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Schrägaufzug kommt nicht vor 2025

Planfeststellung Schrägaufzug kommt nicht vor 2025

Obwohl es in den nächsten Jahren nichts wird mit dem Schlossaufzug, soll das Stadtparlament die planerischen Voraussetzungen für den Bau in den Zwanziger Jahren schaffen.

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Erst, wenn der Fachbereich Physik auf die Lahnberge gezogen ist, kann eine „Aufstiegsanlage“ – im Volksmund Schrägaufzug – von der Wasserscheide bis zum Schloss gebaut werden.

Quelle: Montage: Sven Geske

Marburg. Der Magistrat brachte eine Beschlussvorlage ins parlamentarische Verfahren, die am Dienstag zunächst im Verkehrs- und Umweltausschuss behandelt wird. Darin soll das Parlament festhalten, dass „die Umsetzung einer modernen Aufstiegsanlage zum Landgrafenschloss vom Haus Wetter­gasse 43 über das Grundstück Renthof 5 zum Landgrafenschloss mit dem Aufstiegs­system WiLi weiterverfolgt“ und „eine spätere Realisierung ermöglicht“ wird.

Die Pläne sollen zunächst einem öffentlichen Beteiligungsverfahren unterzogen werden. Der Magistrat soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau schaffen. Die stadt­eigene Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau Marburg soll beauftragt werden, Kaufverhandlungen für das Gebäude Wettergasse 43 aufzunehmen, das als Talstation vorgesehen ist. Die Besitzerin des Gebäudes hatte im Vorfeld bereits ihre Bereitschaft zum Verkauf des Gebäudes signalisiert.

Physik-Neubau nicht vor 2025 fertig

Nachdem Universitätspräsidentin Professorin Katharina Krause in einem Schreiben an Oberbürgermeister Egon Vaupel aber klargestellt hatte, dass der Schlossaufzug für die Universität nicht vorstellbar sei, solange sich die Physikalischen Institute noch am Renthof befinden, will der Magistrat nun Fakten schaffen: Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wäre klargestellt, dass das Projekt nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben ist.

Die Universität wird das Gebäude am Renthof keinesfalls vor 2025 räumen können, sagte Uni-Sprecherin Dr. Susanne Langer der OP. Der Neubau der Physik auf den Lahnbergen sei in den Mitteln des Hochschulbauprogramms Heureka­ bis 2025 nicht enthalten. Allerdings sei ein späterer Umzug nach wie vor Bestandteil des „Masterplans“ der Universität für die Entwicklung des Standorts Lahnberge.
Vaupel selbst sagte der OP, für ihn sei die Mitteilung der Universität kein Beinbruch. Bauvorhaben diesen Ausmaßes müssten nun einmal in größeren Zeitzusammenhängen gedacht werden. „Mittelfristig“ nennt das Stadtoberhaupt die Planungen, die jetzt von einem Baubeginn nicht vor 2025 ausgehen.

Kosten: rund 2,3 Millionen Euro

Das unter dem Namen „Schrägaufzug“ bekanntgewordene Projekt hatte breite Unterstützung in Parlament und Bevölkerung gefunden. Der in diesem Jahr verstorbene Marburger Ehrenbürger Professor Dr. Reinfried Pohl hatte das Projekt mit einer millionenschweren Spende an die Stadt unterstützt. Mehr als 2 400 Marburger hatten in einer Unterschriftensammlung den zügigen Bau des Schlossaufzugs gefordert.

Nach der Projektstudie des Ingenieurbüros Schweiger, die im Sommer öffentlich geworden war, ist die Route von der Wettergasse 43 über den Renthof bis zur Nordterrasse des Schlosses auf einer schienengebundenen Aufstiegsanlage (WiLi) die einzig sinnvolle Variante. Die Kosten schätzt das Büro auf etwa 2,3 Millionen Euro zuzüglich des Kaufpreises für das Haus Wettergasse 43.

Der Bau eines Aufzugs wird immer im Zusammenhang mit der Fragestellung einer besseren touristischen Nutzung des Landgrafenschlosses diskutiert. Die Zugangsmöglichkeiten zum Schloss – zu Fuß, mit dem PKW oder dem ÖPNV, erst recht mit dem Rad – sind unzureichend und nur mit hohen Investitionen zu verbessern, heißt es in einem Papier des Magistrats. Ausgeschlossen ist für die fußläufigen Verbindungen zudem ein barrierefreier Zugang.

von Till Conrad

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