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Schnell und einfach selbst gemacht

Adventskalender Schnell und einfach selbst gemacht

Woher stammt eigentlich der Adventskalender? Seit wann gibt es diesen Brauch? Und wie kann auf die Schnelle noch einer selbst gebastelt werden? Die Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

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Schokolade im Adventskalender gibt es seit dem Jahr 1958.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Den Adventskalender gibt es heute in den verschiedensten Ausführungen – von kostenlos bis richtig teuer, von winzig klein bis riesig groß. Eines haben jedoch alle Formen und Ausprägungen gemeinsam: Sie zeigen die noch verbleibenden Tage bis Weihnachten an und sollen, ähnlich wie der Adventskranz die Wartezeit bis dahin verkürzen und die Vorfreude steigern.

Doch seit wann gibt es diesen Brauch eigentlich? So ganz genau kann man das gar nicht sagen, seit dem 19. Jahrhundert gehört der Adventskalender allerdings mehr oder weniger zum christlichen Brauchtum in der Adventszeit, heißt es bei Wikipedia.

Zunächst war der Adventskalender eine Zählhilfe und ein Zeitmesser – und eine lutherische Sitte in Deutschland. Während die Protestanten nämlich nach und nach 24 Bilder an die Wand hängten oder die Kinder von 24 Kreidestrichen jeden Tag einen wegwischen durften, legten Katholiken im Dezember Tag für Tag bis Heiligabend einen Strohhalm in die Krippe.

Der erste gedruckte Adventskalender erschien im Jahr 1902. Die Evangelische Buchhandlung Hamburg veröffentlichte ihn in Form einer Weihnachtsuhr für Kinder mit den Zahlen 13 bis 24 auf dem Zifferblatt. Der Münchner Verleger Gerhard Lang brachte ein Jahr später einen gedruckten Kalender auf den Markt, bei dem 24 Bilder ausgeschnitten und auf einen Bogen mit 24 Feldern aufgeklebt werden mussten. Ab 1920 verbreiteten sich schließlich Kalender mit Fenstern zum Öffnen, 1958 war dort erstmals nicht nur ein Bild, sondern auch ein Stück Schokolade enthalten.

Mittlerweile gibt es auch virtuelle Adventskalender, etwa in Form von Hörbüchern mit 24 Geschichten oder wie ihn die Deutsche Physikalische Gesellschaft in diesem Jahr ins Netz gestellt hat, mit einem täglichen Experiment ( www.physik-im-advent.de).

Bastelanleitung für einen schnellen Adventskalender

Der erste selbst gebastelte Adventskalender soll übrigens aus dem Jahr 1851 stammen. Heute gibt es die verschiedensten Formen für selbst gebastelte Adventskalender: genähte Stoffsäckchen, beklebte Streichholzschachteln, weihnachtlich verzierte Geschenkboxen.

Wenn die Zeit allerdings knapp wird und es schnell gehen muss, kann auch mit einfachen Hilfsmitteln ein liebevoller Adventskalender gebastelt werden. Alles ,was dazu benötigt wird, sind: 24 Butterbrot-Tüten (Foto: Julia Brinkmann), ein Seil oder Geschenkband, Kleber, Locher, Schere und Stifte.

Die Öffnung der Butterbrot-Tüten werden einfach nach hinten umgeschlagen. Anschließend mit dem Locher am oberen Rand zwei Löcher hineinstanzen, ein Stück Seil oder Geschenkband hindurchziehen und eine Schleife binden. Mit den Stiften die Zahlen aufmalen. Fertig.

Wer es aufwendiger möchte, kann die Tüten noch mit Geschenkpapier, Tapetenresten oder anderen Dekorationen hübsch verzieren. Die gefüllten Tüten werden schließlich an einem Seil oder Geschenkband hintereinander aufgereiht. Alternativ können sie zum Beispiel auch in Form eines Tannenbaumes auf eine große Pappe geklebt werden.

Ideen für die Füllung 
des Adventskalenders

Einen Adventskalender füllen hört sich immer einfacher an, als es am Ende ist. Schließlich müssen 24 verschiedene kleine Geschenke gefunden werden. Am einfachsten ist es, in jedes Päckchen, Tütchen oder Fenster ein Stück Schokolade oder eine Praline zu stecken. Wer es individueller mag, der muss kreativ werden.

Für Kinder:

Kinder freuen sich zwar auch über Schokolade, noch toller wird der Adventskalender aber, wenn man ihn an ein Weihnachtsgeschenk koppelt: Jeden Tag ein Spielzeug-Tier – beispielsweise Pferde, Kühe, Schweine, Hühner und so weiter – ergibt am Ende einen Bauernhof. Das passende Gebäude steht dann unter dem Weihnachtsbaum. Alternativ kann das mit kleinen Matchbox-Autos und einem Parkhaus, mit Bausteinen, dem Zubehör für einen Kaufmannsladen oder einem Puppenhaus gestaltet werden. Eine günstigere Alternative ist ein Puzzle, dessen Teile auf 24 Türchen aufgeteilt werden. Aber Vorsicht: Die Teile hinter einem Türchen sollten aneinander passen, sonst vergeht schnell der Spaß.

Für Jugendliche:

Jugendliche kann man – abhängig von Vorlieben und Hobbys – garantiert für einen Adventskalender mit einem täglichen Musikdownload begeistern, so ist an Heiligabend ein ganzes Album fertig.

Für Erwachsene:

Auch der ein oder andere Erwachsene freut sich sicherlich über einen liebevoll und individuell zusammengestellten Adventskalender. Füllen kann man diesen je nach Geschmack mit kleinen Proben aus dem Drogeriemarkt – beispielsweise Parfums, Shampoos, Bodylotions, Nagellacken, Tees – oder aus dem Baumarkt – zum Beispiel Mini-Zollstock, Bohrköpfe, Zimmermannsbleistift, Minimaßband, kleine Schnapsflaschen.

Für alle:

Wer es lieber etwas unkommerzieller haben möchte, muss dafür statt Geld etwas mehr Phantasie und Kreativität fließen lassen. Für Rätsel-Fans bietet sich pro Tag ein Kreuzworträtsel oder Sudoku an. Für jemanden, der Poesie mag, jeden Tag ein Gedicht oder Zitat. Gutscheine, sei es für ein gemeinsames Frühstück, das sonntägliche Brötchen holen, Auto waschen, ein Candle-Light-Dinner oder dreimal Eis kratzen, kommen sicher ebenfalls gut an. Für Kinder besonders schön ist auch ein Adventskalender, der anstelle eines Geschenks oder einer Süßigkeit jeden Tag eine (Weihnachts-)Geschichte bereit hält.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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