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Sanierung startet Anfang 2017

Weidenhäuser Brücke Sanierung startet Anfang 2017

Für die Sanierung der Weidenhäuser Brücke gibt es grundsätzlich grünes Licht. Verkehrsminister ­Tarek Al-Wazir (Grüne) übergab am Freitag einen dazugehörigen Förderbescheid der Landesregierung in Höhe von ­2,97 Millionen Euro.

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Die Weidenhäuser Brücke ist dringend sanierungsbedürftig.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Stadtverantwortlichen freuten sich am Freitag sehr über den hohen Besuch aus Wiesbaden, denn Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hatte einen Förderbescheid dabei, der die Finanzierung der Sanierung der Weidenhäuser Brücke sichert.

Der Landeszuschuss in Höhe von 2,97 Millionen Euro deckt die Hälfte der benötigten Summe, den Rest will die Stadt Marburg aus dem eigenen Etat und Denkmalschutzgeldern beisteuern, erläuterte Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) bei einem Pressegespräch im „BiP“ am Rudolphsplatz unweit des unter Denkmalschutz stehenden Brückenbauwerkes, das dringend sanierungsbedürftigt ist.

Dauer der Bauarbeiten noch unklar

Das Geld stammt aus einem Sonderfonds des Landes Hessen in Höhe von 90 Millionen Euro. Da bis zuletzt noch nicht klar war, ob der Förderbescheid kommt, wird allerdings der Beginn der Sanierungsarbeiten an der Brücke um ein Jahr verschoben. Statt wie zuletzt noch geplant Anfang 2016 soll die Brücke jetzt also ab Anfang 2017 saniert werden, erläuterte der städtische Baudirektor Jürgen Rausch.

Noch unklar ist, wie lange sich die Bauarbeiten hinziehen werden. Nach wie vor sind zwei Varianten im Gespräch: ein Abschluss der Bauarbeiten innerhalb eines Jahres, der dann die Vollsperrung der Weidenhäuser Brücke beinhalten würde oder die Ausdehnung der Sanierungsarbeiten auf zwei Jahre, in denen zumindest jeweils eine Fahrspur für die Autos stadtauswärts geöffnet wäre.

Momentan favorisieren die Stadtoberen das Ein-Jahres-Modell, erklärte Baudezernent Kahle. Abgeklärt sei mit der Feuerwehr bereits, dass auch bei einer Vollsperrung der Brücke die Rettungszeiten bei Fahrten in die Oberstadt eingehalten werden könnten. Bei einer einjährigen Sanierungszeit wäre die Einschränkung für den Verkehr für die zentrale Marburger Verkehrsader, die über die Brücke von der Innenstadt Richtung Stadtautobahn führt, zumindest etwas kürzer.

Al-Wazir: „Ein Stück Stadt-Reparatur“

Kahle deutete auch an, dass die reine Bauzeit in einem solchen Fall sowieso nur rund ein Dreivierteljahr (ab Anfang März bis Ende November) betragen könnte. Welche Variante umgesetzt werde, hänge aber vom Ergebnis der Ausschreibungen und den Detailkonzepten der Baufirmen ab, sagte Kahle.

Die Brückensanierung und die geplante grundlegende Änderung der Wege-und Verkehrsbeziehungen am Rudolphsplatz bezeichnete Minister Al-Wazir als „ein Stück Stadt-Reparatur“ weg von dem Konzept einer ausschließlich autogerechten Stadt. Dazu gehört auch der Gesamtumbau des Rudolphsplatzes: Neu angelegte barrierefreie Fußgängerfurten über den Erlenring und die Biegenstraße im unmittelbaren Kreuzungsbereich und ein neu angebauter Fußgängersteg an der Nordseite der Brücke sollen dort in Zukunft dafür sorgen, dass die Wege auf einer Ebene liegen und dadurch kürzer werden.

Der neue Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) nahm den Förderbescheid entgegen. Über die Brücke führe eine zentrale Marburger Verbindung, die bisher ein Nadelöhr sei, sagte Spies. Die Brückensanierung solle mit dazu beitragen, dass die Brücke allen Belastungen standhalte.

Täglich mehr als 16.000 Fahrzeuge

Aus verkehrstechnischen Gründen bleiben die drei Fahrspuren für Autos erhalten, und es kommt keine Fahrradspur hinzu. Es soll aber ein moderner Fußgängersteg an der Nordseite der Brücke angebaut werden (die OP berichtete), der deutlich mehr Platz für die Fußgänger mit sich bringt. Unter dem Strich bedeute die Sanierung einen Gewinn an Qualität, auch in ästhetischer Hinsicht, sagte Spies.

Die Weidenhäuser Brücke wurde 1892 als schlanke Bogenbrücke erbaut. Aufgrund ihrer zentralen Lage in der Mitte von Marburg wurde sie in den 123 Jahren ihres Bestehens immer intensiver genutzt. Heute fahren in Spitzenzeiten mehr als 16.000 Fahrzeuge und rund 250 Busse täglich auf drei Fahrspuren über die Brücke.

Seit etwa 20 Jahren zeigen sich an der Unterseite der Sandsteingewölbe Durchfeuchtungen und seit circa fünf Jahren sind auch Schäden zu verzeichnen, die nicht nur auf das Alter, sondern auch auf eine Überbelastung durch den Verkehr zurückzuführen sind.

Die voraussichtlichen Baukosten für die Rudolphsplatz-Umgestaltung werden 1,41 Millionen Euro und für die Weidenhäuser Brücke 4,26 Millionen Euro betragen. Für den Denkmalschutz sind Kosten von 850.000 Euro vorgesehen. Zusammen mit den Planungs- und Gutachterkosten sind die Gesamtkosten voraussichtlich 5,85 Millionen Euro.

  • Über den weiteren Zeitplan der Brückensanierung will der Magistrat in einer Bürgerversammlung im Frühjahr 2016 berichten.
 
Über die Übergabe des Landes-Förderbescheids durch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Zweiter von rechts) freuten sich (von links) OB Dr. Thomas Spies, Bauamtsleiter Jürgen Rausch und Bürgermeister Dr. Franz Kahle. Foto: Thorsten Richter
 
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