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Schmier-Streifzüge nerven Oberstädter

Kriminalität Schmier-Streifzüge nerven Oberstädter

Oberstadt-Anwohner beklagen die zunehmende Graffiti auf ihren Wohnhäuser. Vor allem in der Lutherstraße, wo viele Studentenverbindungen residieren, leiden derzeit Familien unter den Sachbeschädigungen.

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„Lasst das Germania-Haus brennen“ und andere Schriftzüge auf der Mauer eines Lutherstraßen-Wohnhauses.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Das Ziel des neuesten Schmier-Streifzugs in der Nacht zu Donnerstag sind die Häuser der in der Straße stehenden Studentenverbindungen. Linkspolitische Parolen wie „Lasst das Germania-Haus brennen“, „Nazivilla dichtmachen“, „Burschis aufs Maul“ stehen auf Sandsteinmauern geschrieben. Auch Fahrpläne des Schlossbusses sind mit grüner Farbe übersprüht, ebenso Briefkasten und Fassaden von Mehrfamilienhäusern, das alte Gebäude des Turnergartens und weitere Gebäude rund um Kalbstor und Lutherischer Pfarrkirche sind bekritzelt worden.

Einer der Graffiti-Geschädigten ist Sebastian Schroeder. Er hat vor mehr als zehn Jahren das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute und vom Verfall bedrohte Haus Lutherstraße 9 saniert. Darin lebt er mit seiner Familie. Mehrere Studentenverbindungen residieren in der Nachbarschaft, doch immer wieder schlagen Farbbeutel an sein Haus oder es wird die alte Grundstücksmauer beschmiert - so, wie am Donnerstag. „Vor ein paar Jahren flogen sogar Pflastersteine in die Fenster, einer landete knapp neben dem Bett meiner Tochter“, sagt Schroeder. Er ist genervt von den ständigen Schmierereien, den kostspieligen Reinigungen.

„Das eine sind ärgerliche dumme-Jungen-Streiche, aber was in der Lutherstraße immer wieder passiert, ist geplant, wiederkehrend und hat einen politischen Hintergrund. Das ist ziemlich dramatisch“, sagt Christopher Moss, Bürgerinitiative Oberstadt. Fassaden, Denkmäler, Stromkästen: „Alles wird ständig beschmiert, egal ob in Kugelgasse, Barfüßerstraße oder rund um den Marktplatz“, sagt er. Dagegen helfe nur „Aufmerksamkeit, Leute, die die Sprüher der Polizei melden müssen, wenn sie diese sehen.“ Moss führt die Festnahme von zwei Sprayern durch einen Zeugenhinweis vor wenigen Tagen auf die „erhöhte Sicherheits-Sensibilität“ im Zuge der Debatte um die Gründung eines Oberstadt-Ortsbeirats zurück. „Die Not im Stadtteil ist da, und seitdem wir das ansprechen, werden Probleme wenigstens nicht mehr abgebügelt.“

von Björn Wisker

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