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Schichtdienst auch an den Feiertagen

Polizei, Feuerwehr, Busfahrer Schichtdienst auch an den Feiertagen

Während die meisten Marburger Heiligabend und die Feiertage gemütlich mit ihren Familien verbringen, müssen andere ihrer Arbeit nachgehen. Für Polizisten, Busfahrer und Feuerwehrleute ist ein Feiertag nicht unbedingt ein freier Tag.

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Die Fahrzeuge der Feuerwehr Marburg sind jederzeit startklar – wie auch die Besatzungen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Wir müssen an Feiertagen genauso arbeiten wie an jedem anderen Tag auch. Verbrecher nehmen keine Rücksicht auf Weihnachten oder Silvester“, sagt Polizeipressesprecher Jürgen Schlick. Deshalb sei die Marburger Polizeistation auch in den nächsten Tagen gut besetzt. Der Schichtdienst gehe normal weiter.

Einige Kolleginnen und Kollegen seien im Urlaub und es werde bei der Planung immer versucht, auf Familien etwas Rücksicht zu nehmen, doch funktioniere dies nicht immer. „Da jammert aber niemand. Alle wissen, dass das zum Polizeidienst dazugehört und haben deshalb auch kein Problem damit.“

Ob denn an Weihnachten mehr oder weniger Einsätze als sonst anfallen würden, könne man nicht pauschal sagen, dies ändere sich von Jahr zu Jahr, sagt Schlick.
Bei der Feuerwehr hingegen ging man immer davon aus, dass die Weihnachtstage ein erhöhtes Gefahrenpotenzial erzeugen würden.

Doch sei dies statistisch nicht nachweisbar, weiß Andreas Brauer, stellvertretender Leiter der Marburger Feuerwehr.

Studenten nicht einsetzbar

„Den klassischen Brand an Weihnachten, den in Flammen stehenden Christbaum, gibt es heute aufgrund der elektrischen Kerzen fast nicht mehr. Und insgesamt haben wir über die Feiertage nicht mehr Einsätze als sonst.“

Die Einsatzzentrale müsse natürlich das ganze Jahr über besetzt sein, ansonsten hätten aber alle hauptamtlichen Mitarbeiter frei. Die freiwilligen Mitglieder der Wehr ständen jedoch im Einsatzfall genauso zur Verfügung wie sonst auch.

„Man kann fast sagen, dass unsere freiwilligen Mitglieder an den Feiertagen besser zur Verfügung stehen als an den normalen Arbeitstagen. Der Druck ist in der heutigen Arbeitswelt sehr hoch, man kann nicht immer einfach alles am Arbeitsplatz stehen und liegen lassen, weil die Feuerwehr ruft. Das ist über Weihnachten eher möglich“, so Brauer. Allerdings seien die meisten studentischen Mitglieder über die Feiertage zu ihren Familien gereist und dementsprechend nicht einsetzbar.

Die Busfahrer stellen einen weitere Berufsgruppe dar, die, zumindest in Teilen, an den nächsten Tagen nicht die Füße hochlegen kann. „Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen, wir müssen etwas für unsere Kunden tun. Das weiß jeder unserer Mitarbeiter und deshalb ist es für sie auch kein Problem, wenn sie am Wochenende oder auch einmal an einem Feiertag arbeiten müssen. Die Bereitschaft dazu gehört bei uns zu den Einstellungsvoraussetzungen“, erklärt Rainer Kühne, Geschäftsführer der Marburger Stadtwerke.

Anreiz: Feiertagszuschlag

Etwa 50 Busfahrer würden an den Feiertagen eingesetzt. Ebenso werde die Verkehrsleitung und die Werkstatt besetzt sein. Die Schichtpläne würden langfristig erarbeitet, so sei jeder Mitarbeiter einmal davon betroffen, berichtet Kühne.
„Wir haben auch Kollegen, die arbeiten wegen der Zuschläge freiwillig an den Feiertagen“, ist sich der stellvertretende Fahrdienstleister, Reiner Gimpel, sicher.

Nach der stressigen Vorweihnachtszeit würde sich der Umgangston in den Bussen auch wieder entschärfen, die Fahrgäste wären wieder etwas entspannter.

„An Heiligabend kommt bei uns um 17.30 Uhr der letzte Bus zurück ins Depot, danach können alle zu ihren Familien nach Hause. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag fahren wir dann nach dem normalen Sonn- beziehungsweise Feiertagsfahrplan“, sagt Gimpel.

von Alexander Graf

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