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Schneller Wechsel und weiter mit Fründt

Landratswahl Schneller Wechsel und weiter mit Fründt

Auf ein Neues. Für die SPD Marburg-Biedenkopf beginnt das Landratsrennen von vorn – mit neuen Plakaten, neuem Wahlkampf-Briefpapier und einer Kandidatin, die für die Partei kurzentschlossen in die Bresche springt.

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Am Dienstag wurde die Nachricht von Michael Richter-Plettenbergs Rücktritt öffentlich. Und nur wenige Stunden vorher wusste die SPD-
Parteispitze, was auf sie zukommt. Da blieb keine Zeit zum Wundenlecken – zu viel steht auf dem Spiel. Zwei Tage später ist die neue Kandidatin gefunden und vom Unterbezirksvorstand nominiert. „Mir war schon lange klar, dass Kirsten Fründt ein Amt haben sollte, doch war die Situation bislang nicht gegeben – jetzt ist sie es“, erklärte Unterbezirksvorsitzender Sören Bartol gestern Abend.
Fründt wusste: „So eine Chance bekommt man nur einmal“ – also sagte sie nach kurzer Bedenkzeit zu. Sie hätte auch nicht lange überlegen können, denn die Partei muss sofort durchstarten. „Fragen Sie jetzt nicht, wie viel Material wir für die blaue Tonne haben“, sagte SPD-Vorstandsmitglied Werner Hesse gestern Abend, „Plakate, Flyer, Briefpapier – natürlich müssen wir das jetzt alles neu drucken“. Und auch die Mitglieder sind erneut gefragt. Jetzt anders als im vergangenen Jahr in einem sehr knappen Verfahren. Inklusive Einhaltung der Ladungsfrist haut es noch genau hin – Ende Juni sollen die heimischen Sozialdemokraten Fründt während eines Nominierungsparteitags in den Wahlkampf schicken, nur wenige Tage später, am 4. Juli, ist Bewerbungsschluss für die Landratswahl.

Kandidatur als logische Konsequenz

Fründt will es richten – in einem „kurzen und knackigen Wahlkampf“ will sie bekannt werden im Landkreis, den sie als gebürtige Marburgerin von kleinauf kennt. Die Strukturen in Gesellschaft und Ehrenamt seien ihr durch ihr Engagement als langjährige Vorsitzende im TSV Ockershausen und aus der Arbeit im Sportkreis bekannt. Den „Sport als Querschnittsaufgabe“, dazu ihre Erfahrung aus der Familie, aus dem „dörflichen Leben“ in Ockershausen, der Verwaltungsarbeit und ihre berufliche Qualifikation als Diplom-Agraringenieurin mit Schwerpunkt Umweltschutz und Entwicklung ländlicher Räume – all das führt Fründt als Quali­fikation für ihre Kandidatur an, die für sie „die logische Konsequenz“ aus ihrem bisherigen Leben sei. Mit der neuen Kandidatin will die SPD jetzt „noch eine Schippe drauflegen im Wahlkampf“, sagte Sören Bartol. „Wer jetzt schon feixend glaubt, die Wahl gewonnen zu haben, der sollte sich nicht zu früh freuen“, erklärte er in Richtung der politischen Konkurrenz.
Der bisherige SPD-Landratsbewerber Michael Richter-Plettenberg hatte dem SPD-Unterbezirk am Dienstag überraschend mitgeteilt, dass er sich von der Kandidatur zur Landratswahl zurückzieht. Er schrieb dazu auf seiner Landratsseite im sozialen Netzwerk Facebook: „Die Gründe liegen ausschließlich in meiner persönlichen Privatsphäre. Sie gehen ausschließlich meine Familie etwas an.“ Es sei für ihn eine „große Ehre und Freude“ gewesen, die
Kandidatur zu übernehmen. „Deshalb bin ich wirklich sehr traurig, diesen Schritt jetzt gehen zu müssen. Vielleicht hätte ich früher erkennen müssen, dass ich den an mich gestellten Anforderungen nicht vollständig gewachsen bin.“
Michael Richter-Plettenberg schrieb auch über die Aufbruchstimmung, die er in den vergangenen Monaten in der SPD Marburg-Biedenkopf erlebt habe: „Deshalb ist mein persönlicher Rückzug bei der anstehenden Wahl vermutlich kein großer Nachteil für unsere Partei.“
Ähnlich äußerte sich der Marburger SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies im OP-Gespräch: „Kirsten Fründt wird viel erfolgreicher abschneiden, als der politische Gegner sich das jetzt vorstellt, und sie wäre eine fantastische Landrätin.“

Im Blickpunkt:

Kirsten Fründt ist 46 Jahre alt, gebürtige Marburgerin, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Töchter. Seit 2000 arbeitet sie für die Stadt Marburg, seit Jahresbeginn als Sportamtsleiterin. Fründt ist Diplom-Agraringenieurin. Sie war sieben Jahre lang Vorsitzende des TSV Ockershausen und arbeitet noch immer im Vorstand des Vereins mit.

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