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Schüler gehen dem Alltag auf die Spur

OP-Projekt Schüler gehen dem Alltag auf die Spur

Am Starttag war die OP in der Elisabethschule mit dabei und gab den Schülern der Klasse 8b einen Einblick in den Zeitungsjournalismus.

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Schüler lesen die OP in der Marburger Elisabethschule – Lara Sorany, Leyla Ghazi, Nele Westmeier und Sophie Elmshäuser mit Klassenlehrerin Katrin Ortwein (von links).

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Marburg. „Das ist normalerweise gar nicht unsere Zeit“, sagt Chefredakteur Christoph Linne (Foto: Richter), der an diesem Morgen um 8 Uhr zusammen mit drei OP-Redakteuren vor der achten Klasse steht. „Der Tag als Journalist beginnt in der Regel ein bisschen später, weil wir meistens noch bis zum späten Abend über aktuelle Themen berichten“, so Linne.

Schüler lesen die OP in der Marburger Elisabethschule.

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Die 8b ist eine der insgesamt 55 Klassen, die in diesem Jahr an einem der größten Bildungsprojekte im Landkreis teilnimmt. Sieben Wochen lang werden sich insgesamt 1270 Schüler im Rahmen des Projekts „Schüler lesen die OP“ intensiv mit der Zeitung auseinandersetzen. Während der Projektphase wird ihnen die Zeitung druckfrisch in die Schule geliefert und dort in den Klassen gelesen und besprochen.

Lukas Baumgart freut sich auf das Projekt. „Ich lese sonst nicht so viel Zeitung“, sagt der Vierzehnjährige. „Ich bin gespannt die Zeitungsartikel zu lesen und mehr über das zu erfahren, was hier und in der Welt passiert.“

Schüler schreiben bald auch eigene Artikel

„Blättert doch mal durch die Zeitung“, fordert Linne die Elisabethschüler auf. Rascheln. Kichern. „Was fällt euch auf?“. Schnell gehen die ersten Finger hoch. Die Schüler sehen Infografiken, Bilder, Leserbriefe, Kommentare, Interviews, Filmkritiken, Meldungen. Es stellt sich heraus: Texte können Tatsachen darstellen oder eine bestimmte Meinung vermitteln.

Wie ist das mit Bildern? Stellen sie eine Tatsache oder eine Meinung dar? „Eine Tatsache, weil es ja die Realität abbildet“, sagt eine Schülerin. Allerdings, wirft Linne ein, lohne sich ein skeptischer Blick, da Bilder schließlich auch nachbearbeitet werden könnten. Ein Mädchen, das hinter Ronja sitzt, ist sich sicher: „Karikaturen stellen auf jeden Fall eine Meinung dar.“

Ein Mädchen aus der ersten Reihe will wissen, warum sich auf dem unteren Rand der Zeitungsseiten fünf farbige Kästchen befinden. „Das ist ganz einfach“, erklärt Linne. „Für den Druck brauchen wir nicht nur die Druckerschwärze, sondern vier weitere Farben: blau, rot und gelb. Die Farbfelder dienen als Messpunkte für die Druckmaschine.“

Arbeitsplätz gesichert

Während der Projektpshase haben die Schüler auch die Gelegenheit über ein selbstgewähltes Thema zu schreiben, das sie vorher mit ihren Lehrern besprechen. Ronja Meier hat sich schon Gedanken gemacht. „Ich würde gern über die vielen Bauarbeiten in der Stadt schreiben“, verrät die Vierzehnjährige. Damit ist sie schon auf dem richtigen Weg. Da die OP sich als Sprachrohr der Region verstehe, sei es wichtig, Themen zu wählen, die hier vor Ort interessant sind, betont Linne „Was sollte ein Text noch sein?“. „Aktuell“, „interessant“, „neu“, „informativ“ findet die 8b. Im Idealfall treffen alle diese Charakteristika zu. Ist keines der Kriterien erfüllt, „dann ist es auch kein Thema für unsere Zeitung“, so Linne.

Zu der Zeitung haben die Schüler einige Fragen. Wie viele Exemplare werden täglich gedruckt (fast 30.000), seit wann gibt es die Zeitung (seit 149 Jahren), wie viele Mitarbeiter arbeiten bei der Oberhessischen Presse (120), welche Qualifikationen müssen die Mitarbeiter mitbringen und was passiert eigentlich, wenn die Zeitung mal nicht erscheinen kann?

Auch die zurückgewonnene Eigenständigkeit der OP ist ein Thema in der Schulstunde. „Ich habe gehört, dass Sie Ihren Großkonzern verlassen haben. Haben deswegen viele Menschen ihre Arbeit verloren?“, will ein Schüler wissen. „Nein“, klärt Linne auf. „Dieser Schritt hat vielmehr dafür gesorgt, dass viele Arbeitsplätze in der Region gesichert werden konnten.“

von Ruth Korte

Teilnehmer

Diese Schulen nehmen teil: Alfred-Wegener-Schule Kirchhain, Astrid-Lindgren-Schule Stadallendorf, Brüder-Grimm-Schule, Elisabethschule, Erich-Kästner-Schule, Freie Waldorfschule (alle Marburg), Georg-Büchner-Schule Staftallendorf, Gesamtschule Heskem, Grundschule Mengsberg-Momberg, Grundschule Niederklein, Grundschule Schweinsberg, Hilda-Heinemann-Schule Hommertshausen, Käthe-Kollwitz-Schule Marburg,, Landschulheim Steinmühle Marburg, Mittelpunktschule Wohratal, Otfried-Preußler-Schule Weidenhausen, Schule am Ortenberg Marburg, Sophie-von-Brabant-Schule Marburg, Wollenbergschule Wetter und die Henry-Benrat-Schule Friedberg.

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