Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Schweinischer Protest

Protest und Aufklärung Schweinischer Protest

Mit ihrem Grunz-Mobil demonstrierten am Dienstagnachmittag Mitarbeiter der Albert-Schweitzer-Stiftung in Marburg gegen Massentierhaltung.

Voriger Artikel
Forderung nach mehr Denkmälern für Frauen
Nächster Artikel
Top-Forscher lehrt an Uni Marburg

Carsten Halmanseder und Yvonne Flöper demonstrierten am Marktplatz vor ihrem „Grunzmobil“ gegen Massentierhaltung. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Mit zwei großen künstlichen Schweinen auf dem Wagen und im Kuh-Kostüm verkleidet erinnerten Yvonne Flöper und Carsten Halmanseder, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“, die Marburger Bevölkerung an die schlimmen Zustände in der Massentierhaltung. Die Stiftung setzt sich für den Schutz und die Rechte der Tiere ein und will „leidvolle Tierhaltung“ abschaffen.

„Viele Menschen sind in Wahrheit gegen die Massentierhaltung. Wir müssen eine Alternative dazu finden. Natürlich ist es nicht möglich, 80 Millionen Menschen zum Biometzger zu schicken. Aber moderne Kenntnisse zeigen, dass der Fleischverzehr auch nicht gesund ist und dass der Mensch sich auch vegetarisch oder vegan ernähren kann“, sagte Halmanseder.

Mit seiner Kollegin Yvonne Flöper sprach er die Menschen auf dem Marktplatz an. „Massentierhaltung betrifft auch noch andere Aspekte, wie zum Beispiel Ressourcen- und Naturabnutzung. Der Fleischkonsum geht allgemein zurück. Selbst in den USA sind 17 Prozent der Studenten Vegetarier. Und in deutschen Mensen werden zum Beispiel immer vegetarische Speisen angeboten“, sagte Halmanseder. „Vom Discounter bis zum Biomarkt: der Trend geht eindeutig in Richtung fleischlose Ernährung.“

„Sind Schweine nur Tiere zum Verzehr?“

Mit der Präsentation am Marktplatz wollten die Mitarbeiter der Stiftung auch auf scheinbar normale Umstände aufmerksam machen. Mit dem Motto „Wen streicheln? Wen essen?“ sollte veranschaulicht werden, warum zum Beispiel Schweine nur als Tiere zum Verzehr angesehen werden, wobei es in anderen Kulturkreisen durchaus anders ist.

„Um Massentierhaltung geht es immer, wenn Tiere den Haltungsbedingungen angepasst werden und nicht die Bedingungen an die Tiere“, sagte Halmanseder.

Am Beispiel einer sogenannten „Abferkelbucht“, die auch auf dem „Grunzmobil“ aufgebaut war, wurden die Missstände der Massentierhaltung verdeutlicht. „98 Prozent der Sauen werden so gehalten, um die Ferkel zu säugen. Fast die Hälfte ihres Lebens verbringen sie auf diesem engen Raum. Man macht dies angeblich zum Schutz der Ferkel, aber in der Natur sind die Ferkel auch nicht geschützt und überleben. Die Schweine können sich nicht einmal darin drehen“, sagte Halmanseder.

Aus seiner Sicht war die Aktion in Marburg erfolgreich: Es fanden sich viele Befürworter der Kritik, und die Liste der Menschen, die per E-Mail mehr zum Thema erfahren will, wurde schnell sehr voll.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr