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Schloss kann Geschichte erlebbar machen

Konzepte gefragt Schloss kann Geschichte erlebbar machen

Der erste Schritt ist getan: Das Stadtparlament beschloss am Freitag im Prinzip, dass Stadt und Universität gemeinsam an die Vermarktung des Schlossareals herangehen. Jetzt geht es um die Umsetzung.

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Das Marburger Schloss spielt eine Schlüsselrolle für Museen, Kultur und Tourismus in der Stadt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Ganz wunderbar“ findet Dr. Christoph Otterbeck, der Leiter des Marburger Universitätsmuseums den Beschluss des Stadtparlaments vom Freitag. Alle politischen Lager hätten sich für eine gemeinsame kulturpolitische Initiative von Stadt, Land und Universität ausgesprochen, „erstmals in der Marburger Geschichte“, so Otterbeck. Er bekannt sich ausdrücklich zu einer „Mischverantwortung“ von Stadt, Universität und Land Hessen für das Schlossareal.

Es muss größer gedacht werden

Hintergrund: Die Entwicklung des Schlossareals, der Marburger Museumslandschaft und ein stadtgeschichtliches Museum beschäftigen seit einigen Jahren die Marburger Politik.

Die Zersplitterung der Museumsstandorte in Marburg, die schlechte Erreichbarkeit des Landgrafenschlosses und die unbefriedigende Form der Präsentation der Kulturschätze wurden in einer „Schlosspotenzialstudie“ (die OP berichtete) angesprochen, die das Stadtparlament am Freitag zustimmend zur Kenntnis nahm.

Für Otterbeck ist „ab jetzt“ die Entwicklung eines Museumskonzepts auf dem Schloss-areal eine „gemeinsame Aufgabe“. Der Museumsdirektor warnt davor, sich konzeptionell auf ein „Stadtmuseum“ im Schloss zu begrenzen - wenn das Land sich an dieser großen Aufgabe beteiligen solle, müsse „größer gedacht“ werden - zum einen über das Schloss als die „Wiege Hessens“, zum anderen aber auch darüber, wie beide großen Museumsstandorte der Uni - also auch das Ernst-von-Hülsen-Haus - besser präsentiert werden können, etwa durch ein eigenes museumspädagogisches Konzept.

Auf die Bedeutung des Landgrafenschlosses für die Marburger für die Bewerbung zum Weltkulturerbe weist Jan-Bernd Röllmann, der neue Koordinator für das Stadtmarketing, hin. „Stadt, Schloss und Universität muss man viel mehr zusammen denken“, sagt Röllmann, der eines aber für unverzichtbar hält: die bessere Erreichbarkeit des Schlosses. „Wir brauchen den Schrägaufzug als Grundvoraussetzung“, sagt Röllmann.

Schloss als Startpunkt für Stadtführungen

Klaus Hövel, Marburgs Tourismusmanager und Geschäftsführer der Marburger Tourismus Marketing (MTM), spricht von einem „unschätzbaren Mehrwert“ für Marburg, wenn das Schlossareal ein zentraler Museumsstandort würde. „Das Schloss würde für Touristen zum Ausgangspunkt, um sich Marburg zu erschließen“, vermutet Hövel.

Die zuletzt stetig ansteigenden Tourismuszahlen in Marburg zeigten, so der Tourismusmanager, dass es ein steigendes Bedürfnis nach „erlebbarer Geschichte“ gebe, dem man in Marburg nachkomme, unter anderem durch die historische Kulisse der Stadt. „Wenn wir anschaulich zeigen wollen, wie die Menschen früher in Marburg gelebt haben, gehört das Schloss unbedingt dazu.“

Und noch einen Aspekt, ebenso banal wie überzeugend, führt Hövel an: „Wenn es auf dem Schloss mehr zu zeigen gibt, könnte man Stadtführungen hier beginnen lassen.“ Der Vorteil gegenüber der jetzigen Praxis? „Ganz einfach - es geht bergab.“

Ein Marburger Stadtforum zur Vorstellung der „Schlosspotenzialsudie“ findet heute ab 19 Uhr im historischen Sitzungssaal im Rathaus statt.

von Till Conrad

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