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Schlüsseldienst kann teuer werden

Abzocke Schlüsseldienst kann teuer werden

Mehrere Marburger wandten sich an die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale, nachdem sie Schlüsseldienst-Rechnungen in Höhe von jeweils mehr als 550 Euro zahlten.

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Unseriöse Schlüsseldienst-Anbieter bauen oft grundlos ein Schloss aus, erklärt die Verbraucherberatung. (Foto: Uwe Brock)

von Anna Ntemiris

Marburg. Wie in einem schlechten Film kam sich Andrew Kerrigan vor, als er trotz Schlüssel nicht mehr aus seiner eigenen Wohnung kam. Das Schloss schien kaputt zu sein. Im Internet googelte Kerrigans Ehefrau Maria Anastasiadou nach Schlüsseldienst und rief die erste Telefonnummer an, die sie fand: Es war A!A!A!A!A! Abacus.

Der Dienstleister, so berichtet sie, habe ihr nicht sagen wollen, wie viel die Reparatur kosten würde. Als der Schlüsseldienst-Mitarbeiter ankam, wunderte sich der eingeschlossene Kerrigan, dass der Handwerker aus Lollar kam und nicht aus Marburg. Der Mann tauschte ein neues Schloss aus – das sei nötig, hieß es – und präsentierte dann die Rechnung: 551,56 Euro.

Das schottisch-griechische Ehepaar zweifelte den Betrag aufgrund der raschen Problemlösung an und wollte zunächst nicht zahlen. Eine Zahlung mit Karte habe der Mann abgelehnt, berichtet Anastasiadou. Er habe darauf bestanden, sie zur Bank zu begleiten, um sofort Bargeld zu erhalten.

Erst als Anastasiadou bei ihrer Arbeit an der Uni von dem Vorfall erzählte und alle von „Abzocke“ sprachen – das Wort kannte die Athenerin bislang nicht – rief sie bei Abacus verärgert an. Diese bestritten für die Rechnung verantwortlich zu sein. Anastasiadou ging zur Verbraucherzentrale.

Das Prinzip sei stets dasselbe: Die verzweifelten Kunden schauen im Internet oder im Telefonbuch nach Schlüsseldienst und landen bei Abacus. Was die Kunden nicht erfahren: Diese Firma ist nur der Vermittler, die dann irgendwo in Deutschland einen Dienstleister beauftragt. Im Falle Kerrigans saß der nächste Kooperationspartner von Abacus in Lollar, sodass die Marburger seine Anfahrt als Arbeitszeit bezahlen müssen.

Das sei nicht fair, aber rechtlich noch in Ordnung, so Weege. Er rät Verbrauchern, vor der Auftragsvergabe zu fragen, woher der Handwerker anreist. Ob das Marburger Ehepaar jemals das Geld zurückbekommen wird, ist ungewiss. Weege rät Kunden, bei hohen Rechnungen, nur einen Voranschlag zu zahlen und dann das Geld zu überweisen.

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