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Schnelles Internet für drei Stadtteile

Glasfasernetz in Bortshausen, Gisselberg und Ronhausen Schnelles Internet für drei Stadtteile

In wenigen Monaten können sich die Bewohner von Gisselberg, Ronhausen und Bortshausen über ein deutlich schnelleres Datennetz freuen

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Thomas Peter stand den Bürgern in Bortshausen Rede und Antwort.

Quelle: Yanik Schick

Marburg. Auf Info-Veranstaltungen in Gisselberg und Bortshausen berichtete Thomas Peter vom Infrastrukturvertrieb der Telekom Deutschland, dass in den drei Stadtteilen Datenvolumen von 50 bis 100 Megabit (Downloadrate) zur Verfügung stehen werden.

Bisher erhalten die Gisselberger, Bortshäuser und Ronhäuser noch über Kupferkabel Zugriff von der weit entfernten Betriebsstelle in Niederweimar. Am Ende kommt meist nur noch eine 6000er-DSL-Leitung heraus – nicht gerade viel Datenvolumen angesichts heutiger Möglichkeiten. Für schnelles Internet soll das neue Glasfasernetz sorgen, das künftig eine Bandbreite von 16, 50 oder bis zu 100 Mbit verspricht. „Ab dem 25. Mai wird das Netz nutzbar sein“, verspricht Peter.

Leitungswege unterliegen „physikalische Grenzen“

Verlegt wird quasi bis an den Bürgersteig, die Kabelverzweiger werden aufgerüstet. Für die sogenannte letzte Meile bis zu den Hausanschlüssen wird weiterhin das vorhandene Kupfernetz genutzt. „Wir wollen keine Nebenstraßen oder Ihren Vorgarten aufgraben“, erklärte der Referent.

Dabei gilt die Faustregel: Je näher am Glasfaserkabel, desto eher kann man das Maximum aus der Leitung herausholen. Bei dichter Bebauung sei das unproblematisch, „bis zu etwa 600 Meter ist das kein Thema“ – weiter entfernte Gebäude wie etwa Aussiedlerhöfe erreichen jedoch die „physikalische Grenze“ der Leitungswege und können in der Regel nicht angeschlossen werden.

Den Vorteil des schnellen Internets verdeutlichte Peter an einem Beispiel: Der Download eines ein Gigabyte großen Videos aus dem Internet dauert laut Referent mit einer normalen 16-Mbit-DSL-Leitung ganze 22 Minuten, mit dem neuen VDSL 50 nur noch drei Minuten.

Im Falle einer möglichen Vectoring-Technik nur noch eineinhalb Minuten. Diese Übertragungstechnik ist mit dem neuen Netz möglich und dient dazu, die Leistung der einzelnen Kupfer-Anschlüsse noch weiter zu steigern und eventuelle Störungen zu kompensieren. Damit können Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s (Download) beziehungsweise 40 MBit/s (Upload) erzielt werden. Das sogenannte Super-Vectoring erreicht sogar eine Leistung von bis zu 300 Mbit. Mit dem Breitbandausbau seien nicht nur die derzeit üblichen, sondern auch „zukunftsorientierte Dienste“ wie Cloud-Service oder 3-D-TV abgesichert, so der Referent.

Interessenten müssen aktiv werden

Mit größeren Baustellen müssen die Anwohner im Zuge des Anschlusses nicht rechnen. Die Verlegung der Glasfaser findet in bereits vorhandene Leerrohre statt. Eine Voraussetzung für den neuen Dienst ist ein VDSL-fähiger Router. Eventuell noch vorhandene Splitter sind nicht mehr nötig, der Port wird direkt an die Telefonbuchse angeschlossen. Den Ausbau der Kabel übernimmt dabei die Telekom, nutzen können das neue Netz jedoch auch andere Anbieter, „die Unternehmen verrechnen das untereinander“. Den Anbieter wechseln muss demnach niemand.

Um das schnelle Internet zu erhalten, sind die User gefragt. Jeder Haushalt muss den neuen Zugang in Auftrag geben und per Vertragsabschluss besiegeln. Wer darauf verzichtet, für den bleibt alles beim Alten.

„Gefühlt warten wir schon ewige Zeiten darauf“, erklärte Bortshausens stellvertretender Ortsvorsteher Bernd Zieske. Bislang müssen die Bortshäuser und Ronhäuser mit einer Geschwindigkeit von gerade einmal zwei Mbit/s auskommen. Insbesondere für die Gewerbetreibenden sei dies eine enorme Arbeitserschwernis, sagte Zieske.

Sowohl in Bortshausen (Ebsdorfer Straße) als auch in Ronhausen (Wolfshäuser Straße) wird je ein Kabelverzweiger zum Multifunktionsgebäude vergrößert – die von dort aus in die einzelnen Haushalte führenden Kupferleitungen bleiben allerdings bestehen und werden nicht durch Glasfaser ersetzt. Ansonsten müsste die Telekom an jedem einzelnen Haus Umbauarbeiten durchführen, sagte Peter.

  • Wer sich an das Breitbandnetz anschließen lassen möchte, muss sich ab 25. Mai bei der Telekom melden.

von Ina Tannert und Yanik Schick

 
Auch in Gisselberg weckten die Pläne für das neu Glasfasernetz Interesse. Foto: Ina Tannert
 
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