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Schüler lernen, für sich zu kochen

Gesundheitszertifikat Schüler lernen, für sich zu kochen

„Wie viele Würfel Zucker enthält eine Flasche Ketchup?“, fragt Heike Grosser die Fünftklässler. Die Kinder recken der Leiterin des Staatlichen Schulamts in Marburg die Finger entgegen. „Zwei“ rät eines, „sieben“ ein anderes.

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Heike Grosser, leitende Schulamtsdirektorin, testet das Wissen der Kinder zum Thema Ernährung.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „22“, sagt Heike Grosser schließlich. „Mehr Zucker als in Tomaten.“ Die Leiterin des Staatlichen Schulamts ist an der Elisabethschule zu Besuch, um das Zertifikat „Ernährung und Verbraucherbildung“ zu überreichen, welches das Engagement der Einrichtung für Gesundheit würdigt.

Sogar noch mehr Zucker sei in einem Glas Rotkohl enthalten: 25 Stück Würfelzucker. „Wenn man selbst kocht, kann man selbst bestimmen, wie viel Zucker man verwendet.“

Denn Zucker ist ungesund und steht deshalb in der Ernährungspyramide oben, das haben die Fünftklässler schon gelernt. Aber nicht nur Theorie lernen sie in der Projektwoche, sondern auch Mahlzeiten zuzubereiten.

„Viele Kinder kommen nach Hause und schieben sich eine Tiefkühlpizza in den Ofen“, erklärt Christiane Pfefferl, die im Beratungsteam der Schule für Ernährung zuständig ist. Deshalb sollen sie lernen, für sich zu kochen.

Nicht nur die Fünftklässler, sondern alle Jahrgangsstufen der Elisabethschule beschäftigen sich mit dem Thema Ernährung. Im Projekt „Fit in die Zukunft“ versorgten sich im vergangenen Jahr die neunten bis zwölften Klassen selbst. Ein Drittel der Schüler kochte für die übrigen, die sich mit Theorie zu gesunder Ernährung befassten, außerdem mit Entspannung, Krafttraining und Aufmerksamkeitstraining.

Schüler kochten ein Benefiz-Essen

Andere bauten im Schulgarten Kürbisse an und verkauften auf dem Schulfest Suppe. Bei einer weiteren Aktion kochten die Schüler ein Benefiz-Essen, dessen Erlöse an die Partnerschule in Bolivien gespendet wurden.

Die fünften Klassen verteilen in der Apfelpause vom Rotary Club gespendetes Obst, das sie zu Schnitzen verarbeitet haben. „Der Wunsch nach gesunder Pausenverpflegung hat an der Elisabethschule eine lange Tradition“, erzählt Pfefferl. Bereits vor 30 Jahren hätten die Schüler die erdigen Karotten vom Markt geschrubbt.

Im Unterricht beschäftigen sie sich mit ethischen Fragen zu Ernährung wie zum Beispiel dem Thema Mindesthaltbarkeitsdatum.

„Sie bekommen erklärt, bei welchen Lebensmitteln es wichtig ist, auf das Datum zu achten und bei welchen nicht“, sagt Pfefferl. Außerdem gehe es um saisonales und regionales Obst und Gemüse. „Ich brauche keine Erdbeeren an Weihnachten.“

Das Zertifikat ist bereits das zweite, das die Elisabethschule erworben hat.

Bereits zum dritten Mal wurde das Gymnasium im Bereich Gewalt- und Suchtprävention ausgezeichnet.

von Freya Altmüller

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