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Schlossaufzug soll 2,3 Millionen kosten

Bauprojekt Schlossaufzug soll 2,3 Millionen kosten

Die Autoren der Machbarkeitsstudie für den Bau eines Schrägaufzugs zum Landgrafenschloss schlagen eine Route samt Tunnel über den Renthof sowie eine Bahn vor, die auf Gleisen fährt.

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Wettergasse-Renthof-Landgrafenschloss: Für diese Route soll der Stadt zufolge eine Spezialanfertigung her. Startpunkt des Aufzugsystems soll das Haus Wettergasse 43 sein, über den Kaufpreis für die Immobilie wird noch verhandelt.Archivfoto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Zum Einsatz kommen könnten der Machbarkeitsstudie zufolge zwei Modelle: ein sogenannter Pendel-WieLi der deutschen Firma Wiegand und der Mountain Stepper der österreichischen Firma Mountain Systems. Beide Varianten seien als Transportmittel zwischen Oberstadt und Landgrafenschloss untersucht und als tauglich bewertet worden.

Im Gegensatz zu einem Schrägaufzug, der nur eine gerade Streckenführung zulasse, habe etwa das WieLi-System den Vorteil, auch Kurven fahren zu können, schreiben die Ingenieure im Gutachten. Andrea Bohl, Wiegand-Sprecherin, bestätigt das Interesse. Demnach plant das Unternehmen im Fall einer Auftragsvergabe eine Sonderanfertigung für die Universitätsstadt. „Ein Schienen- oder Gleissystem wie wir uns das überlegen, gibt es so noch nicht“, sagt Egon Vaupel (SPD) auf OP-Anfrage.

Debatte über Streckenführung

Sicher sei, dass es keine Installation gebe, wie sie von dem Her-steller etwa an Skischanzen aufgebaut wurde. Fahrgestell und Antrieb könnten sich Vaupel zufolge von den bisher Gebauten (etwa auf der Wasserkuppe in der Rhön) und auf Internetseiten Sichtbaren unterscheiden. Die Studienautoren gehen in ihrer Schätzung bei der Variante Pendel-WieLi von Baukosten in Höhe von etwa 2,27 Millionen Euro aus. Hinzu kämen die Kosten für den Erwerb und den Umbau des Gebäudes Wettergasse 43, das Startpunkt sein soll. Nach OP-Informationen soll der Hauskauf mehrere Hunderttausend Euro kosten. Diese Investition sei „sicher eine Herausforderung“, jedoch eine „einmalige Chance, Marburgs Zukunft am Schopf zu fassen“ sagt Vaupel. Die Besitzerin des Hauses habe zudem auf Anfrage der Stadt ihre Bereitschaft zum Verkauf des Gebäudes erklärt. Ein Großteil des benötigten Gelds für den Aufzugbau hat Marburg-Mäzen Dr. Reinfried Pohl gespendet.

Die Trasse Wettergasse - Renthof - Landgrafenschloss scheint sich indes gegen eine Variante entlang der Landgraf-Philipp-Straße durchzusetzen. Durch das Universitäts-Grundstück am Renthof (Fachbereich Physik) soll den Planungen zufolge ein Tunnel gebaut werden, durch den Gleise führen. Eine Stellungnahme der Uni-leitung zu den Plänen steht noch aus. Erste Gespräche seien bereits geführt worden, heißt es aus dem Magistrat.

2400 Unterschriften signalisieren Zustimmung

Stadtspitze hofft auf hohe Anwohner-Akzeptanz Die Uni schließt eine Zustimmung jedenfalls nicht aus: „Wir werden das Vorhaben prüfen, eine Einschätzung mit den zuständigen Ministerien abstimmen“, sagt Uni-Präsidentin Professor Katharina Krause auf OP-Anfrage.

Eine Entscheidung durch die zuständigen Gremien soll „möglichst kurzfristig in den nächsten Monaten erfolgen“, sagt Vaupel. Er hofft auf große Akzeptanz, speziell unter Anwohnern.

Rainer Mudersbach übergab vor wenigen Tagen eine Unterschriftenliste mit 2400 Unterzeichnern an Vaupel, um die Zustimmung der Marburger zum Projekt zu signalisieren. Es müsse dem „demografischen Wandel frühzeitig offensiv begegnet werden“, sagte Mudersbach. Auch die CDU-Senioren haben sich kürzlich für den Bau eines Aufzugs ausgesprochen. Während der Jahreshauptversammlung sagte die Vorsitzende Ute Mehnert: „Wir Marburger, ob mit Rollator oder Kinderwagen, sehen unsere Stadt dadurch in ihrer Attraktivität, gerade im Hinblick auf die erwünschte Austragung der Bundes-gartenschau 2029 deutlich gestärkt.“

Am Schloss selbst, so die Studie, ist eine Bergstation unrealistisch. Die Autoren schlagen deren Standort unterhalb des Wilhelmsbaus vor. Die Besucherzahlen am Schloss, sagt Vaupel, „haben jedenfalls noch ein sehr großes Steigerungspotential“.

von Björn Wisker

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