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Schwerelos ins Blaue abtauchen

OP erfüllt Kindern Wünsche Schwerelos ins Blaue abtauchen

Mit Flosse, Tauchermaske und Unterwasserfrisbee in der Schwerelosigkeit: Einen feucht-fröhlichen, aufregenden Tag erlebten neun begeisterte OP-Gewinner mit dem Tauchsportclub Marburg im Aquamar.

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Trainer Jens Reif und Lennart testen die unterschiedliche Dichte von Luft und Wasser.Foto: Armin Trutnau

Marburg. Mit jeder Menge Neugier, Ausdauer und professionellem Taucherequipment ausgerüstet, tauchten neun Gewinner der OP-Kinderwünsche- Aktion in die faszinierende Welt des Wassers und des Tauchsports ein.

Zu dem ausgiebigen Schnupperkurs hatte die OP gemeinsam mit dem Tauchsportclub Marburg eingeladen. Bevor die Kinder das vier Meter tiefe Tauchbecken im Marburger Aquamar stürmen durften, stand jedoch erst einmal etwas Theorie auf dem Lehrplan. „Tauchen macht nicht nur großen Spaß, es birgt auch einige Risiken“, erklärte Vereinsvorsitzender Jens Reif.

Insbesondere der Umgang mit den ungewohnten Druckverhältnissen unter Wasser will erst einmal gelernt sein. „Der Wasserdruck wirkt sich auf die Hohlräume in unserem Körper aus, wie zum Beispiel der Bereich hinter dem Trommelfell“, erklärte der Trainer.

Dieses wird unter Wasser nach innen gedrückt, was zu Überdehnung und einem unangenehmen Druckschmerz führen kann. Um den zu beheben, hält man sich einfach die Nase zu und presst Luft hinein, um für den nötigen Druckausgleich zu sorgen. „Dann knackt es im Ohr“, wussten die Kinder sofort.

Besonderen Spaß hatten die Schüler beim Ausprobieren der obligatorischen Tauchsignale. „Unter Wasser wird mit den Händen kommuniziert“, erklärten die Vereinsmitglieder.

Besonders wichtig: das „Alles-okay“-Zeichen, bei dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis bilden, während die anderen Finger ausgestreckt bleiben. Daumen nach oben oder unten bedeutet wiederum die Aufforderung zum Auf- beziehungsweise Abtauchen. Wenn etwas nicht stimmt, zeigen Taucher dies mit einer Flatterbewegung der Hand an, betonten die Trainer.

Nach einer ersten theoretischen Trockenübung konnten es die Kinder kaum erwarten, sich in das Becken zu stürzen. „Ich wollte schon immer wissen, wie es ist, länger unter Wasser zu sein“, freute sich Tauchfan Matthias auf die nasse Entdeckungstour. „Ich will einfach mal was Neues ausprobieren“, stimmte Elisabeth zu.

In Dreiergruppen eingeteilt begaben sich die gespannten Schüler schließlich in das große Tauchbecken. Betreut wurden die Kinder unter Wasser von Jens Reif, Stellvertreter Dr. Jürgen Adamkiewicz und Stefan Jesberg, die immer wieder mit je einem Schützling in die faszinierende Unterwasserwelt eintauchten.

Eine echte Herausforderung war im Vorfeld das Anlegen und Handhaben des schweren Equipments. Neben Schwimmflossen und Tauchermaske machte sich spätestens beim Anziehen der aufblasbaren Tarierweste samt Sauerstoffflasche, Druckmesser und Atemregler erste Aufregung breit.

„Ich bin schon etwas nervös“, gab Lennart grinsend zu. Das legte sich jedoch schnell und der 14-Jährige tauchte begeistert gemeinsam mit seinen Schülerkollegen in die stille Wasserwelt ein.

Drei Stunden lang begaben sich die jungen Tauchfans an diesem Tag abwechselnd auf Unterwassertour, erkundeten ausgiebig das nasse Element und genossen das besondere Gefühl der Schwerelosigkeit. Zur Unterhaltung hatten die Vereinsmitglieder auf dem Boden des Beckens zahlreiche Spielzeuge, Sportgeräte und kleine physikalische Experimente bereitgelegt.

Zwischen Unterwasserfrisbee und Ballspielen hatten die Teilnehmer riesigen Spaß an kleinen Luftdruck-Versuchen am Boden des Beckens oder ließen sich von Unterwasserfotograf Armin Trutnau ablichten. „Unter Wasser atmen zu können ist so cool“, freute sich nicht nur Anne über ihren ersten Tauchgang. „Das war echt Bombe, vor allem das Auf- und Abtauchen“, zeigte sich Lennart begeistert.

Zwischen den einzelnen Tauchgängen begaben sich die Gewinner auch auf Entdeckungstour außerhalb des Beckens. An der Biologiestation zeigte Rebecca Schaffeld den Kindern zahlreiche Kurzfilme über die Vielfalt der heimischen Wassertierwelt und gab interessante Einblicke in die Tiefen des Niederweimarer Sees, den die Vereinsmitglieder regelmäßig betauchen und kontrollieren.

Besonderen Spaß hatten die Kinder an einem übergroßen Modell des menschlichen Ohrs samt Gehörgang, an dem Vereinsmitglied Martin Stümpfig anschaulich die Auswirkungen des Wasserdrucks auf den Organismus zeigte.

Mit Begeisterung vergnügten sich die Kinder auch anderweitig im und rund um das Becken. Wettschwimmen und eine feuchtfröhliche Wasserschlacht durften an diesem Tag natürlich nicht fehlen. Auch die Trainer bekamen ihren Teil ab und wurden ausgiebig nass gespritzt.

Nach der ausgiebigen Entdeckungstour in die Unterwasserwelt waren die Teilnehmer fix und fertig, aber rundum zufrieden und stolz auf ihre neu erworbenen Tauchfähigkeiten. „Es war echt toll heute“, fasste Anne den Tauchertag zusammen und bekräftigte: „Ich will auf jeden Fall weitermachen.“

von Ina Tannert

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