Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Schlemmen unter freiem Himmel

Picknick Schlemmen unter freiem Himmel

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen - und schon tummeln sich viele Menschen auf den Grünflächen. Nicht selten ausgerüstet mit allerlei Proviant. Doch was gehört bei einem guten Picknick eigentlich dazu?

Voriger Artikel
In den Sommerferien kann Blut knapp werden
Nächster Artikel
Ein selbstbewusster, dynamischer Ort feiert Geburtstag

Marburger Studenten erholen sich an einem sonnigen Tag gerne mit einem Picknick an der Lahn – so wie hier in der Nähe der Mensa.Fotos: Laura Fach

Marburg. Ob am Meer oder klassisch gehalten im Park, jeder dürfte eine Vorstellung von einem idealen Picknick haben. Doch wie sieht das aus? Für die 21-Jährige Isa lautet das Grundrezept zum Picknicken so: „Mit Freunden picknicken, dabei grillen, Musik hören und Spiele spielen.“ Bei der Umfrage der OP werden unter anderem auch noch Begriffe wie „Decke, Essen, Obst, Sekt, schönes Wetter“ genannt.

Wichtig ist natürlich aber auch das Essen. Dazu gibt es viele ­Variationen, welche man nach Belieben kreieren kann. Klaus Backenecker, Koch des Marburger Bistro Blau Weiß, hat ein paar Empfehlungen auf Lager. Abgesehen von „leichten Sachen, viel Obst, Salat mit Mozzarella und Basilikum und alkoholfreie Getränke“ schlägt Backenecker noch ein paar andere Ideen für ausgefallenere Rezepte vor. Mit selbst gemachtem Erdbeer-Bärlauch Smoothie, welches „ein echtes Trend-Getränk werden kann“, selbst gebackenem schwarzen Baguette und Erdbeer-Rhabarber-Cupcakes, als „süße, fluffige Alternative“, hat man optimale Voraussetzungen. Für den Durstlöscher schlägt Backenecker noch eine frische Waldmeister-Limo oder einen kalten Tee aus Früchten und Minze vor.

Generell kann man für ein Picknick zu dieser Jahreszeit „Alles was im Moment auf dem Markt zu holen ist“ verwenden. Jedoch warnt Backenecker vor zu viel Zucker und unnötigen Kalorien. Man sei mit Fruchtzucker und Erdbeer-Rhabarber-Cupcakes „bestens an Nachtisch versorgt“, was auch der Bikini-Figur zugute käme. Zudem könne man auch auf fettiges Fleisch verzichten oder man kaufe gleich nur wenige tierische Produkte.

Zwischen Champagner und Bier auf dem Bollerwagen

Heutzutage kann man bequem schöne Momente mit Handykameras festhalten. Früher jedoch mussten französische Maler des Impressionismus mehr dafür tun. Sie hielten das Schlemmen im Freien auf Gemälden fest. So wie es in adliger Mode in Frankreich war, so picknickte auch die britische Oberschicht im viktorianischen Zeitalter. Nicht zuletzt, weil Queen Victoria ein großer Fan des Picknicks war.

Ganz so fein, wie der britische Adel mit Champagner aus Kristallgläsern, muss es für die befragten Marburger heute nicht mehr sein, beim Picknicken. Eingepackt wird nach Belieben, jedoch nicht in einen Picknickkorb. Es gibt zwar Picknickkörbe mit voller Ausrüstung zu kaufen, auch in der Oberstadt, jedoch bevorzugt der 35-jährige Lars einen Bollerwagen. Denn somit kann man „Grill, Decke, Bier und Sonstiges leichter zusammen transportieren.“

In Japan feiert man im Frühling, traditionell die Schönheit der Kirschblüte, mit Picknicks in Parks, welche bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen. Doch wo picknicken die Marburger am liebsten? Für Diana (40) ist der ideale Ort auf einer Wiese in Südfrankreich, wo man die Natur genießen kann mit französischem Wein und frisch gebackenem Brot. Nicht immer muss man jedoch in die Ferne schweifen. Auch wenn viele es nicht oft tun, die meisten picknicken gerne - so das Ergebnis der OP-Umfrage. Mit grünen Wiesen, reichlich Platz und Wasser bieten sich dazu in Marburg etwa die Lahnwiesen an. Wenn auch der Autobahnlärm, den ein oder anderen stört.

Ob als Student dem Alltag zu entfliehen oder die freie Zeit draußen im Freien genießen und zu entspannen - manches darf für ein gelungenes Ambiente keinesfalls fehlen: warmer Sonnenschein, gutes Essen, eine Decke und vor allem gute Gesellschaft.

Ein Tipp von Backenecker für eine gute Stimmung ist zusätzlich: „ganz weg von den Fertigprodukten“ zu kommen. Denn so kann man vieles selbst zusammen vorbereiten, was schon mal auf ein spaßiges Picknick einstimmen kann. Zum Selbermachen der Picknick-Snacks gibt es auch einige Rezept-Bücher im Handel.

Sogar politisch kann ein Picknick sein. Das zeigte etwa das Paneuropäische Picknick von Sopron (Ungarn) am 19. August 1989. DDR-Bürger warteten dort an der nahegelegenen österreichischen Grenze auf die Öffnung des Eisernen Vorhangs. Dies geschah für drei Stunden und somit konnten 680 Bürger in den Westen übertreten, sozusagen als Anfang vom Ende der DDR. Ganz so mit ernstem Hintergrund, wie in Sopron, geht es heute nicht mehr zu. Doch ein wenig Freiheit stellt das Picknick auch heute noch dar, findet Sina Kleinsteuber (21): „Wenn man Platz hat, wo man sich wohlfühlt und nicht so viele Leute da sind, dann ist es gemütlich und entspannend, man fühlt sich frei draußen und glücklich, weil man nicht in einem Raum eingeschränkt ist.“

von Laura Fach

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr