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Schüler tauchen tief in die Geschichte ein

Geschichtswettbewerb Schüler tauchen tief in die Geschichte ein

Sie haben die Geschichte von Juden in der Region erforscht oder Quellen über ein früheres Waisenhaus in Marburg ausgewertet: Vier Schulen haben am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilgenommen.

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Mit Unterstützung ihrer Lehrer haben Schüler aus Marburg und dem Kreis acht Beiträge beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eingereicht. Dr. Bernhard Rosenkötter (rechts, Mitglied der Jury) gratulierte den heimischen Teilnehmern.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Für die Stadt und den Kreis ist es ein voller Erfolg: Am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, der alle zwei Jahre stattfindet, haben sich vier heimische Schulen mit acht Projekten beteiligt. Mit dabei waren das Gymnasium Philippinum und die Elisabethschule aus Marburg, die Mittelpunktschule Wohratal und die Lahntalschule in Biedenkopf. Drei der Beiträge sind dabei prämiert worden.

Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Gott und die Welt - Religion macht Geschichte“. Dr. Bernhard Rosenkötter, im Staatsarchiv in der Archivpädagogik beschäftigt und Mitglied der hessischen Wettbewerbs-Jury, erklärte, dass 1639 Beiträge in ganz Deutschland eingereicht wurden - darunter 86 aus Hessen. Während die Marburger Schulen schon häufiger mitgemacht hätten, freue er sich, dass erstmals auch zwei weitere Schulen aus dem Landkreis Projekte eingereicht haben. „Die Schüler haben, alleine, in Gruppen oder mit der ganzen Klasse, sechs Monate Zeit für ihre Beiträge“, erklärte er das Verfahren. Dabei müssen die Schüler eine eigene Forschungsleistung erbringen - mit Bezug zur Heimat oder der eigenen Familie - und das Ergebnis dann schriftlich, als Video, Theaterstück oder Ausstellung darstellen.

Unter den Beiträgen werden dann laut Rosenkötter von den jeweiligen Jurys in den Bundesländern die Sieger ausgewählt. In Hessen durften jeweils 13 Landessieger und Förderpreise­ verliehen werden. „Alle acht ­Arbeiten aus Marburg und dem Landkreis haben alle Kriterien erfüllt und waren preiswürdig“, erklärt Rosenkötter. Die Jury hatte dann die schwierige Aufgabe, die Arbeiten zu vergleichen und die Sieger auszuwählen.

Die Oberstufenschüler der Gymnasien haben ihre Arbeiten teilweise als Ersatzleistung für eine mündliche Prüfung im Abitur erbracht. „Es war wirklich interessant und ich würde­ anderen Schülern raten, sich auf den Wettbewerb einzulassen“, sagte Adrian Gutschank aus Biedenkopf. „Allerdings ist es neben dem Abistress im letzten Jahr schon eine Herausforderung.“ Die Weihnachtsferien­ habe er, ebenso wie die anderen Oberstufenschüler, dann nicht zum Ausspannen genutzt, sondern um seine Forschungsergebnisse zu Papier zu bringen. „Ich habe viel gelesen und während des Schreibens kam dann immer mehr dazu, was ich schreiben wollte“, erklärt Helena Murk von der Elisabethschule. Spaß habe es gemacht, aber es sei eben auch anstrengend gewesen, urteilte Annika Krusche. „Ich würde es kein zweites Mal machen - aber ich würde anderen Schülern empfehlen, in zwei Jahren beim nächsten Wettbewerb mitzumachen.“

„Es war toll, mehr über meine Vorfahren zu lernen“

Abistress hatte Marvin Boucsein aus der Mittelpunktschule Wohratal nicht. Mit seinen Mitschülern zusammen hat der Sechstklässler daher auch im Unterricht forschen können. „Es war toll, mehr über meine Vorfahren zu lernen und die Historie zu erfassen“, sagte er.

Geforscht haben die Teilnehmer etwa über Juden im Hinterland oder in Ebsdorf, über Katholiken als Minderheiten im Hinterland, über Fluchtgeschichten und über das evangelisch-lutherische Waisenhaus in Marburg. Für ihre Arbeit über das Waisenhaus bekam Helena Murk einen Förderpreis, ebenso Moritz Pfeifer für seine Forschung zu Juden im Hinterland. Annika Krusche ist eine der Landessiegerinnen mit ihrer Arbeit über ihren Großonkel Werner Krusche, der Bischof in der DDR war und sich für Religionsfreiheit eingesetzt hatte.

Die OP stellt die Themen und Ergebnisse der jungen Geschichtsforscher in loser Folge in den nächsten Wochen vor.

von Patricia Grähling

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