Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Schulleiter als künftige Manager

Ministerbesuch Schulleiter als künftige Manager

In Schulen investieren, aber Schulden bremsen: Das will die Landesregierung, wie Finanzminister Schäfer am Montag am Gymnasium Philippinum erklärte.

Voriger Artikel
Kinder sollen lernen, gewaltfrei zu leben
Nächster Artikel
Osterfeuer im Landkreis

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer diskutierte am Montag mit Schülern der Jahrgangsstufe 12 des humanistischen Gymnasiums Philippinum.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Früchte des Konjunkturprogramms von Bund und Land können sich sehen lassen: Das Gebäude des Gymnasiums Philippinum ist so richtig modern geworden. Schulleiter Wolf-Dieter Stein spricht über sein nagelneues Büro scherzhaft von der VIP-Lounge, weil er von dort einen guten Blick auf den Pausenhof hat. Der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der gestern einen Vormittag am Philippinum verbrachte, stellte fest: „Das Büro ist fast so groß wie ein Ministerbüro“. Der Minister besichtigte die neuen Räume und nahm sich Zeit für Gespräche mit Schülern und Lehrern. Beide Gruppen, das wurde immer wieder deutlich, wollten vom Minister gerne hören, dass das Land nicht vor hat, in oder an Schulen zu sparen.

Der Landespolitiker erklärte, dass trotz aller Sparbemühungen weiter in Bildung investiert werde. Schäfer, der 1985 an der Lahntalschule in Biedenkopf Abitur gemacht hat und dort erstmals politisch tätig wurde, um ein Gegengewicht zur jungsozialistischen Schülervertretung aufzubauen, ist als Finanzminister kein Schulexperte. Doch da das Thema Finanzen auch am Philippinum eine große Rolle spielt, gab es reichlich Diskussionsstoff. Mit dem „kleinen Budget“ werde das Philippinum einen ersten Schritt zur Selbstständigkeit gehen, berichtete Stein. „Wir wissen noch gar nicht, was auf uns zukommt“, erklärte er dem Minister. Er als Schulleiter müsse ein Budget verwalten. „Ein Finanzminister an der Schule wäre gut“, so Stein. Schäfer gab ihm Recht: „Als sie Lehrer wurden, wussten Sie nicht, dass Sie Manager und ein Unternehmen führen werden“. Stein konterte: „Die Ausbildung habe ich dafür nicht, und mir fehlt die Verfügungsgewalt eines Managers“.

Schäfer erklärte, dass Schulen, die ihr eigenes Geld verwalten, mehr Freiräume haben. „Der Freiraum macht einigen Angst“. Lehrer Dr. Christoph Rube-Vestweber erklärte, dass einige Kollegen befürchten, dass dadurch letztendlich an Schulen gespart werde.

von Anna Ntemiris

Mehr lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der OP und bereits am Montagabend auf Ihrem iPad.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr