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Schnelles Internet soll die Dörfer retten

Ideen-Vorschläge Schnelles Internet soll die Dörfer retten

Die Bundesregierung hat einen Katalog von Ideen präsentiert, die das Landleben zukunftsfest machen sollen.

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Berlin. Das schnelle Internet soll die Dörfer retten. „Eine leistungsfähige Breitbandversorgung ist das entscheidende Thema für die Zukunft der ländlichen Räume“, fasste gestern der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing das zentrale Ergebnis einer von ihm geleiteten Koalitionsarbeitsgruppe zusammen. Sie hat Vorschläge erarbeitet, wie das Leben und Arbeiten auf dem Lande attraktiver werden kann. Herausgekommen ist ein 105 Punkte umfassender Ideen-Katalog.

Mehr Funkfrequenzen

Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnen in Dörfern, kleinen oder mittleren Städten. Der prognostizierte Bevölkerungsrückgang in den nächsten Jahrzehnten wird diese Regionen besonders treffen. Vor diesem Hintergrund legten Union und FDP nun „ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit der ländlichen Räume“ ab, erläuterte Liebing zusammen mit seinen Kollegen Claudia Bögel (FDP) und Max Straubinger (CSU).

Die Koalitionspolitiker betrachten den Katalog, der die Zustimmung der Fraktionen gefunden hat und heute als Antrag in den Bundestag eingebracht wird, als Absage an die Philosophie, ganze Landstriche leer zu lassen und Investitionen auf bevölkerungsstarke Regionen und Städte zu konzentrieren. Die ländlichen Räume seien mehr als Erholungsräume oder Ausgleichsflächen. Auch ihre wirtschaftliche Dynamik müsse gefördert werden, um gerade „der jungen Generation Zukunftsperspektiven in ihrer ländlichen Heimat zu geben“, heißt es im Antrag.

Ganz obenan steht der flächendeckende Einzug des Internets auf dem Lande. Weitere Funkfrequenzen für die mobile Breitbandnutzung, ein gemeinsames Infrastrukturprogramm Breitbandausbau für die Kommunen oder mehr Wettbewerb beim Zugang zu Kabelverzweigern und Schaltverteilern sollen den Weg dafür frei machen. Auch die Energiewende gilt den Koalitionsexperten als Chance. Die Beteiligung der Landbewohner an Windparks oder Stromleitungen verschaffe ihnen Einkommen und der Energiewende Akzeptanz.

Die Palette der Forderungen und Empfehlungen ist bunt. Sie reicht von mehr Geld für den Nahverkehr und den Fahrradtourismus über ein Programm zur Anpassung der Infrastruktur an die schrumpfende Bevölkerung bis zu einer Imagekampagne „Pro Landwirtschaft“. Die Landwirtschaft soll nicht zurückgedrängt, sondern ausgebaut werden. Hochwertige Nahrungsmittelproduktion sei „ein Markenzeichen der ländlichen Räume“, unterstrich Straubinger.

Moped schon ab 15

Feldversuche mit einem MopedFührerschein ab 15, damit Jugendliche besser zur Schule oder zum Ausbildungsplatz kommen, oder ein Überprüfen des Bauplanungsrechts, um Gewerbebetriebe auf ehemaligen landwirtschaftlichen Höfen zuzulassen, sollen der wirtschaftlichen Entwicklung Impulse geben. Um die ärztliche Versorgung sicherzustellen, werden unter anderem Zweitpraxen in kommunalen Räumen oder eine stärkere Nutzung der Telemedizin empfohlen.

„Wenn man etwas für die ländlichen Räume tun will, wird das Geld kosten“, räumte Liebing ein. Die Prioritäten im Haushalt müssten deshalb anders gesetzt werden.

von Arnold Petersen

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