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Schutzengel im Rosen-Rausch

Geschenk für treue Pflegerin Schutzengel im Rosen-Rausch

Mehr als drei Jahrzehnte pflegte Waltraud Büttel eine 90-Jährige Marburgerin. Zum Dank erhielt die Helferin 33 Rosen - von einer Ex-Patientin, die im Laufe der Zeit zu einer Freundin wurde.

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Waltraud Büttel (rechts) sorgt seit Jahrzehnten für die 90-jährige Marga Stafunsky. Wie es sonst nur in Unternehmen üblich ist, gab es nun zum Dank für 33 Jahre Treue 33 Rosen .Foto: Matthias Weber

Marburg. 33 Jahre - logisch, dass es dann 33 Rosen gibt. So dachte Marga Stafunsky sich das. Die 90-jährige Rentnerin möchte sich mit dieser Geste bei ihrer Pflegerin Waltraud Büttel für die vergangenen Jahre bedanken. Denn ohne ihre Hilfe wäre vieles für Stafunsky nicht möglich gewesen. „Für diese lange Arbeit bin ich ihr sehr dankbar“, sagt die Marburgerin.

Stafunsky hatte vor 33 Jahren einen schweren Sturz und verletzte sich dabei ihr Knie. Von da an konnte die ehemalige Arzthelferin nicht mehr gut laufen. In einer orthopädischen Praxis lernte sie letztendlich ihre spätere Helferin kennen: Waltraud Büttel.

Ursprünglich sollte Büttel, die in der Praxis gearbeitet hat und inzwischen auch Rentnerin ist, Stafunsky nur für sechs Wochen pflegen. Aus diesen sechs Wochen sind mittlerweile 33 Jahre geworden. „Aber wir sind noch nicht zu Ende“, sagt Stafunsky. Den beiden Damen war anzumerken, dass aus der einstigen Pflegebeziehung ein „sehr persönliches und herzliches Verhältnis“, wie es Stafunsky nennt, gewachsen ist.„Ich habe auch immer meine Mutter gepflegt“, sagt Büttel. Die Arbeit war daher keine neue Herausforderung für sie, auch wenn es damals sehr stressig für sie war.

Seit Anfang der 1980er-Jahre kommt die 80-jährige Rentnerin zwei bis drei Mal in der Woche, um für Stafunsky Botengänge zu erledigen und Essen zu kochen. „Für mich stand immer vor allen Dingen der gute Wille im Vordergrund“, sagt Büttel.

„Menschen, die viele Jahrzehnte in einer Firma arbeiten, werden ja auch für ihre Treue und Mitarbeit geehrt. Für mich war es daher klar, dass ich auch der Frau Büttel zu Dank verpflichtet bin. Im Laufe der Zeit haben wir uns immer besser kennengelernt und vom Leben des jeweiligen anderen etwas miterlebt“, sagt Stafunsky. Nach 33 Jahren komme man sich eben automatisch näher.

Über die häusliche Hilfe hinaus, versuchte Büttel, so oft wie möglich für Stafunsky da zu sein. Der 90-Jährigen war eine Sache besonders wichtig: „In diesen 33 Jahren kam sie nicht mehr als drei mal zu spät. Außer wenn das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und Glatteis oder Schnee im Weg standen, war sie immer pünktlich und zuverlässig.“

Waltraud Büttel sei ihr „Schutzengel“, der sie in die Zukunft begleiten werde.

von Matthias Weber

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