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Schule will sich nicht abspeisen lassen

Essen Schule will sich nicht abspeisen lassen

Eine der größten Schulen, in der auch das Abendgymnasium untergebracht ist, hat bald nicht mal mehr eine Caféteria. Ein Armutszeugnis für eine Stadt wie Marburg, sagt Direktor Norbert Herlein.

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Derzeit können die Schüler in der kleinen Cafeteria Gebäck und Snacks kaufen, allerdings nur bis 11.30 Uhr. Zum 30. Juni will der Anbieter den Verkauf in der Schule einstellen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Erst hat er - vergeblich - für den Bau einer Schulsporthalle gekämpft, jetzt fordert er eine Mensa: Norbert Herlein, Leiter der Adolf-Reichwein-Schule in Marburg, appelliert erneut an den Magistrat, sich für die Belange seiner Schüler einzusetzen. 1700 Schüler - viele kommen von weit her - besuchen die berufliche Schule in der Weintrautstraße, abends kommen zudem die Abendschüler. Und neuerdings nutzen auch die Mittelstufenschüler von Theodor-Heuss-Schule und Friedrich-Ebert-Schule die Labore der ARS.

In der Schule herrscht also von 7.30 bis 22 Uhr Hochbetrieb. Doch ab 11.30 Uhr gibt es derzeit kein Essensangebot mehr. Die Jugendlichen strömen mittags zum gegenüberliegenden Bäcker oder ins Fast-Food-Restaurant.

Aber auch vormittags sei die Verpflegung nicht mehr zeitgemäß. In der kleinen Cafeteria bietet eine Firma Snacks, Getränke und Brötchen an. Die Firma habe zudem erklärt, ihren Verkauf zum Ende des Schuljahrs, zum 30. Juni, ganz einzustellen.

Dann dürften sich die Fast-Food-Anbieter noch mehr über Kundschaft freuen, so Herlein zynisch. Aber er wolle die Situation nicht länger akzeptieren, fügt er hinzu. Der Schulleiter hat inzwischen alle Fraktionen angeschrieben und wartet nun auf eine Entscheidung der Stadt.

Mensa soll Platz für zirka 200 Schüler bieten

Die Adolf-Reichwein-Schule benötige angesichts Ihrer täglichen Schülerzahlen mittags moderne Mensa beziehungsweise Cafeteria mit einem Sitz­angebot für zirka 200 Schüler - „mit einem ökologisch wertvollen Frühstücks- und warmen Mittagessen-Angebot“.

Für die Zeitphase von 16.30 bis 20 Uhr müsse diese Mensa zugleich den Studierenden des Abendgymnasiums und der Abendrealschule Marburg ein sachgerechtes Snackangebot unterbreiten, sagt Herlein. „Die Gestaltung dieser Mensa sollte sich hierbei an den Kriterien der Mensen in der Umgebung und der Schülerzahl orientieren. Hierbei verweise ich zum Beispiel auf die Größe der Mensa in der beruflichen Theodor-Litt-Schule oder der Alicenschule in Gießen. Das sind vorbildliche Beispiele für ein zeitgerechtes und zukunftsorientiertes Angebot in beruflichen Schulen.“

Das derzeitige „Cafeteriaangebot dritter Klasse“ sei „eindeutig auch ein Wettbewerbsnachteil im konkurrierenden Schulangebot für die Schüler in der Sekundarstufe II“, so Herlein. „Dieses, so denke ich mir, weiß der Magistrat und damit bin ich auch hoffnungsfroh, dass dieser gegenwärtig unhaltbare Zustand in 2014 sein Ende findet“.

Platz für eine Mensa sei auf dem großen Schulgelände reichlich vorhanden. Die Kosten schätzt der Schulleiter auf 500000 bis 1,5 Millionen Euro. „Ich will keine Planungsskizzen sehen, sondern Haushaltsmittel“, sagt er.

„Planungsalternativen werden entwickelt“

Marburgs Schuldezernentin, Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD), erklärt auf Anfrage der OP: „Wir wissen, dass an der Adolf-Reichwein-Schule an verschiedenen Stellen Nachholbedarf bezüglich Renovierungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen besteht. Wir sind aber auch mit der Schulleitung intensiv im Gespräch, um hier, so schnell es geht, Abhilfe zu schaffen.“

Weinbach weist darauf hin, dass derzeit Räume für die Gestaltungs- und Medientechnik umgebaut werden sollen. „Das hat überhaupt nichts mit der Essensversorgung zu tun“, so Herlein.

Zur Frage der Mensa sagte Weinbach, dass „verschiedene Planungsalternativen entwickelt werden“, die in einem weiteren Gespräch am 20. Mai mit der Schulleitung diskutiert werden sollen.

von Anna Ntemiris

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