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Schutzbund fordert mehr Kinderrechte

Tag der gewaltlosen Erziehung am 30. April Schutzbund fordert mehr Kinderrechte

Appell gegen Schläge, Tritte und Vernachlässigung: Die Marburger Gruppe des Deutschen Kinderschutzbunds (DKSB) fordert eine Verfassungsänderung in Hessen, um Kindern mehr Rechte zu gewähren.

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Kindesmisshandlungen sind Befürchtungen von Experten zufolge Alltag in Deutschland. Angezeigt werden Übergriffe aber kaum. Archivfoto

Quelle: Patrick Pleul

Marburg. Hintergrund des DKSB-Appells ist die Zahl der geschätzt 1,4 Millionen Kindesmisshandlungen pro Jahr in Deutschland. Besonders null- bis dreijährige, behinderte sowie verhaltensauffällige Kinder sind Expertenangaben zufolge von Übergriffen durch Eltern betroffen. 4600 Anzeigen zählten die Behörden 2012 bundesweit. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

„Kinder müssen mit Respekt behandelt und als eigenständige Rechtssubjekte ernst genommen werden“, heißt es in einem Schreiben vom Marburger DKSB, das am heutigen Tag der gewaltfreien Erziehung veröffentlicht wird. Als „deutliches Signal zur Stärkung der Kinderrechte in Hessen“ fordert der Verband die Verankerung der Kinderrechte in der hessischen Verfassung. In anderen Bundesländern sei das bereits Realität. „So wird die Verpflichtung von Staat und Gesellschaft zur Berücksichtigung der Belange von Kindern und Jugendlichen in allen Lebensbereichen deutlich verstärkt.“

Körperliche Gewalt in der Erziehung ist indes bei vielen Kindern anzutreffen: Nach deckungsgleichen Studien haben 75 bis 80 Prozent schon mindestens einmal einen „Klaps“ oder eine „Ohrfeige“ bekommen, 20 bis 30 Prozent haben eine schwerere Form von Misshandlung wie etwa Prügel erlitten. Die vermutlich häufigste Form der Misshandlung ist die Vernachlässigung - das Verweigern von Liebe oder materiellen Zuwendungen,

„Kinder sind Experten für ihre Angelegenheiten und müssen an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden. Sie brauchen Erwachsene, die sie darin bestärken.“

Auch unter häuslicher Gewalt - Übergriffen zwischen Erwachsenen - können Kinder leiden. Hessische Behörden zählenzwischen 7000 und 8000 Fälle von häuslicher Gewalt pro Jahr. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind es rund 250, in der Universitätsstadt Marburg etwa 75.

Zur Vorbeugung beteiligten sich 25 Apotheken in Marburg seit Ende 2013 an der Aufklärungs-Kampagne „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“.

von Björn Wisker

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