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Schweinsberg stellt Tracht des Jahres

Brauchtum Schweinsberg stellt Tracht des Jahres

Trachten sind für das Auge ein Spiegel der schöpferischen Vielgestaltigkeit, heißt es. Um die schönsten Trachten vorzustellen, wählt die Hessische Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege ihre Tracht des Jahres.

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Beim Hessentag 2010 in Stadtallendorf führten die Schweinsberger Ortsvereine die Tracht im Hochzeitszug vor.

Quelle: Thorsten Richter

Schweinsberg. Der Bezirksvorstand Mitte der Hessischen Vereinigung für Tanz-und Trachtenpflege hat die Schweinsberger Frauentracht zur Tracht des Jahres 2013 gewählt. Der trachtenreichste Bezirk Hessens will diese Volkskunst mit jeweils einer seiner Trachten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

Seit 2006 wird bundesweit der Tag der Tracht gefeiert und eine Tracht zur Deutschen Tracht des Jahres gekürt. Um die Vielfalt der heimischen Tracht zu dokumentieren, küren die Brauchtumspfleger deshalb auch die Tracht des Jahres im HVT-Bezirk Mitte. Die Trachtengala folgt damit den bisherigen Proklamationen der Trachten der Jahre 2006 bis 2012.

In dem Buch „Die Schweinsberger Frauentracht“ wird beschrieben, dass die kleine weiße Kappe, die auf der Vorderseite mit zwei perlenbestickten Blümchen verziert ist, zu den Auffälligkeiten der Schweinsberger Tracht gehört.

Die über dem Leibchen getragene Frauenjacke mit angeschnittenen Ärmeln, der sogenannte Hanspeter, hat hinten einen Ausschnitt, in dem man ein buntes Halstuch trägt. Gefertigt war es je nach Anlass und Jahreszeit aus Woll-, Seiden- oder Samtstoff in verschiedenen Farben, jedoch einfarbig mit oft gleichfarbenen Blumen.

Angefangen von der Tracht des Amtes Biedenkopf (Delmutschentracht), der Evangelischen Marburger Tracht, der Katholischen Marburger Tracht, der Untergerichtstracht des Breidenbacher Grundes bis hin zur Rauschenberger Tracht, der Obergerichtstracht des Breidenbacher Grundes und der Tracht des Amtes Blankenstein, die sogenannte Schneppekappentracht im Jahr 2012 reiht sich die Schweinsberger Frauentracht nahtlos in die Reihe der vielfältigen Trachten des Bezirkes ein.

Jürgen Homberger, Eckhard Hofmann und Elisabeth und Helmut Hahn ist es zu verdanken, dass die Schweinsberger Frauentracht, die von keiner Trachten- oder Brauchtumsgruppe getragen wird, nicht ganz in Vergessenheit geraten ist. In mühevoller Kleinarbeit stellten sie alles Wissenswerte über die Tracht zusammen und präsentierten ihre Ergebnisse in den Publikationen „Wie sei mer da gemostert“ und die „Schweinsberger Frauentracht“. Helmut Hahn erläuterte, dass trotz der schon lange währenden Stadtrechte aus dem 14. Jahrhundert Schweinsberg seinen dörflichen Charakter bis zur Gegenwart beibehalten habe. Diese Sonderstellung als „städtisches Dorf“ habe dazu geführt, dass sich eine eigenständige Frauentracht entwickeln konnte. Diese wurde von der Stadtmode und den benachbarten Marburger Trachten beeinflusst, so der Trachtenkenner.

Die Autorin Ursula Ewig fasste ihre Gedanken zur Tracht so zusammen: „Wie die Mundarten unserem Ohr den Klang der Muttersprache in unzähligen Variationen darbieten, so sind die Trachten für das Auge ein Spiegel der schöpferischen Vielgestaltigkeit des Volkstums.“

Am 20. Oktober, dem bundesweiten „Tag der Tracht“, wird die „Schweinsberger Frauentracht“ offiziell gekürt. Mit dem Gottesdienst in der Stephanskirche zu Schweinsberg und der Vorstellung der Tracht des Jahres im Bezirk Mitte wird um 14 Uhr die Trachtengala eröffnet. Ab 15.30 Uhr gibt‘s im Bürgerhaus zu Schweinsberg Kaffee und Kuchen. Grußworte werden gesprochen.

Gegen 16.15 Uhr werden die Kindergruppe aus Erksdorf, die Trachtengruppe Niederklein, die Erwachsenengruppe Erfurtshausen und die Brauchtumsgruppe Obereisenhausen einen Querschnitt aus hessischen und deutschen Volkstänzen zeigen.

Die „Junge Musik in Mitte“ und der „Trachtenchor“ des Bezirkes bereichern den Nachmittag musikalisch. Gegen 17.30 Uhr soll die Trachtengala enden.

von Erich Frankenberg

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