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Schaurig-schön mit Gesicht und dicken Warzen

Kürbisse Schaurig-schön mit Gesicht und dicken Warzen

Es gibt eine ordentliche Sauerei, wenn Kinder und Eltern gemeinsam Halloween-Kürbisse schnitzen. Das konnte man am Sonntag in Oberrosphe miterleben. Der Spaß für Groß und Klein war dabei garantiert.

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Kürbisschnitzen ist eine Beschäftigung für die ganze Familie: Andrea, Liz und Tristan Dalkowski (von links) bearbeiteten ihren Halloween-Kürbis bei der Schnitz-Aktion in Oberrosphe.

Quelle: Carina Becker

Oberrosphe. Es spritzt. Und klebt. Im Dorfgemeinschaftshaus von Oberrosphe wird es am Sonntag schmutzig. Kinder und Eltern sind mit Feuereifer bei der Sache. Auf Einladung von Eltern aus dem Dorf und des Kindergarten-Beitrats sind rund 20 Familien zum ersten Oberrospher Kürbisschnitzen gekommen. „Toll, dass es auf Anhieb so ein Erfolg ist“, freute sich Mitorganisatorin Gerlind Aryceus und stellte bereits in Aussicht, das Kürbisschnitzen zur festen herbstlichen Einrichtung zu machen.

Die Kindergarteneltern hatten 60 dicke organefarbene Halloween-Kürbisse vom Hofgut Dagobertshausen für die Schnitzaktion erworben - jeder konnte sich vor Ort einen Kürbis zum Bearbeiten kaufen. Schon gut eine Stunde nach Beginn der Aktion waren 40 Kürbisse verkauft - und die ersten schaurig schönen Kürbis-Köpfe, die zu Halloween vor Oberrospher Haustüren ihren Platz finden werden, waren schon fertig geschnitzt.

Ein gutes Stündchen Zeit, ein bisschen Zeitungspapier oder Tapetenreste oder etwas Folie zum Auslegen, einen Eimer oder eine Schüssel fürs Fruchtfleisch, einen großen Tisch, einen Kuli zum Anzeichnen des Kürbisgesichts, ein scharfes Messer, ein paar Löffel zum Aushöhlen und natürlich einen dicken Halloween-Kürbis - diese Ausrüstung benötigt man für den Gruselkopf, der später mit einer Kerze darin leuchten soll. „Und gut auf die Finger aufpassen“, gibt Gerlind Aryceus in Oberrosphe noch einen wichtigen Tipp weiter, der vor allem beim Schnitzen mit kleineren Kindern beherzigt werden sollte.

Mit ihrer Mutter Sandra Henseling betritt die neun Jahre alten Cordelia beim Kürbisschnitzen Neuland. „Ich hab das noch nie gemacht“, sagt die Schülerin und höhlt mit einem Löffel in der Hand gemeinsam mit der Mutter den mächtigen Kürbis aus. Bis zu 20 Kilo wiegt die leuchtend orangefarbene Frucht - ein kleiner Eimer fürs Fruchtfleisch ist da schnell gefüllt. Wie das Kürbisgesicht später aussehen soll, weiß Cordelia noch nicht genau. Sie hat sich verschiedene Vorlagen im Internet angeschaut. Ob der Kürbiskopf später gruselig oder eher freundlich dreinschaut: „Vielleicht eine Mischung aus allem“, sagt Cordelia. „Ich finde es klasse, dass so etwas hier angeboten ist“, freute sich Sandra Henseling, die beim Kürbisschnitzen ebensoviel Spaß hat wie ihre Tochter.

Den jüngeren Kindern geht‘s einfach zu langsam voran - sie toben lieber mit ihren Freunden aus dem Kindergarten im großen Saal des Dorfgemeinschaftshauses. Manches Elternteil schnitzt jetzt allein weiter. So Frank Herrmann, der mit seinem sechsjährigen Sohn Joshua zum Kürbisschnitzen gekommen ist. Mit einem kleinen Werkzeugsatz, den es im Handel extra fürs Bearbeiten der Halloween-Kürbisse gibt, rückt Frank Herrmann der mächtigen Frucht zu Leibe. „Für mich ist es leicht, für die Kinder ist es schon ganz schön kniffelig“, sagt er lachend und sägt mit einer kleinen spitzen Kürbissäge die Grimasse zurecht.

Der elfjährige Tristan Dalkowski arbeitet gemeinsam mit seiner vier Jahre alten Schwester Liz und Mutter Andrea Dalkowski an einem Kürbis. „Ein bisschen ekelig ist es schon“, feixt Tristan und holt einen dicken Löffel voller Kürbis-Pampe aus der schon ziemlich hohlen Frucht. „Das ist eine so tolle Aktion für die Kinder“, freut sich Mutter Andrea.

In Oberrosphe wird das Fruchtfleisch der Halloween-Kürbisse nach dem gemeinsamen Schnitzen entsorgt. „Die dicken Zierkürbisse schmecken einfach nicht so aromatisch wie ein Hokaido oder ein Muskatkürbis“, weiß Helfried Eden, landwirtschaftlicher Leiter des Hofguts in Dagobertshausen. Dort werden die Halloween-Kürbisse, die auch die Oberrospher Familien zurechtgeschnitzt haben, im großen Stil angebaut. „Man kann das Fruchtfleisch aber schon verwerten“, weiß Eden, „beispielsweise mit Gewürzen eingelegt, die Geschmack geben, ist der Kürbis gut verwertbar.“

Was auf dem Hofgut Dagobertshausen vor drei Jahren „Just for Fun“ begann, ist inzwischen ein gut funktionierendes Geschäft, berichtet Eden über den Kürbisanbau. „Die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr - und Kürbisse wachsen wie Unkraut, man hat nicht viel Arbeit damit.“ Dabei sei das Interesse an Zier- und Speisekürbissen gleichermaßen groß. Die Dagobertshäuser Kürbisse haben kein Biosiegel, „sind aber bio“, erklärt Helfried Eden. „Da braucht man keinen Pflanzenschutz, wenn ein bisschen Unkraut dazwischen ist, reißen wir es heraus.“

Zu einem Drittel baut der landwirtschaftliche Betrieb Speisekürbisse an, zu zwei Dritteln Zierkürbisse, berichtet Eden und spricht von einer reichen Ernte in diesem Jahr. Die Felder sind nun fast abgeräumt. „Diese Woche läuft nochmal das Geschäft mit den Halloween-Kürbissen - unsere Speisekürbisse gibt es auch noch im November und Dezember.“

Eine Auswahl von beliebten Speisekürbissen wie Hokaido und Muskat-Kürbis steht ebenso bereit wie die ganze Vielfalt der Zierkürbisse - vom ganz dicken orangefarbenen bis hin zu den kleinen hutzeligen, Bischoffsmützen oder Flaschenkürbissen.

von Carina Becker

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