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Schlagfertig und bescheiden zugleich

Eintracht-Stars in Stadtallendorf Schlagfertig und bescheiden zugleich

"Ohne Fleiß kein Preis" - dieser Leitspruch hat im Fußball schon seit langer Zeit Bestand. Dass man es aber auch mit einem Hang zur Faulheit bis in die Bundesliga schaffen kann, beweist Kevin Trapp.

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Insbesondere die jungen Eintracht-Anhänger versuchten, ihre Stars mit einem Foto festzuhalten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Stadtallendorf. Der Torhüter spielte sich schnell in die Herzen der Frankfurter Fans. Mit starken Paraden und seiner ruhigen Ausstrahlung trägt der Saarländer maßgeblichen Anteil am Höhenflug der Eintracht in der Fußball-Bundesliga. Auch am Mittwochabend in der Stadtallendorfer Stadthalle erwies sich der Keeper als sicherer Rückhalt für seinen Mannschaftskollegen Sebastian Jung.

Eintracht-Stars Kevin Trapp und Sebastian Jung beim Fanclub Adlerhorst in der Stadtallendorfer Stadthalle. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Gleich zu Beginn des Fan-Gesprächs im Rahmen des Projektes „Die Eintracht kommt“ der Frankfurter Fan-Betreuung entschuldigte sich der 22-Jährige für die rund halbstündige Verspätung. „Für hundert Kilometer habe ich auch noch nie zwei Stunden gebraucht“, bat Trapp bei den über 200 Besuchern um Nachsicht.

Die beiden Frankfurter Leistungsträger stehen sinnbildlich für den neuen Stil der Eintracht. Jung, frisch, höflich - und auch mit einer gesunden Portion Humor standen die U-21-Nationalspieler ihren Anhängern eine Dreiviertelstunde lang Rede und Antwort.

Trapp mag‘s eiskalt

Besonders die jungen Fans verlangten ihren Idolen einiges ab. Neben Fragen zu Kevin Trapps Frisur („Wie kriegst du die so geil hin?“) wollte ein Junge wissen, wie die beiden Profis zum Fußball kamen. Während Sebastian Jung durch seinen Vater, der zugleich auch sein erster Trainer war, für den Fußball begeistert wurde, bedurfte es bei Kevin Trapp der Überredungskünste seiner Freunde. „Erst als alle meine Klassenkameraden Fußball spielten, wurde mein Interesse geweckt“, erklärte der Torhüter, der zunächst im Feld spielte. „Das war mir aber zu anstrengend“, bekannte Trapp: „Als unser Torwart verletzt war, habe ich meinen Trainer gebeten, mich im Tor aufzustellen, und bin dann dabei geblieben.“

Auch in die Spielvorbereitung gab der Ex-Kaiserslauterner einen Einblick: Vor dem Spiel nimmt Trapp im Hotel noch einmal eine eiskalte Dusche. „Ich bilde mir ein, dass ich dann irgendwie wacher bin.“

Sebastian Jung zeigte sich schlagfertig. Auf die Frage nach dem Gründungsdatum der Eintracht (8. März 1899) hatte der Rechtsverteidiger ebenso eine Antwort parat, wie auf die Bitte, einen Eindruck in die Königssteiner Mundart zu geben: „Auch in Königsstein spricht man Deutsch.“

Eine Enttäuschung erfuhren die Eintracht-Fans dennoch: Auch wenn Kevin Trapp bereits heute vor vier Wochen operiert wurde und der Heilungsprozess besser verläuft als erwartet, gab der Keeper bekannt, dass er in dieser Saison definitiv nicht mehr für die Eintracht werde auflaufen können. In der neuen Saison aber will der Saarländer wieder angreifen und schob einem Wechsel im Sommer den Riegel vor. „Ich habe hier nicht umsonst für vier Jahre unterschrieben“, erklärte Trapp.

von Tobias Kunz

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