde Seelsorge und Parken mitten im Campus

Ende des Jahres spätestens wollen Kirchengemeinde St. Peter und Paul und Katholische Hochschulgemeinde mit einem Architektenwettbewerb nach dem besten Konzept für ein neues Gemeindezentrum suchen.

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Der Screenshot zeigt das Gelände von St. Peter und Paul und der Katholischen Hochschulgemeinde zwischen Biegenstraße, Uni-Parkplatz und Johannes-Müller-Straße am Eingang zum künftigen Campus. Es soll grundlegend neu gestaltet werden.

Quelle: Google

Marburg. Seit gut zwei Jahren sind die Kirchengemeinde und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) am Planen für ein neues pastorales Zentrum in der Biegenstraße „Wir wollen ein zeitgemäßes Zentrum errichten, mit dem wir uns für alle sichtbar der Stadt öffnen“, sagt Klaus Nentwich, Pfarrer bei St. Peter und Paul. Und Hochschulpfarrer Dr. Martin Stanke ergänzt: „Wenn der Campus erst einmal mit Leben gefüllt ist, liegen wir mittendrin – im Dreiklang Kultur, Wissenschaft, Kirche.“

Dieser neuen Rolle müsse sich die katholische Kirche bewusst werden, sagen Nentwich und Stanke. Das neue Gemeindezentrum soll deswegen ein Ort werden, durch den Kirche zu den Menschen kommt, sich dorthin begibt, wo die Menschen sich in ihrem Alltag aufhalten. Zielgruppe sind auch die Menschen, die über Gemeinden und klassische Gemeindeseelsorge nicht erreicht werden.

Fest steht bereits, dass der Gemeindesaal direkt neben der Kirche abgerissen und neu 
gebaut werden soll. Der Neubau soll an die Kirche andocken, soll zudem einen großen Saal enthalten, der auch von der Universität oder der Stadt bei 
 Bedarf genutzt werden kann, 
erläutert Peter Kettner, der Baukurator der Kirchengemeinde. Zudem denkt die Gemeinde daran, in dem Neubau ein öffentliches Bistro zu errichten.

Gemeinden einig, doch Diözese zögert noch

Völlig offen ist noch, was aus den beiden Richtung Johannes-Müller-Straße gelegenen Gebäuden werden soll, die derzeit mit dem Kindergarten, der KHG, dem Pfarramt und Dienstwohnungen für die beiden Pfarrer belegt sind. Fest steht nur, dass nach dem Umbau der zweigruppige Kindergarten (mit 50 statt bisher 40 Plätzen), die KHG, die Gemeinde St. Peter und Paul und ein „City-Pastoral“ dort Platz finden sollen, also ein Anlaufpunkt für Ratsuchende mit Info-Punkt – eben mit Blick auf den künftigen Campusbetrieb.

Nentwich und Stanke berichten, dass die Gemeinden einen Neubau favorisieren, die Diözese aber noch zögert – vielleicht auch wegen des Imageschadens, welcher der Kirche wegen des Protzbaus des früheren Bischofs von Limburg entstanden ist.

Dabei würde, sagt Kettner, ein Neubau kaum teurer werden als der Umbau der bisherigen Liegenschaften. Eine grundhafte Sanierung des Komplexes Pfarrhaus/Roncallihaus sei dann unumgänglich: Feuchte Wände und schlechte Isolierung nagen an der Gebäudesubstanz. Selbst wenn man sonst nichts ändern würde, müsste man bis zu einer halben Million Euro für die Sanierung der Gebäude in die Hand nehmen.

Nentwich und Stanke favorisieren deswegen die Variante, bei der das vorhandene Pfarrhaus und das Roncallihaus ganz abgebrochen und durch einen viergeschossigen Neubau ersetzt werden, der bis auf die Grünfläche hinter dem Kirchenchor verlängert wird, also direkt an den Parkplatz am Hörsaalgebäude angrenzt.

Mitten im Campus könnten 66 Parkplätze entstehen

Der Clou an dieser Variante wäre, dass im Untergeschoss des Gebäudes – auf dem Höhenniveau des heutigen Innen­hofes zwischen Gemeindesaal und Roncallihaus/Pfarrhaus eine Tiefgarage für gut 30 Pkw geschaffen werden könnte. Würden die beiden Neubauten und die dazwischenliegende Freifläche mit einer Tiefgarage versehen, dann könnte diese etwa 66 Pkw-Stellplätze aufnehmen. Die Freifläche für die Kita befände sich dann auf der begrünten Geschossdecke der Tiefgarage.

Erste Gespräche mit der Stadt habe es bereits gegeben, berichtet Kettner. Die stehe dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. „Wir wollen schließlich für die Stadt da sein, auch mit 
unseren Gebäuden“, ruft Nentwich den Pastoralprozess in 
Erinnerung, der hinter den 
Umbauüberlegungen steckt.

Im Erdgeschoss des Baukörpers werden die Kita und der Eingang für die KHG vorgesehen. Das 1. Obergeschoss nimmt 200 Quadratmeter der Kita und 125 Quadratmeter der KHG auf, im 2. Obergeschoss ist Platz für 145 Quadratmeter der KHG, 100 Quadratmeter für fünf Studentenappartements und 80 Quadratmeter für die Wohnung des Hochschulpfarrers. So sehen es die bisherigen Pläne vor. Die 
Diözese wird drei Viertel der Bausumme finanzieren, das ist besprochen. „Wir hoffen, dass wir uns jetzt schnell auf ein Konzept einigen“, sagt Nentwich.

Anders als zu Jahresbeginn, als die Universität Ideen für ein Stapelparkhaus vor dem Pfarramt kippte, weil unter dem benötigten Grund Versorgungsleitungen für Hörsaalgebäude und Verwaltungsgebäude entlanglaufen, die nicht verlegt werden können, gibt es ein ähnliches Hindernis für die nun neuen Pläne nicht: Die Parkplätze befänden sich ausnahmslos auf Kirchengelände, das jetzt schon bebaut ist und nur umgenutzt würde.

Ein anderes Thema sind aber die Kosten: Mit 40.000 Euro pro Stellplatz, insgesamt rund 2,5 Millionen Euro, sei zu rechnen, sagt Kettner. Vielleicht fände sich ja ein Investor, hoffen Stanke und Nentwich.
Erster Schritt ist jetzt aber: Eine Grundsatzentscheidung über die Frage Abriss und Neubau oder Renovierung. Das soll jetzt schnell gehen. Ein Architektenwettbewerb zur Gestaltung soll bis Ende des Jahres starten.

von Till Conrad

 Der Innenhof zwischen Gemeindesaal (hinten links), Kirche (hinten rechts) und Pfarramt (vorne) böte bei einem Neubau Raum für mehr als 60 Parkplätze. Foto: Dr. Martin Stanke
 
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