Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
„Sanierung wird durch Aufschub nicht günstiger“

Weidenhäuser Brücke „Sanierung wird durch Aufschub nicht günstiger“

Kritik an „Nacht- und Nebelaktion“ zum Sanierungs-Aus der Weidenhäuser Brücke: Der Ortsbeirat Altstadt fordert ein Festhalten an den ursprünglichen Reparaturplänen.

Voriger Artikel
Der Wettlauf beginnt
Nächster Artikel
Frühchen vor Erblindung bewahren

Die Sanierung der Weidenhäuser Brücke ist von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt worden, was in Marburg immer mehr Kritik hervorruft.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. Matthias Friehe, Ortsbeiratsmitglied, formulierte einen entsprechenden Antrag: „Es ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, warum die Sanierung in einer Nacht- und Nebelaktion so einfach abgesagt wurde.“ So weit man es einschätzen könne, werde das Projekt „durch einen Aufschub sicher nicht günstiger, da die Brücke weiter beschädigt wird“, sagte er und verwies bei der Kritik auf den Stadtparlaments-Coup der Zählgemeinschaft SPD/BfM. Die Fraktionen hatten trotz Aussprachebedarfs der Opposition den Sanierungs-Aus-Antrag eine Stunde nach Ende der ­Debattenfrist abstimmen lassen anstatt diesen - wie es bei kontroversen Themen üblich ist - auf Dezember zu verschieben.

Ortsvorsteherin Goarik Gareyan-Petrosyan verwies bei dem Millionenprojekt Weidenhäuser Brücke auf die Kostenübernahme von 60 Prozent durch das Land Hessen: „Die bewilligten Fördermittel sollten nicht verspielt werden.“ Darüber hinaus müsse man sich mit Blick auf den Verkehr und die Feuerwehr dafür einsetzen, dass die Brücke im Sanierungsfall nicht vollständig gesperrt werde. Widerspruch gab es zu dem Antrag von Ortsbeiratsmitglied Gerhard Werner, der die Zuständigkeit für die Brücke nicht innerhalb des Gebiets des Ortsbeirats Altstadt sah. Die Gremiumsmehrheit stellte sich allerdings hinter Friehes Forderung.

Zuletzt kündigten sowohl Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) als auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) an, sich trotz des parlamentarischen Votums von SPD, BfM und CDU bei den zuständigen Behörden in Wiesbaden für eine Weiterbewilligung der Fördermillionen einzusetzen.

Ein weiteres zentrales Thema der Ortsbeiratssitzung ist der Wunsch nach einer Ausweitung der Fahrzeiten der Buslinie 10, speziell am Abend - Studenten des Wohnheims Carl-Duisberg-Haus und zwei weiterer Wohnheime sammelten dazu im Vorfeld Unterschriften.

Studenten fordern mehr Abend-Busse in Oberstadt

Begründung: Da viele Universitäts-Veranstaltungen am späten Nachmittag bereits nicht mit dem derzeitigen Fahrplan kompatibel sind, seien die derzeitigen Fahrtzeiten vor allem für junge Studentinnen ungünstig, „die derzeit oft durch dunkle Gassen nach Hause laufen“ müssten. Generell forderten weitere Gäste eine engere Taktung des Fahrplans auf zweimal statt nur einmal pro Stunde, mehr Stationen und ein besseres Alternativangebot, falls die Hauptlinie wie in diesem Jahr durch Baustellen beeinträchtigt würde. Als Lösung wurde dafür wie bereits in der Vergangenheit der Einsatz von Kleinbussen oder mittelgroßen Fahrzeugen auf Sprinterbasis angedacht. Christoph Rau, Geschäftsführer von Stadtwerke-Consult, sagte dazu: „Falls sich tatsächlich eine verlässlich große Anzahl an Interessenten für zwei oder drei weitere Stunden am Abend nachweisen lassen, ist es empfehlenswert, in diesem Punkt die Stadt als Geldgeber um ­eine Ausweitung zu ­ersuchen.“ Kleinbusse als Ergänzung erschienen zwar zunächst praktisch, allerdings seien diese­ schlicht mit ihren acht Sitzplätzen nicht kosteneffizient. Auch bei Sprinterkonzepten mit 25 Plätzen rechne sich der Einsatz nicht, denn die Strecke in der Oberstadt sei schon für die speziell angefertigten Oberstadtbusse­ „eine Tortur, das halten ­solche Transporter schlichtweg nicht durch und dafür sind die viel zu teuer.“

von Marcus Hergenhan

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr