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Schnee und Eis bis jetzt beherrschbar

Winterdienst Schnee und Eis bis jetzt beherrschbar

Das Streusalz-Lager des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM) ist noch ganz gut gefüllt, aber einiges an Salz wurde für den Winterdienst in der Saison 2014/2015 bereits verbraucht.

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Zwischenbilanz des Winterdienstes: Nur kurz nach Weihnachten war bisher erhöhter Arbeitsaufwand gefragt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Gefühlt gab es bisher in Marburg noch kaum einen richtigen Winter mit Schnee und Eis – ausgenommen die paar Tage kurz nach Heiligabend. Für das Winterdienst-Team des DBM bedeuteten die Weihnachtsfeiertage einen Arbeitseinsatz mit erhöhtem Arbeitsaufwand. An drei Tagen verarbeiteten die DBM-Mitarbeiter dabei bereits mehr als 150 Tonnen Streusalz – und somit so viel wie in der gesamten Wintersaison 2013/2014, erläutert DBM-Leiter Jürgen Wiegand im Gespräch mit der OP.

Denn der letzte Winter habe gewissermaßen nicht stattgefunden, macht Wiegand deutlich. Das habe in dieser „Saison“ schon ein wenig anders ausgesehen. Denn auch nach Weihnachten habe es bereits sieben, acht Einsätze gegeben, in denen der Streudienst frühmorgens vor dem Berufsverkehr unterwegs gewesen sei. Denn der Winterdienst rückt nicht nur dann aus, wenn die Straßen von Schnee bedeckt werden, sondern auch wenn es beispielsweise überfrierende Nässe gibt.

Verwendet wird bei diesen Einsätzen als Streugut nicht Streusalz pur, sondern gemäß einem Beschluss des Stadtparlaments aus ökologischen Gründen vorwiegend ein Splitt-Salz-Gemisch mit einem Mischungsverhältnis von rund zwei Teilen Splitt und einem Teil Salz. Zubereitet wird dieses Gemisch in einer Halle auf dem DBM-Betriebsgelände am Krekel. Mit Hilfe von Radladern werden dort Splitt und Salz gemischt. Das Salz und das Splitt werden daneben jeweils separat in einer Halle gelagert. Die Salz-Lagerkapazität für die Einsätze in der Stadt Marburg beträgt übrigens zwischen 700 und 800 Tonnen.

Eingekauft wurde dieses Streusalz von den DBM-Verantwortlichen wie jedes Jahr bereits vor dem Start der Wintersaison im November. Nachgekauft wird üblicherweise dann, wenn der Bestand unter eine Marke von 50 Prozent sinkt. Basierend auf den Erfahrungen des Rekordwinters 2009/2010, in denen es auch in Marburg bis in den April hinein Schneemassen zu bewältigen galt, wurde übrigens von mehreren hessischen Städten gemeinsam auch ein großes Streusalz-Lager in der Nähe von Wiesbaden errichtet.

Winterdienst zieht positive Bilanz

Dort stünden für den Notfall für Marburg rund 400 Tonnen Salz zur Abholung parat. Mit diesem speziellen Lager soll eine ähnliche Situation wie Anfang 2010 verhindert werden, als es aufgrund des harten Winters in ganz Deutschland kurzfristig kein Streusalz mehr zu kaufen gab. Insgesamt verbrauchte der DBM damals 2000 Tonnen Salz. Der damalige Rekord-Winter belastete das Budget des Dienstleistungsbetriebs in überdurchschnittlichem Maße, erinnert sich DBM-Chef Wiegand. Zwei Millionen Euro kostete der Winterdienst damals.

Zum Vergleich: Im milden Winter 2013/2014 kostete der Winterdienst nur rund 500 000 Euro. Die Durchschnittskosten pro Winter liegen knapp über einer Million Euro. Dabei sind die Kosten für das Streugut noch der geringste Posten in den jeweiligen Etats für den Winterdienst. Teurer sind die Unterhaltung und Bereitstellung der Winterdienst-Fahrzeuge und Spezialgerätschaften sowie die Personalkosten für Überstunden. So waren an den Weihnachtsfeiertagen Ende vergangenen Jahres rund 80 Mitarbeiter nicht nur in Rufbereitschaft, sondern auch nahezu im Dauereinsatz.

Längst beschränkt sich der Winterdienst des DBM in der Marburger Kernstadt und den Stadtteilen nicht mehr nur auf die Straßenräumung. Von Schnee und Eis befreit werden beispielsweise auch die Radwege sowie Gehwege auf städtischen Grundstücken und vor Gebäuden der Stadt Marburg. Für die Räumung auf den übrigen Bürgersteigen sind laut der städtischen Winterdienst-Satzung die Bürger zuständig.

Bisher zieht Jürgen Wiegand auf jeden Fall eine positive Bilanz des bisherigen Verlaufs des Winterdienstes. In die Karten gespielt habe es dem DBM-Räumdienst dabei auch, dass der bisher einzige starke Schneefall in diesem Winter sich am Feiertag ereignet habe, an dem es schon einmal keinen Berufsverkehr gegeben habe.

von Manfred Hitzeroth

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