Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
„Schiff ahoi“ auf dem neuen Spielplatz

Bau in Eigenleistung „Schiff ahoi“ auf dem neuen Spielplatz

Zur Freude der Kinder und Eltern ist der neue Spielplatz „Am Salzköppel“ offiziell eingeweiht worden.

Voriger Artikel
Gemeinsam für eine bessere Welt
Nächster Artikel
Beckstein wirbt für Volksentscheide

Zur offiziellen Einweihung kamen Bürgermeister Dr. Franz Kahle, der Ortsbeirat sowie alle am Bau Beteiligten des Projektes, darunter auch Landschaftsarchitekt Torsten Wewel sowie die Kinder, die künftig den Spielplatz nutzen werden.

Quelle: Ingrid Lang

Dagobertshausen. Bereits Anfang Oktober hatte die Garten-und Landschaftsbaufirma Reuter um Diplom-Ingenieur Jürgen Bader, der aus Dagobertshausen stammt, mit den Vorarbeiten für den Bau des Spielplatzes begonnen. Innerhalb von zwei Wochen wurden dazu ein Teil des Hanges mit überwiegend Felsuntergrund und Erde abgetragen. Zudem wurden in drei Etagen Mauerwinkel gesetzt, um die Festigkeit das Hanges zu gewährleisten. Anschließend wurde um die neue Spielplatzfläche ein Zaun installiert.

Der Spielplatz entstand unter dem Motto „Schiff ahoi für Groß und Klein“ in Koordination mit Celia Meggers (Fachdienst Stadtgrün Marburg), Geschäftsführer Jürgen Vieth und Susanne Hüls (beide ALEA), Karen Rohlfs vom bsj Marburg und der Elterninitiative. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) sagte bei der Eröffnung: „In das Projekt habt Ihr viel Arbeit investiert und jetzt ist der Mangel an Spielmöglichkeiten für die Kinder behoben. Mit viel Herzblut habt Ihr eine tolles Bewegungsprojekt geschaffen. Durch die Eigenleistung, die Ihr als freiwillige Helfer erbracht habt, erhält das Objekt eine höhere Wertschätzung.“ Noch heute, so Kahle, sagen Helfer, die in Ginseldorf einen Spielplatz gebaut hatten: „Das ist mein Spielplatz, da habe ich mit angepackt.“

Mit dem Bau wurden die Erwartungen der jungen Familien erfüllt. Die Stadt investiert für das Projekt insgesamt 60000 Euro und einen Zuschuss für den Bau gab es vom Bürgerverein, der zuvor zu einer Spende aufgerufen hatte. Ortsvorsteher Peter Reckling betonte, dass endlich nach vielen Jahren, dank der Initiative einiger Eltern, die sich im Jahre 2014 gebildet hatte, der Spielplatz umgesetzt werden konnte. Unterstützung erhielten sie dabei vom Ortsbeirat und durch IKEK (integriertes kommunales Entwicklungskonzept) mit dem Ziel der Einrichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes.

Eine Woche lang standen in den Herbstferien jeden Morgen mindestens zehn Bauhelfer - Väter, Großväter und vier unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in unmittelbarer Nachbarschaft in einem Wohnheim leben - bereit, um das Schiff zu bauen. Dazu wurden Holzbalken gesägt, Bretter gehobelt, gefräst und gebohrt und die Figuren angemalt. Zudem wurde für die Installation des Spielgerätes Zement angemischt, um für ausreichende Stabilität der Pfosten zu sorgen. Etwa 21 Helfer wechselten sich dabei in Schichten tagtäglich ab und erst gegen Abend endete immer die Arbeit.

An dem Schiff haben die Helfer ein Steuerrad, einen Anker, Rettungsring und am Zaun bunte Fische und eine Krake angebracht. Auch der Name des Schiffes „Dago I“, auf den sich das Team geeinigt hatte, wurde auf beiden Seiten angebracht. Der Bürgerverein spendete zusätzlich noch 2200 Euro für die Installation und somit die ­Verlängerung des Schiffes mit einer Hängematte und dem Mast, auf dem eine Palme zu sehen ist.

An dem Holzschiff wurden eine Rutsche, eine Rutschstange, eine Kletterwand und ein Balken sowie Griffe zum Hangeln installiert. Zum Schluss wurde noch der Sand aus Frankfurt mit einem Lastwagen angeliefert und auf einem Vlies auf der Straße abgekippt. Mit einem Lader sorgte Bader dafür, dass die 50 Kubikmeter Sand schnell nach oben transportiert und dort von den Helfern auf dem Platz verteilt wurden.

Mehrere 100 Stunden an Eigenleistung erbracht

Auch die Erde rund um die Umzäunung wurde bereits wieder eingesät. Reckling freute sich über die gute Gemeinschaft, die sich bei dem Bau des interessanten und schönen Spielgerätes und -platzes gebildet hat. „Ich habe mit einem Mann zusammengearbeitet, den ich bis dahin nicht kannte und von dem ich nicht wusste, dass er in Dagobertshausen zu Hause ist“, sagte der Ortsvorsteher.

Versorgt wurden die fleißigen Arbeiter von den Frauen mit Essen und Getränken. Der Dank des Ortsvorstehers geht an alle Helfer sowie Unterstützer und an den Elisabethverein, der es ermöglichte, dass die Toiletten und der Pausenraum während der Arbeitszeit genutzt werden konnten. Auch den Flüchtlingen bescheinigte Reckling großes Talent und betonte, dass sie immer mit Spaß und Freude mitgearbeitet haben. Mehrere 100 Stunden an Eigenleistung erbrachten die mehr als 40 freiwilligen Helfer. In einer weiteren Aktion im kommenden Jahr, so hofft der Ortsbeirat, soll dann der zweite Bauabschnitt mit dem Mehrgenerationenspielplatz folgen. Zwischen dem neuen Spielplatz und unterhalb der Treppe zum „Roßgarten“ könnte ein Treffpunkt für Jung und Alt entstehen.

von Ingrid Lang

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr