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Schäferfest mit Wettbewerb zieht 2000 Gäste an

Landesleistungshüten Schäferfest mit Wettbewerb zieht 2000 Gäste an

Stausebach profiliert sich als Austragungsort des hessischen Schäfertags: Der Kirchhainer Stadtteil und der Landkreis meisterten ihre Aufgabe. Im Rampenlicht stand das Landesleistungshüten.

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Schäfer Volker Schuhmacher mit der Schwarzkopf-Herde während des Wettkampfes.

Quelle: Yanik Schick

Stausebach. Volker Schuhmacher aus Usingen steht mitten auf dem weitläufigen, hügeligen Gelände hinter dem Schützenhaus. Aus der Ferne schauen etwa 100 Leute gespannt nur auf ihn. Das Tor des Holzzauns hat der Schäfer bereits geöffnet, nun gibt er seinen Hilfskräften, den beiden Hunden, ein lautes Kommando. Dynamik kommt ins Spiel. Schuhmacher dreht sich um und trabt einige Schritte davon. Ihm folgt ein riesiger, hellgrauer und laut blökender „Mob“ - angetrieben von den Schäferhunden, die ihn am Ende der Kette zusammenhalten. Rund 300 Schwarzkopfschafe, die dem Stausebacher Winfried Emmerich gehören, spazieren fortan gemächlich über die Wiesen und Felder am Rande Stausebachs.

Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier fasziniert

Neben Schuhmacher bewältigen an diesem Tag sieben andere Hüter die Strecke am Rande Stausebachs. Es geht um die prestigeträchtige Krone im hessischen Landesleistungshüten. „Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier macht diesen Wettkampf aus. Das ist schon faszinierend“, schwärmt Hans Jürgen Westmeier. Er moderiert das Hüten am Rande des hessischen Schäfertags. Drei Richter beobachten jeweils das Auftreten der Schäfer, die aus dem ganzen Bundesland angereist sind. Begutachtet wird aber vor allem die Leistung der Hunde. „Sie müssen Gehorsam, Fleiß und Selbstständigkeit zeigen. Damit haben sie die halbe Miete“, betont Westmeier.

Erst gegen Abend wird die Wertung bekanntgegeben. Gewinner ist Frank Meyenberg aus Hüttenberg mit 90 von 100 Punkten. Es folgen Harald Bangert (Korbach) und Ottmar Wirth (Hungen). Volker Schuhmacher landet auf Rang fünf. Er weiß, dass für die Zukunft noch Potenzial nach oben ist. „Mein Haupthund Pia ist erst zwei Jahre alt. Etwa 20 Prozent fehlen ihm noch.“

Wetteraner landet auf Platz 6

Auf Platz sechs mit 79 Punkten rangiert Manfred Damm aus Wetter, der nach seinem Sieg beim Kreisleistungshüten in Wallau für den Landkreis Marburg-Biedenkopf gestartet war. Doch auch neben dem Leistungshüten gibt es rund um das Schützenhaus eine Menge Attraktionen - der Schäferlauf zum Beispiel, der bei vielen Teilnehmern mit einer besonderen Tradition verbunden ist. Die Teilnehmer müssen rund 100 Meter barfuß über einen Acker sprinten und dabei zwei Hürden überwinden. Franziska Storch aus Lich gewinnt diese Disziplin bei den Frauen, Lars Gerlach (Philippstein) bei den Männern. Die beiden bilden nun bis zum kommenden Jahr das Schäferkönigspaar. Als Titelverteidigerin war Rebecca Seibert an den Start gegangen. „Aus meinem Freundeskreis habe ich viel Ansporn bekommen, um noch einmal zu gewinnen“, erzählt die junge Frau aus Hungen vor dem Lauf, „ich mache das aber vor allem zuliebe meines Vaters und meines Opas“. Gut 2000 fachkundige Besucher und Interessierte kommen insgesamt während des hessischen Schäfertags nach Stausebach. Unter anderem werden verschiedene Schafrassen wie das Walachenschaf oder das Jakobschaf präsentiert und handelsübliches Equipment wie Hüter oder Stöcke für Schäfer verkauft. Besucher Harald Schmid aus Münzenberg ist beeindruckt. „Die Geselligkeit hier ist toll. Denn für Schäfer gibt es im Jahr nicht so oft die Möglichkeit, sich zu treffen“, sagt er. Auch der Ausrichter, der hessische Verband für Schafzucht und -haltung, ist zufrieden, Stausebach in diesem Jahr erstmals als Standort ausgewählt zu haben. „Das Gelände passt wunderbar. So wie es im Augenblick aussieht, werden wir in zwei Jahren wieder hierherkommen“, sagt Hubertus Dissen, der stellvertretender Vorsitzender.

Laut Landrätin Kirsten Fründt stellt sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf sehr gerne als Austragungsort für den Landesentscheid zur Verfügung. Die gute Zuschauerresonanz zeigt, dass das Schäferfest mit Leistungshüten in der Tat viele Menschen anspricht. Bei gut 400 Schafhaltern im Landkreis eigentlich keine große Überraschung.

von Yanik Schick

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