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Schulstandort Betziesdorf vor dem Aus

Zusammenlegung Schulstandort Betziesdorf vor dem Aus

Die Grundschulen Bürgeln und Betziesdorf werden im Sommer zusammen gelegt. Auf dem Papier, aber nur dort, bleibt der Schulstandort in dem Kirchhainer Stadtteil erhalten.

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Die Grundschule in Bürgeln ist ab dem Sommer nicht nur für Kinder aus dem Cölber Gemeindeteil geöffnet, sondern auch für Schüler aus dem Kirchhainer Stadtteil Betziesdorf.

Quelle: Andreas Arlt

Bürgeln. Ab dem kommenden Schuljahr werden die Grundschüler aus Betziesdorf nicht mehr im Verbund mit Anzefahr und Niederwald unterrichtet, sondern als Verbund mit der Grundschule Bürgeln. So wurde es im Schulentwicklungsplan des Kreises festgesetzt und sorgte für „intensive und teils kontroverse“ Diskussionen, wie der Erste Kreisbeigeodnete und Schuldezendent Dr. Karsten McGovern sagte. Vor allem die Eltern und der Ortsbeirat hatten die Sorge geäußert, dass mit dem Schulstandort ein wichtiger Baustein der örtlichen Infrastruktur in Zukunft verloren geht.

Deutlicher Kinderschwund in Betziesdorf

Zumindest auf dem Papier bleibt der Standort als Außenstelle der Grundschule Bürgeln auch noch erhalten. Der Unterricht wird ab dem kommenden Jahr aber ausschließlich in Bürgeln stattfinden, Teile des Unterrichtsmaterials und Inventars zieht mit um. Über die weitere Nutzung des Gebäudes „ist noch keine Entscheidung getroffen worden“, sagte McGovern.

Die Eltern hätten sich am Anfang noch „enttäuscht gezeigt, nicht in den politischen Entscheidungsprozess mit einbezogen geworden zu sein“, wie der Cölber Schulleiter Wilhelm Hüls, der derzeit auch für die Grundschule Bürgeln zuständig ist, betonte. Letztendlich hätte sich jedoch die deutliche Mehrheit, laut schriftlicher Befragung des staatlichen Schulamtes und der Grundschule Bürgeln über 90 Prozent, für das pädagogische Konzept mit einer Beschulung der Kinder am Standort Bürgeln ausgesprochen.

Zum Hintergrund: Im kommenden Schuljahr besuchen nur noch 24 Kinder die Grundschule Betziesdorf. Damit wären automatisch alle Schüler in einer Klasse unterrichtet worden und nicht mehr in zweien. In sechs Jahren - diese Zahl lässt prognostizieren, da die entsprechenden Kinder bereits geboren und lediglich Zu- und Wegzüge Unbekannte sind - würden nur noch 14 Schüler die Grundschule in Betziesdorf besuchen. Unter 13 Schülern wird ein Schulstandort automatisch geschlossen, da vom Land keine Lehrkräfte mehr zugewiesen werden.

Durch die Zusammenlegung mit Bürgeln, wo es bisher zwei Klassen gab, wird es ab dem kommenden Schuljahr drei Jahrgänge geben. Die Klassen 1 und 3 werden zusammen unterrichtet. Die Jahrgänge der 2. und 4. Klasse bleiben eigenständig.

„Die Frage, was den Kindern zugemutet würde, falls der Unterricht an zwei Standorten stattgefunden hätte, hat sicherlich eine große Rolle bei der Entscheidung gespielt“, sagte Gudrun Schröder vom staatlichen Schulamt in Marburg.

Weitere Gründe für die Entscheidung sieht McGovern. So sei es von Betziesdorf ein kürzerer Weg nach Bürgeln. Zudem sei die Möglichkeit zur Betreuung, bis 14 Uhr und einer zusätzlichen Stunde Hausaufgabenhilfe, in Bürgeln besser. „In Niederwald sind da die Kapazitäten ausgereizt“, sagte McGovern.

Mehr Fachunterrichtfür die Schüler

Ab 2013/14 wird dann eine zusätzliche Lehrkraft in Bürgeln eingesetzt. „Je weniger Kollegen zusammen arbeiten, desto größer ist auch die Aufsichtsproblematik und es findet weniger Austausch zwischen Fachkollegen statt“, sagte Hüls zu den Vorteilen. Die Kinder hätten in kleineren Gruppen zudem einen kleineren sozialen Bezugsrahmen. „Außerdem wird das Spektrum des fachgerechten Unterrichts vergrößert“, so Hüls.

von Andreas Arlt

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