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Schönheitskönigin wälzt Gesetzbücher

Miss Hessen privat Schönheitskönigin wälzt Gesetzbücher

Miss Hessen ist Mareike Kiel schon, vielleicht kommt noch ein Titel dazu. Wie sich ihr Leben geändert hat und wie sie ihr Amt mit dem Studium vereinbart, erzählt die Miss im Gespräch mit der OP.

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Will nicht nur durch Schönheit überzeugen: die frisch gekürte Miss Hessen, Mareike Kiel, studiert Jura an der Philipps-Universität in  Marburg.

Quelle: Boris Roessler

Marburg.  „Ich war sehr überrascht, wie schnell sich so etwas verbreitet, am Abend nach der Wahl war mein Facebook-Profil gesprengt,“ berichtet Mareike Kiel. Hauptsächlich positive Rückmeldungen und Glückwünsche zur Wahl zur Miss Hessen erreichten die 24-jährige Jurastudentin über das soziale Netzwerk. „Ich musste mich eine Zeit lang durchklicken, bevor ich den Überblick hatte. Es waren mehrere hundert Nachrichten.“ Um die Fanpost besser ordnen zu können, hat sie schnell eine offizielle Facebook-Seite angelegt, auf der sie Bilder und Neuigkeiten veröffentlicht.

 

Vor ihrem Erfolg bei der Miss Hessen-Wahl hatte Kiel auch schon an anderen Vorentscheiden teilgenommen. Den meisten Kommilitonen und Freunden hatte sie diesmal zunächst nichts von der Anmeldung erzählt, um sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. „Die waren dann schon überrascht, das in der Zeitung zu lesen.“

Lehrbücher müssen mit ins ägyptische Ferienparadies

Erste Erfahrungen damit, im Rampenlicht zu stehen, sammelte Mareike Kiel beim Schultheater. Sich selbst in der Zeitung zu sehen ist auch nichts Neues für die 24-Jährige: „Als ich bei der Weltmeisterschaft 2006 beim Public Viewing war, kam ein großes Bild von mir beim Jubeln in die Zeitung, das war sehr unverhofft. Wenn man sich für Miss-Wahlen anmeldet, muss man damit rechnen. Aber es hat mich überrascht, wie schnell ­alles im Internet läuft.“

Als nächstes geht es für Mareike Kiel am 9. Februar für zehn Tage mit dem Miss-Germany-Tross nach Ägypten in ein Luxushotel. Dort sollen sich die Kandidatinnen auf das Finale am 28. Februar vorbereiten. Unter anderem steht ein Wettbewerb zum Thema „Miss Supertalent“ auf dem Programm. Welche Begabung sie dort präsentieren wird, muss sie noch überlegen. „Mein größtes Talent ist,  überall gegen zu laufen und mir blaue Flecken zu holen. Vielleicht kann ich einen Sketch daraus machen“, schmunzelt sie.Welche Aufgaben als Miss Hessen dieses Jahr anstehen, weiß Mareike Kiel noch nicht genau. Es sei ihr aber wichtig, diese mit ihrem Studium vereinbaren zu können: „Mit den ersten Terminen passt es gut, dann sind die Klausuren schon geschrieben und nach der Wahl im Februar habe ich Zeit für eine Hausarbeit. Aber nach Ägypten müssen die Bücher natürlich mit.“ Wenn es sein muss, könne sie sehr diszipliniert sein.
Seit einem Praktikum in einer Anwaltskanzlei in der elften Klasse war es ihr Traum, Jura zu studieren. „Ich war schon immer sehr auf Gerechtigkeit bedacht. Nach dem Abi war ich aber noch nicht richtig flügge und wollte erstmal nicht so weit von meiner Heimat weg.“ Die ist in Garbsen. Weil im nahen Hannover der Numerus Clausus zu hoch war, wurden aus Jura zunächst fünf Semester Elektro- und Informationstechnik. „Je näher es dem Ende zuging, desto bewusster wurde mir, wie unzufrieden ich mit dem Studium war.“ Also ging es im Sommersemester 2012 zum Jurastudium nach Marburg.

„Schweres Pflaster für meine High Heels“

Mittlerweile ist sie im sechsten Semester und „wenn alles klappt, möchte ich im März mit dem Repetitorium beginnen,“ erklärt sie. „Wenn die Note am Ende stimmt, wird es vielleicht sogar was mit meinem ganz großen Berufsziel in der Staatsanwaltschaft. Einen Job als Rechtsanwältin könnte ich mir aber auch gut vorstellen.Als Richter hätte ich aber glaube ich Probleme, mich zu entscheiden“, fügt sie mit einem Lächeln hinzu.
An der Uni gefällt ihr der gute Austausch mit den Dozenten und in der Stadt fühlt sie sich einfach wohl: „Ich liebe Marburg, leider ist die Stadt ein schweres Pflaster für meine High Heels.“
In Lernpausen tauscht sie die auch gerne gegen die neuen Laufschuhe, um eine Runde zu joggen oder zum Yoga im Uni-Sport. „Damit habe ich dieses Semester mit einer Freundin angefangen. Vor allem die Meditationen am Ende sind super entspannend.“

Obwohl sie noch nicht genau sagen kann, was auf sie zukommen wird, freut sie sich auf das Jahr als Miss Hessen. „Ich bin sicher, es wird eine super schöne Zeit. Meine Vorgängerin Mira Heinen hat schon viel geschwärmt,“ erzählt Mareike Kiel. Mit der Rauschenbergerin Heinen habe sie per Whats­App Kontakt. Mittlerweile sei die Vorgängerin eine Art Mentorin: „Sie gibt mir viele nützliche Tipps, was jetzt wichtig ist und rät, mir keinen allzu großen Stress zu machen. Vielleicht treffen wir uns sogar mal.“

Wie in die Wettbewerbe zuvor, gehe sie auch ganz gelassen in das Miss Germany Finale in Rust: „Ich fahre da hin – wie schon nach Gießen – ohne große Erwartungen, bin aber sehr gespannt, was auf mich zukommt.“
Wenn Mareike Kiel dort so glänzt, wie mit ihrer angesprochenen Begabung, stehen die Chancen im Finale nicht schlecht. Der Titel als „Miss Supertalent“ scheint ihr fast schon sicher. Denn sie hat nicht zu viel versprochen: Auf dem Weg nach draußen übersieht Mareike Kiel eine Couch – und läuft prompt dagegen.

von Philipp Lauer

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