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Schlappe für Koert in der Alten Aula

Uni-Vizepräsidentenwahl Schlappe für Koert in der Alten Aula

Fiasko bei der Uni-Vizepräsidentenwahl: Der zum zweiten Mal für das Amt kandidierende Professor Ulrich Koert wurde nicht gewählt. Die Bewerber für die anderen beiden Ämter kamen durch.

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Professor Ulrich Koert wurde nicht zum Uni-Vizepräsidenten gewählt.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Versteinerte Mienen gab es beim versammelten Uni-Präsidium, als der Vorsitzende des Wahlvorstands, Professor Helmut Sitter, am Mittwoch in der Alten Aula das Wahlergebnis für Professor Ulrich Koert bekanntgab.

Bei 32 abgegebenen Stimmen erhielt er nur neun Ja-Stimmen. Dem gegenüber standen 17 Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen. Somit verfehlte der Chemiker, der in den vergangenen drei Jahren im Präsidium für das Ressort „Forschung“ und die Abteilung Internationales zuständig war, die notwendige Mehrheit klar. Das Ergebnis bedeutete eine Art Höchststrafe, denn Koert war für diesen Vizepräsidenten-Posten der einzige Kandidat.

Zunächst zogen sich die Mitglieder der Wahlversammlung – die Senatsmitglieder und deren Stellvertreter – für eine Viertelstunde in einen Nebenraum zurück und berieten über das weitere Vorgehen.
Bei diesen Beratungen ergab sich dann nach Informationen der OP, dass auch in einem möglichen zweiten Wahlgang keine Mehrheit für den Kandidaten zu erwarten sei.

Krause über Koerts Wahlergebnis enttäuscht

Und so erklärte Koert nach einem kurzen Gespräch mit Vertretern der Senatslisten seinen Rückzug. „Ich wünsche der Uni alles Gute und hoffe, dass Sie einen Besseren finden“, sagte ­Koert den Mitgliedern der Wahlversammlung und den rund 50 Zuschauern in der Alten Aula. Im Gespräch mit der OP sagte ­Koert, dass das negative Votum für ihn überraschend gekommen sei, zumal in den Vorgesprächen gegenüber ihm keine Bedenken geäußert worden seien.

Dieses bestätigte auch die Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause, die Koert für eine zweite Amtszeit vorgeschlagen hatte, im Gespräch mit der OP. Sie sei über dieses negative Ergebnis traurig und fand es schade, dass es Koert nicht gelungen ist, seine Leistungen für die Universität zu verdeutlichen.

Wie die OP von mehreren Senatoren erfuhr, habe vor allem die schlechte Figur, die Koert bei seiner kurzen Selbst-Präsentation und der anschließenden Befragung durch die Wahlversammlung gemacht habe, zu dem negativen Ergebnis geführt.

Schachtner und Korn erzielen gute Ergebnisse

So habe Koert auf mehrere Fragen nur sehr kurz oder ausweichend geantwortet. Dabei sei er meiste kaum in die Tiefe gegangen und habe wenig Interesse an den Fragen signalisiert. Koerts Amtszeit geht jetzt noch bis Mitte April dieses Jahres. Jetzt muss Krause die Stelle des Forschungs-Vizepräsidenten möglichst schnell neu ausschreiben, damit dort keine zu lange Vakanz entsteht.

Schließlich muss beispielsweise die Bewerbung der Uni Marburg für die kommende Exzellenz-Initiative vorbereitet werden. Besser als Koert erging es den beiden anderen Kandidaten, die Krause ins Rennen geschickt hatte. Sie erhielten beide eine breite Mehrheit.

Der seit sechs Jahren amtierende Uni-Vizepräsident Professor Joachim Schachtner erhielt bei 32 abgegebenen Stimmen 30 Ja-Stimmen und nur zwei Nein-Stimmen. Als Neuling bekam Professorin Evelyn Korn bei 30 abgegeben Stimmen 22 Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.

* Die Wirtschaftswissenschaftlerin Evelyn Korn löst im Ressort „Studium und Lehre“ Professor Harald Lachnit ab, der nach zwei Amtsperioden darauf verzichtet hatte, sich einer Wiederwahl zu stellen. Die 46-Jährige ist Expertin für das Fachgebiet Mikroökonomie. Sie kündigte an, einen studentischen Beirat an ihr Ressort im Präsidium anzugliedern, um die Einbindung der Studierenden, der zahlenmäßig größten Gruppe an der Uni, zu erleichtern. Außerdem hat sie die Weiterentwicklung von Studienbedingungen auf ihre Fahnen geschrieben.

*  Dienstältester Vizepräsident ist nunmehr Professor Joachim Schachtner (52), der bereits seit 2010 amtiert und sich am Mittwoch erfolgreich der zweiten Wiederwahl stellte. Sein Zuständigkeitsgebiet im Uni-Präsidium ist das Informations- und Qualitätsmanagement. Schachtner sagte, dass jetzt eine Digitalisierungs-Strategie der Universität entwickelt werden könne. Zudem solle auch das seit einigen Jahren entwickelte Campus-Management-System ab dem Juni eingeführt werden.

von Manfred Hitzeroth

Professorin Evelyn Korn (links) und Joachim Schachtner (rechts) freuen sich mit Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause über ihre Wahl. Foto: Ruth Korte
 
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