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Schutzengel von der Kita bis in die Rente

Kreisverkehrswacht Schutzengel von der Kita bis in die Rente

Nächstes Jahr feiert die Kreisverkehrswacht Marburg ihr 60-jähriges Bestehen. Doch vielen ist nicht bewusst, was der Verbund vieler Ehrenamtlicher eigentlich im Alltag leistet. Vorweg gesagt: Es ist eine ganze Menge.

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Jährlich stattet die Kreisverkehrswacht viele Kindergärten im Kreis mit Tretrollern aus. Hier werden sie fürs Foto von Erzieherinnen „probegefahren“.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Jeder kennt die Schilder, die zum Ende der Sommerferien auf Schulanfänger im Straßenverkehr aufmerksam machen. Und viele von uns haben den Fahrradführerschein mit Unterstützung der Kreisverkehrswacht gemacht. Dass dies alles auf die Arbeit, die Beiträge und Spenden von vielen ehrenamtlichen Helfern zurückgeht, wird einem selten bewusst.

„Tue Gutes und rede darüber“, heißt es ja immer. Ersteres macht die Kreisverkehrswacht um den Vorsitzenden Klaus Schnitzky. Beim zweiten Teil der Redensart ist noch Luft nach oben, das wissen die Verkehrsexperten. Denn in der Verkehrswacht treffen sich die, denen das sichere und rücksichtsvolle Miteinander im Straßenverkehr besonders am Herzen liegt: Fahrlehrer, Polizisten, aktive oder ehemalige Beamte im Verkehrswesen. Und „sie machen es einfach“, wie ihre Vorgänger, seit vielen Jahren. Das fängt mit Malbüchern und Tretrollern für die Kindergärten des Kreises an, mit denen die Kleinen spielerisch an das Thema herangeführt werden. Es geht weiter mit der Betreuung der Verkehrsschulen in Dautphe, Marburg und Stadtallendorf, wo die vierten Klassen ihre Radfahrausbildung machen. Dann ist da die Ausbildung von Schülerlotsen. Die Verkehrswächter informieren auf Elternabenden zum Thema „Kind und Verkehr“ und bieten Verkehrs- und Aktionstage, bei denen die Motorik und Geschicklichkeit der Schüler geschult wird - ein zunehmendes Problem, wie Schnitzky und sein Vorstandkollege Werner Luckhardt festgestellt haben. Heute könnten 18 Prozent der Viertklässler, die zur Radfahrausbildung kommen, noch nicht Fahrrad fahren.

Eine andere wichtige Zielgruppe sind die jungen Fahrer, für die es eine Reihe von Schulungen gibt. Am eindrucksvollsten sind meist Simulatoren wie der Gurtschlitten, der einen Unfallaufprall nachspüren lässt, oder Gerätschaften, mit denen sich das eingeschränkte Reaktionsverhalten bei Alkoholfahrten nachstellen lässt.

Daneben sind Seminare für verkehrsauffällige junge Kraftfahrer ein wichtiger Teil der Arbeit, so Luckhardt. Die Teilnahme an einem solchen Kurs ordnen Amtsrichter als Auflage in ihrem Urteil an. Dort wird mit den Teilnehmern über Themen wie Alkohol und Drogen am Steuer, Unfälle durch risikoreiches Fahren oder zu hohe Geschwindigkeit gesprochen, über Rücksichtnahme, aber auch über die rechtlichen Konsequenzen bei weiteren Verfehlungen im Straßenverkehr.

Für die Generation zwischen 25 und 50 Jahren bietet die Verkehrswacht Fahrertrainingsveranstaltungen an. Allerdings, gibt Schnitzky zu, sind die Kinder, junge Fahrer und die Senioren doch die, die am stärksten im Fokus der Arbeit der Verkehrswacht stehen. Für die Über 50-Jährigen gibt es unter anderem neben Seh- und Reaktionstests auch Veranstaltungen zu Änderungen bei Verkehrszeichen oder dem Umgang mit moderner Fahrzeugtechnik. Damit trägt man der Tatsache Rechnung, dass viele Autofahrer sich nach dem Erwerb des Führerscheins kaum noch weiterbilden. Schnitzkys Erfahrung: Alte Menschen montierten sich zwar den WC-Sitz höher, im Auto werde auf hilfreiche Extras aber längst nicht so geachtet.

Beteiligt sind die Verkehrswächter im übrigen auch an Verkehrsschauen der Kommunen. Und nicht zu vergessen sind die Ehrungen verdienter Kraftfahrer, die die Verkehrswacht für 25, 40 und 50 Jahre unfallfreies Verhalten im Straßenverkehr verleiht.

von Michael Agricola

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