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Sanierungen folgen Prioritätenplan

Bildungs-Bauprogramm Sanierungen folgen Prioritätenplan

Das Bildungsbauprogramm steht ab sofort für fünf Jahre im Mittelpunkt der städtischen Ausgabenpolitik. Das Gesamtvolumen der Investitionen ist dabei aber nicht viel höher als in der vorherigen Legislaturperiode.

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Den größten Investitionsbrocken des städtischen Bildungsbauprogramms bekommt die Adolf-Reichwein-Schule ab. Archivfoto

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zwischen diesem Jahr und 2021 sollen 30 Millionen Euro in Reparatur, Sanierung und Modernisierung der Marburger Schulen gesteckt werden. Das war bereits im Oberbürgermeister-Wahlkampf ein zentrales Anliegen von OB Dr. Thomas Spies (SPD).

Der Blick auf die städtischen Schulinvestitionen zeigt jedoch, dass sowohl die Gesamt- als auch Einzeljahresausgaben zwischen 2011 und 2015 (gesamt: 26,1 Millionen Euro) nicht viel geringer ausgefallen sind als die Bibap-Summen, die Spies ab sofort etwa im Haushaltsentwurf vorsieht.

Das eigentlich Neue ist die auf fünf Jahre festgelegte, verbindliche und zeitlich getaktete Reihenfolge von Sanierungsvorhaben. So muss etwa die Emil-von-Behring-Schule die Sanierung des oberen Schulgebäudes (Block A) nicht mehr einzeln und bei Nichtberücksichtigung im Haushalt jährlich neu beantragen, sondern weiß nun, dass diese Arbeiten - so steht es im Bibap-Plan - in den Jahren 2020 und 2021 erledigt werden.

Wie bei diesem handelt es sich bei allen Vorhaben um Projekte, die Schulen sich von der Kommune als Schulträger gewünscht haben. Eine Projektgruppe aus Schulleitern, Lehrern, Vertretern aus Kinder- und Jugendparlament, Eltern und Behindertenbeirat sowie Magistrat, Schul- und Bauamt bewertete alle eingereichten Wünsche nach ihrer Dringlichkeit.

„Kriterien für die Reihenfolge­ waren die Dringlichkeit, der Umstand, dass für einzelne Maßnahmen bereits Planungen vorliegen, die in 2017 direkt umgesetzt werden können, aber auch die Maßgabe, dass es gelingen musste, die Kosten ­einigermaßen gleichmäßig auf die fünf Haushaltsjahre zu verteilen“, erläutert Sabine Preisler, Sprecherin der Stadt auf OP-Anfrage. Investitionen unter 100 000 Euro werden auch weiterhin realisiert, zählen nicht zum Bibap.

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Laut Prioritätenliste werden in diesem Jahr 19 Projekte an 16 Standorten begonnen. Die größten Investitionssummen fließen demnach in die Fassadensanierung des E-Blocks der Adolf-Reichwein-Schule und Putzarbeiten der Sophie-von-Braband-Schule (ehemaligen Friedrich-Ebert-Schule in der Uferstraße).

Die Grünen fordern im Zuge der Haushaltsberatungen, dass das Bibap von fünf auf mehr Jahre gestreckt wird, um Millionensummen für andere Bereiche - etwa für Soziales oder Kultur - freizumachen. Das lehnen die anderen Fraktionen ab. Nach Ablauf des Bibap ist vielmehr die Auflage eines genauso gearteten Bauprogramms für Kindertagesstätten in Planung.

Der Neubau einer Campus-halle für die Elisabethschule steht indes vor dem Aus. Von der Projektgruppe sei dieser Wunsch nicht berücksichtigt, weil er mit seinem Kostenvolumen alleine­ fast die Hälfte des Gesamtbudgets beansprucht hätte. Dabei sollte eigentlich bis spätestens 2020 ein Multifunktions-gebäude mit Sportareal, Dojo, Klassenzimmer, Aufenthaltsräumen und Sanitäranlagen die marode Turnhalle ersetzen. Kasseler Architekten hatten daher im Herbst 2014 einen von der Stadt für 45000 Euro ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Die Diskussion um den Sporthallen-Bau gibt es seit rund zehn Jahren, der Sportentwicklungsplan formulierte 2009 den Bedarf.

„Angesichts der aktuellen Haushaltslage kann nicht davon ausgegangen werden, dass es derzeit zur Realisierung der Campushalle in der vorgesehenen Art und Weise kommt“, sagt Preisler. Es werde zu prüfen sein, wie eine Lösung für den Schulsport und Schule an dieser Stelle aussehen könne.

Das sind die Bibap-Bauprojekte, die 2017 beginnen sollen:

  • Gerhard-Hauptmann-Schule: Einzelsanierungen an der Turnhalle
  • Sophie-von-Brabant-Schule:­ Sanierung Lehrküche Willy-Mock-Straße und jeweils in der Uferstraße die Sanierungen der Mädchen-Toiletten und Putzfassade
  • Elisabethschule: Fensteraustausch, erster von drei Abschnitten
  • Philippinum: Sanierung des Sporthallendachs
  • Adolf-Reichwein-Schule: ­Fassadensanierung Block E
  • Kaufmännische Schulen: Umgestaltung des Lehrerzimmers
  • Schulcampus Leopold-Lucas-Straße: Radparkplatz-Bau

Zu diesen laut Stadtverwaltung demnächst beginnenden Bauvorhaben werden mehrere­ Planungen - etwa der Turnhallen-Abriss samt Neubau für die Schule am Schwanhof - in Auftrag gegeben. Gesamtkosten des Bibap im laufenden Jahr: 6,1 Millionen Euro.

von Björn Wisker

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Von Redakteur Till Conrad

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