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„Schöne, aber auch schmutzige Ecken“

Schüler und Internet „Schöne, aber auch schmutzige Ecken“

Über Risiken und Gefahren der neuen Medien referierten Vertreter vom Schulamt Marburg-Biedenkopf, des Vereins „Make-IT-save“ sowie Staatsanwalt Oliver Rust an der Astrid-Lindgren-Schule am Richtsberg.

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Markus Zaumbrecher und Sahra Luckemeyer referierten über den Umgang der Schüler mit Smartphones.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Apps, soziale Netzwerke sowie Chat-Dienste und digitale Spiele gehören laut der Kinder-und-Medien-Studie von 2014 zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren. Von den Befragten hatten rund „99 Prozent einen Zugang zum Netz im eigenen Haushalt“, sagte Staatsanwalt Rust zu Beginn seines Referates.

Ebenso ist die weite Verbreitung von Smartphones bei den Kindern im Schulalltag angekommen. Die Kommunikation unter den Schülern spielt dabei die Hauptrolle. Ob Whats-App, Snapchat oder Facebook: Neben den Möglichkeiten der Vernetzung spielen die Risiken eine ebenso gleichgestellte Rolle in der Medienkompetenz.

Zu den Risiken zählten vor allem die schnelle Teilung von Inhalten, seien es freizügige Selbstporträts, dem sogenannte „Sexting“, oder die Verletzung von Persönlichkeitsrechten beim „Cybermobbing“. Kinder und Jugendliche tragen bei der Nutzung der mobilen Endgeräte eine wichtige Verantwortung, welche oftmals unterschätzt wird, und das „bleibt immer noch ein sehr großes Problem“, sagte der Marburger Jurist.

Er riet den Eltern, ihren Sprösslingen erst dann ein Smartphone in die Hand zu geben, „wenn diese über eine bestimmte Selbstreflexion verfügen“. Dennoch bergen auch auf den ersten Blick harmlose Internetforen eine Vielzahl an Gefahren. So nannte Rust beispielhaft das „Cybergrooming“, ein sexuell motiviertes Anschreiben von Kindern und Jugendlichen durch erwachsene fremde Personen.

„Das Internet ist wie eine Stadt, es gibt schöne aber auch schmutzige Ecken“, betonten Sahra Luckemeyer und Markus Zaumbrecher vom Marburger Schulamt. Unprofessionelle Apps und Bezahldienste lauern immer wieder als verfügbares Risiko für die Schüler. Die zentrale Frage, ab wann ein Schulkind von seinen Eltern ein Smartphone zur Verfügung gestellt bekommen sollte, beantworteten die Medienpädagogen so: In der Grundschule kein Handy, ab der fünften Klasse ein normales Handy ohne Internet und ab der siebten und achten Klasse dann erst ein Smartphone.

Das bedeute aber auch für die Eltern, „sich gemeinsam mit dem Medienverhalten ihrer Kinder auseinandersetzen“, sagte Zaumbrecher. „Denn diese sind oftmals das letzte Sicherheitsnetz“. Ebenso raten die Experten davon ab, dass die Kids ihr Smartphone noch mit ins Bett nehmen, da der Drang ,dieses immer wieder zu benutzen, Schlafmangel nur begünstigt.

Zum Schluss stellte Vereinsvorstand Birgit von Bargen der Elternrunde das Projekt „Make-­IT-save“ vor. Die Initiative widmet sich der Medienbildungsarbeit von Jugendlichen, die wiederum ihre Kenntnisse an andere junge Leute weitervermitteln. So zeigten die Martin-Luther-Schüler Melissa und David, was sie beim EU-Pilotprojekt zum Thema WhatsApp-Nutzersicherheit bereits gelernt haben.

Weitere Informationen für Eltern zum Thema Internetnutzung ihrer Kinder gibt es unter: www.klicksave.de und www.medien-sicher.de

von Arnd Hartmann

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