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Schüler sagen bye bye zu Top-Lehrer

Schule Schüler sagen bye bye zu Top-Lehrer

Vor seiner heutigen offiziellen Verabschiedung stellte sich der langjährige Schulleiter Hans-Werner Gerber mutig und ehrlich den vielfältigen Fragen seiner letzten Schulklasse.

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Hans-Werner Gerber inmitten seiner letzten Schulklasse. Als die Schüler von der OP gefragt wurden, ob sie das Abschiedsinterview führen wollen, waren alle mit Eifer dabei. Foto: Götz Schaub

Marburg. Klassensprecherin Jana: Wie bist du auf den Beruf Lehrer gekommen?

Hans-Werner Gerber: Ich wollte erst Volks- oder Betriebswirtschaft studieren. Jedenfalls wollte ich nach der Schule von Zuhause weg, ein eigenes Zimmer haben. Ich bin dann nach Gießen und letzlich Lehrer geworden. Ich habe meine Berufsentscheidung nie bereut.

Jannik: Wie lange warst du Schulleiter in Cyriaxweimar?

Gerber: Also 30, 31, hm vielleicht auch 32 Jahre. Da müsste ich jetzt mal genauer nachzählen, jedenfalls waren es doch über 30 Jahre. Insgesamt blicke ich auf 42 Berufsjahre.

Laura: Was hättest du auf keinen Fall arbeiten können?

Gerber: Auch da muss ich jetzt nachdenken. Ich habe als Jugendlicher und junger Mann in den Ferien in vielen Sparten gearbeitet. Aber Altenpfleger würde mir wohl nicht liegen - und Metzger auch nicht.

Kim: Was ist dein Lieblingstier?

Gerber: Ich mag Katzen, ganz klar. Ich hatte nie mehr als eine auf einmal, aber das waren immer enge Beziehungen. Da war ich immer sehr traurig, wenn sie nicht mehr da waren.

Anna: Welches Deo benutzt du?

Gerber: Ich habe recht empfindliche Haut. Ab und an nehme ich ein Deo-Stift, sonst wasche ich mich lieber.

Finn: Hörst du gerne Musik?

Gerber: Also eigentlich dudelt bei mir zu Hause, und auch im Auto, immer das Radio. Vorrangig höre ich Rock und Pop aus verschiedenen Jahrzehnten. Heavy Metal ist aber nicht mein Fall.

Lorna: Wie hast du denn die Uschi kennengelernt? (Uschi ist seit zwei Jahren Hans-Werner Gerbers Frau. Sie war unter anderem als Betreuungsperson mit auf Klassenfahrt)

Gerber: Zufällig. Nach einer gewissen Zeit alleine, ich war ja schon einmal verheiratet, habe ich eine kleine Anzeige aufgegeben. Uschi war die letzte, die sich meldete, und jetzt sind wir glücklich verheiratet.

Lucas: Was ist dein Lieblingsessen?

Gerber: Also Rindersauerbraten mit Rotkraut und Klößen, aber auch Fisch mit einem schönen Salat dazu. Ich bin nicht der Freund von Hamburgern. Pizza mag ich auch nur, wenn sie selbst gemacht ist.

Marico: Hast du einen Lieblingsfilm?

Gerber: Das würde ich nicht sagen. Aber sehr beeindruckt hat mich Avatar in 3D-Technik.

Lea: Was waren deine Lieblingsfächer in der Schule?

Gerber: Ich habe das gerne gemacht, was ich euch auch unterrichte: Mathe, Deutsch und Sachunterricht - und Sport.

Jolina: Was sind deine Hobbys?

Gerber: Also im Urlaub schau ich mir gerne etwas an. Alte Sachen. Ich unternehme auch gerne Städtetouren oder Rundreisen etwa innerhalb der Türkei. Sonst spiele ich gerne Tischtennis und lese Bücher.

Michele: Was fandest du richtig peinlich?

Gerber: Oh ja, da war ich 15 Jahre alt. Ein Schulfreund hatte meinen Ranzen versteckt und ich bin dann ohne diesen nach Hause gegangen. Der Ranzen stand das ganze Wochenende auf einem Festersims im obersten Stockwerk der Schule. Bei einem Windstoß muss er dann irgendwann am Sonntag runtergerutscht sein. Er schlug direkt neben einem Kinderwagen auf, in dem das Kind des Hausmeisters lag. Nicht auszudenken, was hätte passieren können. Jedenfalls kam der Hausmeister dann am Montag wütend in die Klasse und brüllte: Wer ist hier Gerber? Obwohl ich nicht dafür konnte, war mir das sehr peinlich.

Liv: Wohin fährst du in den Urlaub?

Gerber: Das entscheidet sich meist spontan. Es gibt noch so viele Ziele. Auf den kanarischen Inseln fühle ich mich sehr wohl.

Niclas: Wie waren andere Klassen?

Gerber: Ich hatte fast immer dritte und vierte Klassen. Die Erstklässler erschienen mir immer als zu klein. Irgendwann musste ich dann aber auch eine erste Klasse übernehmen und merkte, dass es doch ein ganz anderes Unterrichten ist, wenn Kinder noch nicht lesen und schreiben können. Ich wüsste keine Klasse, von der ich sagen würde, dass ich froh war, sie wieder los zu sein. Wir hatten immer einen guten Draht zueinander. Die Klasse vor euch hatte ich vier Jahre lang. Da tut es einem schon leid, sie gehen lassen zu müssen.

Mira: Freust du dich auf den Ruhestand?

Gerber: Einerseits ja, dann kann ich endlich aufstehen wann ich will. Aber ich werde die Schule schon sehr vermissen. Aber raus ist raus, ich werde loslassen können. Sicher werde ich aber mal zu Veranstaltungen kommen.

Luca: Was machst du Zuhause?

Gerber: Nun, ich habe ein Haus, da fällt immer Arbeit an, gerade jetzt im Sommer.

Jeremy: Hast du einen Lieblingsfußballer?

Gerber: Nein, es gibt in einigen Mannschaften sehr gute Spieler, aber ich bin nicht so für den Starkult.

OP: Nach so langer Zeit, unterrichtet man dann auch Kinder von Eltern, die man selbst schon als Kinder unterrichtete?

Gerber: Oh ja, das bleibt nicht aus. Allein in dieser dritten Klasse sind es fünf Kinder, deren Eltern ich schon hatte. Es gab nie Eltern, die aufgrund ihrer Erlebnisse als Kinder mit mir Probleme damit hatten.

von Götz Schaub

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