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Schuften für den Grenzgang Ockershausen

Volksfest Schuften für den Grenzgang Ockershausen

Die Vorbereitungen für den Grenzgang Ockershausen laufen. Damit am Donnerstag und Freitag Hunderte entlang der Gemarkungsgrenzen rund um den Stadtteil wandern können, präparieren freiwillige Helfer die Strecke.

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Karl Greif (l.) und Norbert Allhenn bauen für den Grenzgang Ockershausen einen Mini-Steg am Lahnufer auf. Fotos: Björn Wisker / Kai Naumann

Marburg. Karl Greif (47) drückt das Gestrüpp zur Seite, wuchtet den Pfeiler in die Erde. Norbert Allhenn (67) schleppt zeitgleich ein langes Metallteil herbei. Mehrere Männer hieven den schweren Träger Zentimeter vor die Lahn. Ihre Aufgabe: Der Bau eines Mini-Stegs in den Fluss.Die Schufertei ist für die Ockershäuser Ehrensache, schließlich dient der Steg als Bühne, als Etappe während des anstehenden Grenzgangs am Donnerstag und Freitag.

Der Schlussteil der 8,5 Kilometer langen Route wird unterhalb der Gisselberger Straße an der Lahn entlang führen. Falsch, sagt Ludwig Schneider, Ex-Ortsbeiratsvorsitzender und Ockershausen-Kenner: „Die Grenze liegt eigentlich mitten auf beziehungsweise in der Lahn“, sagt er. Um der alten Grenze so nah wie möglich zu kommen, rammen er und die anderen Helfer Stützen in den Boden, legen Planken auf das kleine Stahlgerüst. Mit Rechen, Harke und Schaufel richten sie die paar Quadratmeter her, die an den Grenzgangtagen zur Bühne werden sollen. Zur Bühne für ein Mini-Schauspiel. „Das ist aber eher ein Gag“, sagt Schneider. Es soll um Mythen und Geschichten gehen, mehr möchte er nicht verraten. Überhaupt soll die Tour rund um den Stadtteil die Historie und Entwicklung ins Zentrum rücken - mit Hilfe von Kurzvorträgen durch Ockershausen-Experten. Vier markante Grenzsteine existieren noch heute. Die ältese Markierung stammt aus dem 16. Jahrhundert und steht im Wald.

Doch das Lahnufer ist nur eine von vielen Baustellen während der Festvorbereitungen. Etwa 60 freiwillige Helfer ackern seit Tagen in und um Ockershausen. Sie bauen Bühne und Zelt auf, richten das Feierareal rund um die Alte Schule im Dorfkern und die Rastplätze auf halber Strecke, etwas entfernt vom Polizeimuseum her.

Es soll eine Riesen-Party werden, die Alteingesessene und Neubürger ebenso verbinden soll wie die Generationen. „In puncto Musik halten wir den Donnerstag traditionell, mit Volkstümlichem und Schlagern“, sagt Kiefer. Am Freitagabend werde Ockershausen jedoch rocken. „Dann wird es modern, poppig und rockig. Auch viele junge Leute sollen dann ihren Spaß am Grenzgangfest haben“, ergänzt er. 300, 400 - wenn das Wetter mitspielt und sich am Vatertag noch einige Ausflügler der Wanderkarawane anschließen vielleicht 500 Teilnehmer, darauf hoffen die Organisatoren. Für Ältere steht ein Fahrdienst bereit, der sie zum Frühstücksplatz bringt, der aktuell ebenfalls noch hergerichtet wird.

„Grundsätzlich geht es uns darum, die Identität des Stadtteils lebending zu halten. Gerade der alte Dorfkern droht immer mehr vergessen zu werden, verloren zu gehen. Dabei ist Ockershausen ja ein super beliebtes Wohnviertel geworden. Gerade deshalb wäre es gut, wenn mehr Leute wissen, was es mit ihrem Stadtteil so alles auf sich hat“, sagt Schneider. Dazu zähle ausdrücklich auch der Tannenberg, das Areal in und um den Stadtwald. „Die Anwohner zählen genauso dazu wie alle anderen, wir hoffen, dass viele von dort am Grenzgang teilnehmen“, sagt Kiefer.

Am 9. Mai um 8 Uhr beginnt vor der Alten Schule die Andacht, danach startet der Marsch.

von Björn Wisker

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